Die ersten Werke: Den Nächsten und die anderen Christen lieben.

Die große Befreiung

Mit Jesus zu gehen, bringt eine große Befreiung. Ich brauche die Menschen um mich herum nicht mehr für mich selber. Ich bin angenommen in Ewigkeit bei Gott und kann sein Kind sein. Ich benötige deshalb viel weniger Anerkennung und Aufmerksamkeit als andere. Ich muss nicht Recht haben, ich muss nicht gewinnen, manipulieren und immer richtig verstanden werden. Ich habe ja schon soviel! Im Glauben lebe ich im Frieden und kann sogar was weitergeben. Ich sehe meinen Nächsten nicht mehr als Quelle für irgendwas, was ich brauche, sondern als Gelegenheit etwas weiterzugeben. Selbst meine Feinde verlieren ihren Schrecken, weil Gott mich beschützt.

Die Leute schützen sich vor denen, die sie nur anzapfen oder vor ihren Karren spannen wollen. Wenn ich mit Jesus gehe, können sie mir vertrauen und echte Beziehungen können aufgebaut werden in den Freiheit, Gnade und Annahme herrschen. Den Höhepunkt hat dies in der Gemeinschaft der Gläubigen. Der Bruder und die Schwester im Glauben werden in Ewigkeit mit mir leben unter dem gleichen Vater, der alle seine Kinder gleich liebt. Er selber wohnt durch den heiligen Geist in uns. Deshalb will ich den anderen in der Gemeinde respektvoll behandeln und durch Vergebung und Aufrichtigkeit die kostbaren Beziehungen erhalten. So sind wir wirklich Brüder und Schwestern, Kinder Gottes. Religion kann daraus ein Zerrbild machen, eine Zweckgemeinschaft, in der es nur um Äußerlichkeiten geht und in der religiöse Zwänge statt Freiheit vorherrschen. Aber Gemeinde ist so geplant: Nicht in erster Linie als Organisation, sondern als Ort an der praktische Liebe gelebt wird, ohne den Hintergedanken, den Anderen zu irgendwas zu gebrauchen.
Jesus sagte:
Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander liebt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt. (Joh 13,34+45 vergl. auch 1.Joh 3,11-24)
Das ist das Grundgesetz der Gemeinde. So entsteht sie und daran wird sie gemessen.

Die Kraft der Liebe ist in dir, weil Jesus in dir lebt

Wenn du von neuem geboren wurdest, dann lebt Jesus durch dem Heiligen Geist in dir. Seine Gegenwart in dir ist ein lebendiges Versprechen: Du gehörst für immer zu Gott. Tief in dir drin bist du darüber ganz sicher. Nun kann du diesem Geist folgen und wenn du im Heiligen Geist getauft bist, kannst du es erst recht so richtig kraftvoll fließen lassen. Was ist der Geist Christi? Es ist der Geist, der in den Aposteln und Propheten war, die ihre Mitmenschen liebten und sich deshalb überwanden den Menschen ihrer Zeit zu sagen, was die nicht hören wollten. Die Gott mehr geliebt haben als ihr Leben, um Wahrheit und Rettung zu bringen. Es ist der Geist der Urgemeinde, der die Menschen dazu brache, ihr Geld den Armen zu geben, die Kranken zu heilen und dem Geringen beizustehen. Es ist der Geist von Jesus, der die Kranken heilte, die Kinder segnete, das Wort Gottes predigte, die Toten auferweckte und selber seine Feinde mehr liebte, als sein eigenes Leben.

Das alles geht nicht mit einem Gebet oder nach Rezept. Folge diesem Geist Schritt für Schritt über die Jahre. Er wird dich nicht arm, leer und ausgenutzt machen, sondern es wird dir gut gehen und du wirst echtes Leben im Überfuss haben. Das ist überhaupt der Kern des Evangeliums: Du kannst mit Gott versöhnt werden und dann hast du den direkten Anschluss an sein Leben.

Ihnen wollte Gott zu erkennen geben, was der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses unter den Nationen sei, und das ist: Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit. (Kol 1,27)

die Hoffnung aber läßt nicht zuschanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist. (Röm 5,5)

Das Ziel der ganzen christlichen Lehre ist:

  1. Versöhnung mit Gott, damit du vor ihm ein reines Herz hast.
  2. Die Erfüllung mit seiner Kraft und seinem Leben, damit du mit ihm leben kannst.
  3. Das Weitergeben seiner Liebe, damit du Anteil an dem hast, was er in der Welt tun will.

Paulus sagt:
Das Endziel der Weisung aber ist Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben. (1.Tim 1,5)

Die ersten Werke: Gott lieben

Gott zu lieben ist das erste Gebot.

Er (Jesus) aber sprach zu ihm: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand.» Dies ist das größte und erste Gebot. (Mt 22,37.38)

Wie liebt man einen unsichtbaren Gott? Es ist gar nicht so viel anders, wie unter Menschen. Es fängt damit an, dass man die Person sieht. Man „erkennt“ die zukünftige Partnerin oder den zukünftigen Partner und sieht etwas verheißungsvolles. Dinge, die man mag und die einem positiv auffallen. Man beginnt sich vorzustellen, wie es wäre mit dieser Person zu leben. So ist es auch mit Gott. Plötzlich sieht man, was für viele andere unsichtbar ist: Einen Gott, der alles geschaffen hat und gerade dich liebt und auserwählt hat. Einen Gott, der sehr verheißungsvoll ist. Der dir alles geben kann und in jeder Hinsicht perfekt und gut ist. So wenden wir uns Gott zu und suchen nach weiteren Begegnungen mit ihm.

Schlechtes Gewissen als Beziehungskiller?

Wenn man befreundet oder gar verliebt ist, vermeidet man Dinge, die dem anderen nicht gefallen oder ihn gar verletzten. Man ist motiviert etwas zu tun, was dem anderen Freude macht. Religion arbeitet mit einem schlechten Gewissen: Sollten wir nicht anders sein, anders leben und dies oder das tun „für Gott“? Oft werden besonders die Dinge betont, die der religiösen Organisation nützen, in der man sich befindet.
Jesus hat gesagt: Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine Gebote halten; (Joh 14,15) Religion sagt zu dir: Wenn du mit Gott gehen willst, dann halte diese Gebote hier. Denn nur, wenn wir die Gebote halten, lieben wir Gott. Meist werden die Gebote dann, wie gesagt, an die Bedürfnisse der religiösen Gruppe oder Kirche angepasst. Die wiederkehrende Erfahrung ist, dass diese Denkweise der Beziehung zu Gott eher schadet als nützt. Es sät Misstrauen, Überforderung und Beschämung in die Beziehung. Lesen wir die Bibelstelle noch einmal im Zusammenhang:

Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine Gebote halten; und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, daß er bei euch sei in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. Ich werde euch nicht verwaist zurücklassen, ich komme zu euch. Noch eine kleine Weile, und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich: weil ich lebe, werdet auch ihr leben. An jenem Tag werdet ihr erkennen, daß ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch. Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, wird von meinem Vater geliebt werden; und ich werde ihn lieben und mich selbst ihm offenbaren. (Joh 14,15-21)

Jesus will uns nicht „verwaist zurücklassen“ und dann müssen wir uns abmühen, um doch noch eine Fahrkarte in den Himmel zu ergattern. Er kommt zu uns. Wir lernen ihn kennen und bekommen ein neues Leben!

Gott kennen – jede Beziehung hat zwei Seiten

Wenn du erkennst, dass du tatsächlich nicht irgendwer, sondern ein Kind Gottes bist, adoptiert und für immer aufgenommen in seine großartige Familie, dann wird dich das verändern. Natürlich hilft dein neuer Vater und deine neue Familie dabei, dass du gereinigt, befreit, gestärkt und ausgebildet wirst, aber der Anfang ist nicht der Entschluss sich mehr zu bemühen für Gott, sondern die Erkenntnis, dass es Gott ist, der nun in mir lebt und ich Anteil habe an seinem Leben. Ich bin und bleibe mit ihm zusammen, ich habe erkannt, es ist wahr, was Jesus gesagt hat: „daß ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch“.

Man könnte ganze Bücher schreiben, wie es ist, Gott zu lieben und mit ihm zu gehen. Es ist das wahre Leben. Das war auch schon die Erfahrung der ersten Jünger:
Es gibt aber auch viele andere Dinge, die Jesus getan hat; wenn diese alle einzeln niedergeschrieben würden, so würde, scheint mir, selbst die Welt die geschriebenen Bücher nicht fassen. (Joh 21,25)

Genauso, wie jede Beziehung unter Menschen nicht lange bestehen wird, wenn sich nur einer darum bemüht und der andere gleichgültig ist, so ist es auch bei Gott: Wir sind motiviert alles dransetzten, damit wir in unserer neuen Identität leben. Der Geist Gottes ist in uns. Ich kann jeden Tag mit diesem neuen Geist in mir gehen oder ich kann mich gehen lassen und so leben, wie ich eben von Kind an geprägt wurde und wie es immer läuft auf dieser Welt. Durch den Heiligen Geist in mir und die Erlösung von aller Schuld habe ich jederzeit die Möglichkeit zwischen beiden Wegen zu wählen. Gott wartet nicht unbeteiligt ab und schaut, wie es laufen wird, denn er sehnt sich nach uns.

Oder meint ihr, daß die Schrift umsonst rede: «Eifersüchtig sehnt er sich nach dem Geist, den er in uns wohnen ließ»? (Jak 4,5)

Die ersten Werke: Danken

Die Macht der Gedanken

Die ersten Christen wurden gelehrt sich auf das Danken zu konzentrieren. „Überreich“ sollten sie Gott für alles danken:

Wie ihr nun den Christus Jesus, den Herrn, empfangen habt, so wandelt in ihm, gewurzelt und auferbaut in ihm und gefestigt im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, indem ihr überreich seid in Danksagung! (Kol 2,6+7)

Unsere Gedanken und unsere ganze innere Einstellung bestimmen, welchen Weg wir gehen und wie wir leben. Danken ist entscheidend. Es richtet die Gedanken auf das Gute und Schöne, dass Gott schon gegeben hat.
Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist noch eines Wechsels Schatten. (Jak 1,17)

Jeder hat jeden Tag die Möglichkeit die Gedanken auf den Mangel und die Probleme zu richten oder auf das Gute, das Gott schon gegeben hat. Wenn man wenig hat, führt der Mangel von Dankbarkeit zur Bedrückung, zu Angst oder zu Wut und Neid. Gott ist weit weg, er behauptet zwar dich zu lieben, aber es fehlt an allem. Du brauchst so viel materiell und geistlich, aber du kannst es nicht empfangen, denn das Mangeldenken führt dich direkt in den Unglauben. Wenn du viel hast (seien es nun materielle oder „geistliche“ Dinge), dann führt dich der Mangel an Dankbarkeit in den Stolz und in ein letzten Endes sinnloses, selbstbestimmtes Leben. Du hat alles, du weißt alles und brauchst niemanden und auch Gott brauchst du nicht. Nur die Gier treibt dich weiter. Wenn du dagegen durch Danken anerkennst, dass alles von Gott kommt und dir letzten Endes nur für eine begrenzte Zeit übergeben worden ist, beugst du dich vor Gott. Dem Stolzen widersteht Gott, aber dem Demütigen gibt er Gnade (1.Petr 5,5). Absichtliches und anhaltendes Danken, bedeutet umzukehren von den Gedanken und inneren Einstellungen, die dich von Gott wegführen!

Grund genug zum Danken

Der Gott, der das Universum geschaffen hat und von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt, hat sein Liebstes hingegeben, um dich aus dieser Welt des Todes zu retten. Er selber nahm alles auf sich, was dich für immer von Gott getrennt hat. Und dann geht er noch darüber hinaus und bietet dir an, ein Teil seiner eigenen Familie zu sein. Er erwartet dafür nur dein Vertrauen und dass du ihn als Herrn anerkennst. – Und du bist tatsächlich der Meinung, du hättest wenig wofür du danken kannst?

Lese jeden Tag im Wort Gottes und danke Gottes immer wieder für die Erkenntnisse und die wunderbaren Zusagen, die Gott dir gibt. Danke Gott dafür, dass du durch die vielen Probleme über dich selber hinauswachsen kannst. Über dich im Danken. Jeden Tag! Danke Gott für seine Vergebung und Liebe, wenn du dich schuldig gemacht hast. Danke Gott für seinen Segen, wenn es gut läuft. Danke Gott, das er dir in allem raten wird:
Wenn aber jemand von euch Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der allen willig gibt und keine Vorwürfe macht, und sie wird ihm gegeben werden. (Jak 1,5)

Danke Gott allezeit

Darum seid nicht töricht, sondern versteht, was der Wille des Herrn ist! Und berauscht euch nicht mit Wein, worin Ausschweifung ist, sondern werdet voller Geist, indem ihr zueinander in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern redet und dem Herrn mit eurem Herzen singt und spielt! Sagt allezeit für alles dem Gott und Vater Dank im Namen unseres Herrn Jesus Christus! (Eph 5,17-20)

„Werdet voller Geist, indem …“ Loblieder, Danken, Lobpreis und Anbetung sind nicht der musikalische Teil des Gottesdienstes, sondern der Lobpreis in der Gemeinde dient dazu, dass du lernst und übst, dich auf Gott auszurichten und ihm Dank und Anbetung zu bringen. Im Alltag funktioniert es genauso, wie am Sonntag Morgen: Mit Dank und Anbetung treten wir voller Glauben und in der richtigen Haltung vor Gott und empfangen von ihm die Kraft und Hilfe, die wir heute brauchen!

Zurück zur ersten Liebe -Tue die ersten Werke!

„Wäre es nicht toll, wieder jeden Tag mit der Zuversicht, von Gott geliebt zu sein, aufzuwachen, ohne dies durch eigene gute Taten verdienen zu müssen? Das ist der Schlüssel zur ersten Liebe. Versuche nicht sie zu verdienen. Erkenne, dass du angenommen und geliebt bist – nicht für das, was du für Gott tun kannst, oder weil du irgendwie hoffst, dass du seiner Annahme würdig bist, sondern, weil es sein größter Wunsch ist, dich als eines seiner Kinder zu haben.“ ( Zitat aus dem Buch „Der Schrei der Wildgänse“ von Wayne Jacobsen und Dave Coleman, das ich gerne weiterempfehle.)

Im Glauben festgefahren?

Die längsten, fruchtlosen und dürren Zeiten „verdanke“ ich dem Selbstbetrug. Damit meine ich: zu glauben, dass man woanders ist, als es der Realität entspricht.
Der eine Grund kann Ungehorsam gegenüber Gott sein: Weil ich schwierige Schritte ausgespart oder umgangen hatte, glaubte ich Gott müsse nun etwas tun, um die nächsten Schritte zu zeigen und er würde mich nun weiterbringen. Den Stillstand und die Schwierigkeiten deutete ich als Wiederstand des Feindes oder bestenfalls als Prüfung. Der andere Grund kann eine Verstrickung in religiöses Denken sein: Mitarbeit, der Terminplan einer Kirche oder die Prioritäten meiner Gemeinde treten in den Mittelpunkt und verdrängen die Beziehung zu Gott, dem der erste Platz gehört. Auf subtile Weise können fromme Aktivitäten zu einem selbst gemachten und letztendlich totem Ersatz für das Leben mit Gott werden. Nun kann man noch weiter gehen und sich fest einbilden, dass all die Probleme, die Gott nutzen will, um mich wachzurütteln vom Teufel sind und dass ich nur noch härter so weitermachen muss, wie bisher, um zu Gott „durchzubrechen“. Es entsteht mit der Zeit eine komplett festgefahrene Situation. Dabei ist das „Auf der Stelle treten“ nur ein äußerliches Symptom. Im Kern geht es darum, dass sich meine Beziehung zu Gott nicht mehr weiterentwickelt. Was ich tue und wie ich lebe ist ja nur ein Spiegelbild meiner Beziehung zu Gott. Beziehungen ändern das Leben und meinen Weg. Die Beziehung zu Gott hat das Potential alles zu ändern – sogar weit über mein Leben auf der Erde hinaus.

Der Weg Gottes ist Wachstum in vielerlei Hinsicht:
Aber der Pfad der Gerechten ist wie das glänzende Morgenlicht, heller und heller erstrahlt es bis zur Tageshöhe. Der Weg der Gottlosen ist wie das Dunkel; sie erkennen nicht, worüber sie stürzen. (Spr 4,18+19)

Du wirst mir kundtun den Weg des Lebens; Fülle von Freuden ist vor deinem Angesicht, Lieblichkeiten in deiner Rechten immerdar. (Ps 16,11)

… bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zur vollen Mannesreife, zum Vollmaß des Wuchses der Fülle Christi. (Eph 4,13)

Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben. Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluß haben. (Joh 10,10)

Auf dem Weg, den Gott führt, werden uns zahlreiche Prüfungen und Widerstände begegnen, schließlich steht ein großer Teil dieser Welt Gott ablehnend gegenüber und auch der Teufel hat Macht in der Welt. Immer aber werden wir sehen, wie wir durch Gottes Gunst und Gnade auf die Siegerstraße zurück kommen. Wenn wir also dauerhaft nicht weiterkommen, müssen wir Gott bitten, uns die Stelle zu zeigen, wo wir vom Weg abgeirrt sind, damit wir zurückfinden auf den Weg des Lebens und wieder den vollen Segen der Gemeinschaft mit ihm bekommen. Dabei sollten wir auf keinen Fall gleich an die Liste von Dingen denken, in denen wir „versagt“ haben oder was wir alles „für Gott“ tun wollten. Unsere Liste unterscheidet sich in der Regel stark von Gottes Prioritäten. Das sehen wir ja daran, dass die Beschäftigung mit unserer Liste bisher keine Frucht gebracht hat.

Beeindruckende Bilanz, aber wenig Frucht und kein Weg zu sehen?

In der Bibel finden wir das bekannte Beispiel der Gemeinde von Ephesus. Die hatten wirklich eine beeindruckende Bilanz vorzuweisen: Der Apostel Paulus hatte dort jahrelang gelehrt, sie hatten weitere Gemeinden gegründet, sie hatten Erweckung in der römischen Provinz Asien bewirkt, sie waren ein Zentrum der apostolischen Lehre, sie waren ein Zentrum des Gebets … Ich wäre da gern Mitglied gewesen.
Jesus sagte folgendes zu ihnen:
… und du hast Ausharren und hast vieles getragen um meines Namens willen und bist nicht müde geworden. Aber ich habe gegen dich, daß du deine erste Liebe verlassen hast. Denke nun daran, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, so komme ich dir und werde deinen Leuchter von seiner Stelle wegrücken, wenn du nicht Buße tust. (Offb 2,3-5)

So war auch meine Situation: Ich hatte vieles getragen und „ausgeharrt“, aber irgendwie ohne Frucht, Leben und Segen. Weil meine Beziehung zu Jesus sich nicht weiterentwickelt hat! Wenn es dir auch so geht, dann höre, was Jesus auch Dir sagt: Du hast die erste Liebe zu ihm verlassen. „Denke nun daran, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke!“

Die ersten Werke: Prio 1

Was sind das für „erste Werke“ – also aus dem kanaanäischen übersetzt: Worauf muss man achten und was muss man tun, um aus der festgefahrenen Situation rauszukommen und wieder das Leben mit Jesus in vollen Zügen zu genießen? Es ist das, was am Anfang unseres Wegs mit Gott (hoffentlich) im Mittelpunkt stand. Denn so, wie es begann, soll es nach Gottes Wort auch weitergehen:
Wie ihr nun den Christus Jesus, den Herrn, empfangen habt, so wandelt in ihm, … (Kol 2,6)

In den nächsten Folgen werden wir uns die ersten Werke wieder ins Gedächtnis rufen, damit wir danach handeln.

Es ist besser zu wissen, dass man einen bestimmten Schritt nicht gehen will und sich dann mit dem Erreichten zu begnügen, als in Verwirrung und Selbstbetrug zu leben, indem man meint, man habe alles getan und alles „probiert“ und Gott hätte nichts getan. So geraten wir in Verwirrung, stecken womöglich andere damit an und machen Gott zu Lügner. Gott hat uns Freiheit gegeben so weit zu gehen, wie wir es wollen! Und dabei bleibt es. Ich finde es auch nicht gut, wenn manche die Gemeinde immer so weiter treiben möchten. Wonach Gott sucht, ist eine Entscheidung von Herzen aus Liebe und Freundschaft zu ihm! Er gibt Freiheit und ist nicht sauer, wenn du nur ein guter Bekannter von ihm bleiben möchtest. Wenn ich immer wieder in der Gemeinde nach vorne, um mich „hinzugeben“ und feierlich erkläre etwas zu wollen, was ich in Wirklichkeit nicht will, dann führt mich das in Verwirrung und religiöse Verstrickung. Wie befreiend ist es doch statt dessen, wenn wir eine klare Standortbestimmung haben und uns nicht selbst verurteilen müssen, weil Gott es ja auch nicht tut und uns aus reiner Gnade so angenommen hat, wie wir sind.

Wie bleibt man in Gottes Gegenwart?

Ein Psalm. Von David. HERR, wer darf in deinem Zelt weilen? Wer darf wohnen auf deinem heiligen Berg?

Der rechtschaffen wandelt und Gerechtigkeit übt und Wahrheit redet in seinem Herzen,

nicht verleumdet mit seiner Zunge, kein Übel tut seinem Gefährten und keine Schmähung bringt auf seinen Nächsten,

in dessen Augen der Verworfene verachtet ist, der aber die ehrt, die den HERRN fürchten; der, hat er zum Schaden geschworen, es nicht ändert;

der sein Geld nicht auf Zins gibt, und kein <Bestechungs->Geschenk nimmt gegen den Unschuldigen. Wer solches tut, wird nicht wanken in Ewigkeit. (Ps 15)

Gottes Gegenwart erleben und darin bleiben

Natürlich ist der allmächtige Gott auch allgegenwärtig. Aber darum geht es mir nicht. Ich spreche von der erfahrbaren oder „manifestierten“ Gegenwart Gottes. Weil ich von Neuem geboren wurde (Joh 3) und mit dem Heiligen Geist erfüllt wurde, bin ich mit Gott zusammen. (Was vorher nicht der Fall war.)

Genauso, wie menschliche Beziehungen und Begegnungen auch von Gefühlen und Eindrücken begleitet werden, ist das auch bei der Begegnung mit Gott der Fall. Sie sind nicht die Basis oder das Ziel der Beziehung, aber ganz natürliche Begleiterscheinungen. Wenn ich sorgenvoll zu Gott bete und dann Glauben gewinne, dass er mir helfen wird, empfinde ich Frieden und Erleichterung. Wenn ich vor Gott ein reines Gewissen habe, fühle ich Geborgenheit und Ruhe. Wenn ich sehe, wie Gott handelt oder wenn ich mir bewusst bin, dass Jesus mein ganzes Leben ans Kreuz getragen hat, freue ich mich. Das ist ganz natürlich und hat nichts damit zu tun, dass in der Kirche jemand „Lasset uns freuen und fröhlich sein …“ sagt. Aber es geht auch noch darüber hinaus. Wenn Gottes Geist uns erfüllt, kommt wirklich Leben und Kraft in uns hinein und so ist man voller Freude, erleichtert und sehr zuversichtlich. In der Anbetung ist es oft, als würde man den Thronsaal Gottes betreten. Voller Ehrfurcht und Staunen steht man in der heiligen Gegenwart Gottes. Gelegentlich kommt der Heilige Geist auch mit seinem grellen Licht, das alles aufdeckt, was verborgen ist und ich bin erschüttert und beunruhigt – bis ich es vor Gott bereinigt habe. Manchmal kommt der Geist auch auf eine ganze Versammlung und wirkt auf verschiedene Weise, so dass einige lachen andere weinen und wieder andere neuen Glauben und Kraft vom Herrn empfangen. Es gibt „mancherlei Austeilungen des Heiligen Geistes“ (Hebr 2,4) …
Meistens ist es der „leise Wind“ (1.Kön 19,12), der uns spürbar macht, dass Gott, unser Vater, bei uns ist. Es ist schön und sehr nützlich in Gottes Gegenwart zu bleiben, seine Stimme zu hören und immer mit ihm zu gehen. Das ist das ewige Leben: Gott kennen und bei ihm sein (Joh 17). Es beginnt hier! Dafür nennt Ps 15 einige einfache Voraussetzungen.

Bleibe auf dem Weg mit Gott – dies sind die Leitplanken

Wenn ein Auto in die Leitplanken kracht, geht es ohne Abschleppdienst und Reparatur nicht mehr weiter. Wenn du mit voller Wucht in die Leitplanken von Ps 15 krachst, wirst du Hilfe brauchen für Buße und Wiederherstellung. Hier sind die göttlichen Begrenzer:

  • „Der rechtschaffen wandelt und Gerechtigkeit übt …“ Das bedeutet, Gehorsam gegenüber den grundlegenden Geboten, wie den 10 Geboten und dem, was Gott dir darüber hinaus klar mitgeteilt hat.
    «Man hat dir mitgeteilt, o Mensch, was gut ist. Und was fordert der HERR von dir, als Recht zu üben und Güte zu lieben und demütig zu gehen mit deinem Gott?» (Micha 6,8)
  • „ … und Wahrheit redet in seinem Herzen, “ Wenn du im Geist Gottes bleiben willst, kannst du deine Gedanken nicht mit dem Schmutz dieser Welt füllen. Was soll in dir drin sein? Richte dich innerlich auf Jesus und die Dinge seines Reiche aus! (siehe auch Kolosser 3,1+2)
    Ausserdem geht es hier auch um das große Thema Aufrichtigkeit vor Gott. Bleibe bei der Wahrheit – auch über dich selber.
  • „ … nicht verleumdet mit seiner Zunge …“ Gott will unseren Worten Vollmacht geben und uns zum Segen und nicht zum Fluch für andere machen. Das große Thema „Zunge“ findest Du z.B. hier: Lk 6,45; Jak 1,26 und 3,4-12; 1.Petr 3,10
  • „kein Übel tut seinem Gefährten und keine Schmähung bringt auf seinen Nächsten“ Jesus und die Apostel haben geboten, die Geschwister im Glauben zu lieben (Joh 15,9-12). Wenn wir den Nächsten lieben (z.B. auch in unserer Familie), handeln wir automatisch in Gottes Sinn (Mt 22,39 u.v.a). Die selbstlose Liebe ist Gottes eigenes Wesen und bedeckt eine Menge Sünden (1.Petr 4,8).
  • „in dessen Augen der Verworfene verachtet ist, der aber die ehrt, die den HERRN fürchten; “ Heute werden die hochgejubelt, die es am Schlimmsten treiben. Wir können frei vom Menschenfurcht das Gute gutheißen und das Böse zurückweisen. Wer sind deine Vorbilder? Ist es in Ordnung, weil es im Fernsehen kommt oder alle es toll finden?
  • „der, hat er zum Schaden geschworen, es nicht ändert;“ Gott ist absolut treu und verlässlich. Was er sagt, gilt. Wenn wir das erfahren wollen, müssen wir diesem Beispiel nachfolgen. Damit wir damit nicht überfordert werden, rät Gott dringend von Schwüren und großartigen Erklärungen ab, die uns am Ende nur selbst verurteilen. Ein klares Ja oder Nein will Gott hören. (Mt 5,37; Jak 5,12)
  •   „ … der sein Geld nicht auf Zins gibt, und kein <Bestechungs->Geschenk nimmt gegen den Unschuldigen.“ Habgier ist eine der großen Quellen für das Böse in der Welt. Du kannst nicht Gott dienen und dem Mammon (Lk 16,13; 1.Tim 6,10; Hebr 13,5).

Wer solches tut, wird nicht wanken in Ewigkeit. – Ein großartiges Versprechen! Dazu kann man nur noch „Amen!“ sagen.

Frieden in 2013

Nur wenig Frieden auf dieser Welt

Frieden ist auf dieser Welt etwas Kostbares und Vergängliches. Man kann weit in den Wald hineinlaufen, bis man allein ist – dann hat man Frieden. Aber selbst dort können einen Sorgen, Wut und Bitterkeit erreichen, die man selber im Herzen dorthin mitgebracht hat. Unter Sündern und unvollkommenen Menschen, die wir nun mal sind, ist Frieden ohnehin etwas relatives. Manchmal nur ein „Waffenstillstand“.

Ich meine, dass Frieden auf dieser Welt nur durch Macht entsteht. Gut geordnete Staaten, die auch wirtschaftlich gesund sind, können ihren Bürgern ein Leben in relativem Frieden ermöglichen. In vielen Ländern der Erde herrscht aber Kampf um die knappen Ressourcen oder es rivalisieren verschiedene Gruppen um die Macht. Sogenannte „gescheiterte Staaten“ haben ausserhalb der Hauptstadt kaum Einfluss und versinken in Chaos und Gewalt. Die Bibel kündigt sogar eine Zeit an, in der Gott „den Frieden von der Erde nehmen“ wird (Off 6,4). Wir haben ja auch schon solche Zeiten gesehen in den Weltkriegen.

Nicht viel besser ist es oft um den Frieden in uns bestellt. Sorgen, Mangel, Enttäuschungen und Verletzungen verfolgen uns und machen unser Herz zu einem Ort des Unfriedens. Manchmal braut sich aus all den negativen Zutaten und nicht zuletzt aus unserer egoistischen Sicht auf die Welt ein explosives Gemisch aus Wut, Bitterkeit und vielleicht sogar Hass zusammen.

Ein Reich des Friedens

In Gottes Reich herrscht ewiger und unerschütterlicher Frieden. Der Grund dafür ist leicht zu verstehen: Es wird von Gott regiert. Seine gewaltige Macht und seine vollkommene Gerechtigkeit garantieren diesen Frieden für immer! Er ist der „Friedefürst“. Dieses Reich ist noch nicht sichtbar, wird aber schon mitten unter uns im Verborgenen aufgerichtet. Wo Gott gegenwärtig ist, wo er Gebet erhört, wo er angebetet und verehrt wird, wo Menschen sich von seinem Geist leiten lassen, wo sein Wort Gesetz ist und höchste Autorität hat, da ist heute das Reich Gottes. Überall, wo es aufgerichtet wird, erfährt es auch „Erschütterungen“ mit dem Ziel, dass „die unerschütterlichen Dinge bleiben“. (Hebr 12,26-28) Das sind die Dinge, die nach seinem Plan und seiner Weisung gebaut wurden. Das Reich Gottes steht heute jedem Gläubigen offen. Jeder kann heute entscheiden, ob er Teil dieses Friedensreichs sein möchte. Es entschiedet sich ganz einfach an der Frage, ob du dich der Herrschaft des Königs unterordnen willst, den Gott eingesetzt hat und in dem er sich selber den Menschen zeigt. Es ist der Herr Jesus Christus.

Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens. (Jes 9,5)


Frieden in Dir – vom Himmel

Und plötzlich war bei dem Engel eine Menge der himmlischen Heerscharen, die Gott lobten und sprachen: Herrlichkeit Gott in der Höhe, und Friede auf Erden in den Menschen des Wohlgefallens! (Lk 2,13-14 Elberfelder Üb.)

Durch den Heiligen Geist können wir Frieden in allen Lebenslagen in uns haben. Weil wir in dem Kreuz den Beweis sehen, dass Gott uns bedingungslos liebt und weil wir auf die Allmacht Gottes vertrauen, haben wir Frieden im Glauben. Dieser Frieden lässt sich aber nicht erzeugen oder herbeireden. Es ist das, was wir fühlen, wenn Gottes Geist in uns gegenwärtig ist. Wenn wir „von neuem geboren“ sind (Joh 3), lebt Jesus durch den Heiligen Geist in uns. Der Frieden seines Reiches ist in uns und macht uns immer „unerschütterlicher“ – je mehr wir lernen auf den Herrn zu vertrauen.

In Sorgen und Bedrückung praktiziere ich das „Durchbeten“. Ich vermeide es, mich auf das Problem zu fokussieren und denke an die Worte in der Bibel, die mir eine Lösung des Problems versprechen. Ich tue das aktiv und ganz absichtlich. Jeden Tag spreche ich aus, was Gott mir versprochen hat. Dann lobe ich Gott und singe ihm Lieder. Ich danke ihm für alles, was er mir Gutes getan hat. Ich bekenne auch meine Schuld vor Gott, um mich zu reinigen und dadurch empfänglicher zu werden für seine heilige Gegenwart. Ich lasse nicht locker, bis ich Antwort von Gott habe. Warum soll ich im Ungewissen bleiben, ob Gott mich erhört hat? Wo ich doch Zugang zu ihm bekommen habe? Wer wenig Glauben hat, probiert es mal mit Gebet. Diejenigen, die schon mehr Glauben gefunden haben, wissen, dass Gott für sie da ist und lassen nicht locker, bis sie eine Antwort haben. Immer kommt der Moment, wo ich Gottes Frieden in mir spüre. Alles ist in Ordnung, wenn Gott da ist. Sein Frieden ist mein Zufluchtsort, meine Burg und meine hohe Festung.

Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch. Euer Herz werde nicht bestürzt, sei auch nicht furchtsam. (Joh 14,26+27)

Wir wünschen allen Lesern ein schönes Weihnachtsfest und ein reich gesegnetes Jahr 2013!

Worauf Gott Lust hat

Das Fett der Nieren und der Lappen über der Leber

Und von dem Heilsopfer soll er dem HERRN ein Feueropfer darbringen: das Fett, das die Eingeweide bedeckt, und alles Fett, das an den Eingeweiden ist,die beiden Nieren und das Fett, das an ihnen und das an den Lenden ist, und den Lappen über der Leber: bei den Nieren soll er es abtrennen. Und die Söhne Aarons sollen es auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen, auf dem Brandopfer, das auf dem Holz über dem Feuer ist: ein Feueropfer ist es als wohlgefälliger Geruch für den HERRN. (3.Mose 3,3-5)

Das Heilsopfer (auch Friedensopfer oder Gemeinschaftsopfer) war ein freiwilliges Opfer, das aus Dankbarkeit Gott gebracht wurde. Es ist ein Opfer, das den Bund mit Gott bekräftigte und mit dem Gemeinschaft (Zusammensein, im Bund mit einander stehen) mit Gott hergestellt wurde. Während man heute das Fleisch lieber mager isst, wurde früher das Fett wertgeschätzt. Das Fett der Nieren und der Innereien ist also das Symbol der inneren Werte, die hier Gott zum „wohlgefälligen Geruch“ als Opfer gebracht werden.

Gottes Wertschätzung gilt den inneren Werten. Tief in unserem innersten Menschsein sucht er nach den Werten und dem Geist, den er in uns wohnen lässt.

Nur wenn wir unser Innenleben Gott hingeben und „Wahrheit im Innern“ haben, haben wir echte Gemeinschaft mit Gott. Das ist das Gott wohlgefällige Opfer und echte Anbetung.

Siehe, du hast Lust an der Wahrheit im Innern, und im Verborgenen wirst du mir Weisheit kundtun. (Ps 51,8)

Die wahren Anbeter beten Gott „im Geist und in der Wahrheit“ an und der „Vater, der im Verborgenen sieht“ belohnt sie. (Joh 4,23; Mt 6,8)

Gott sieht das Herz

Wenn die Bibel von unserem inneren Leben spricht, wird meistens der Begriff „Herz“ verwendet. Dieser Begriff wird viel öfter gebraucht als Begriffe wie z.B. „Geist“, „Seele“, „Gedanken“. „Herz“ meint das, was wir hinter der Fassade sind. Unser wahres Ich – unsere Persönlichkeit.

Das wird in folgendem Vers klar:

Wie im Wasser das Gesicht dem Gesicht entspricht, so das Herz des Menschen dem Menschen. (Spr 27,19)

So wie sich unser Gesicht im Wasser spiegelt, so entspricht unser „Herz“ unserer ganzen Persönlichkeit. Es zeigt, wie wir wirklich im Innern sind. Gott sucht auf der ganzen Erde nach Menschen, deren Herz auf ihn gerichtet ist. Deren Motive und Gedanken von seinem Geist und von der Liebe zu ihm bestimmt sind.

Denn des HERRN Augen durchlaufen die ganze Erde, um denen treu beizustehen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist. (2 Chr 16,9a)

Das ist eine der großen Offenbarungen der Bibel: Gott möchte kein unnahbarer Gott sein und was er will sind nicht Rituale, Abgaben, Opfer, Geld oder Macht. Er sucht nach inneren Werten wie Wahrhaftigkeit, Freundschaft, Vertrauen und Treue. Er sucht Freundschaft und Herzen, die Ihm zugewandt sind. Das ist weit entfernt von dem, was die meisten Menschen von „Gott“ erwarten. Er achtet auf dich! Er interessiert sich nicht für dein Geld, dein Können oder dein Versagen. Er sucht nicht Perfektion oder Leistung, sondern ein Herz, das ihm Freundschaft und Treue anbietet. Einen solchen Menschen fand Gott in David:

Ich habe David gefunden, meinen Knecht. Mit meinem heiligen Öl habe ich ihn gesalbt. (Ps 89,21)

…, erweckte er ihnen David zum König, welchem er auch Zeugnis gab und sprach: „Ich habe David gefunden, den Sohn Isais, einen Mann nach meinem Herzen, der meinen ganzen Willen tun wird.“ (Apg 13,22)

Was war besonders an David? Er war nicht perfekt, er war in seiner eigenen Familie eine Randfigur und sein Leben war geprägt von Kämpfen und zerbrochenen Beziehungen. Gott sah etwas anderes. Er sah auf sein Herz. Als Davids Brüder zu Samuel geführt wurden, damit er den künftigen König aussuchen sollte, sagte Gott:

Aber der HERR sprach zu Samuel: Sieh nicht auf sein Aussehen und auf seinen hohen Wuchs! Denn ich habe ihn verworfen. Denn der HERR sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Denn der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist, aber der HERR sieht auf das Herz. (1.Sam 16,7)

Die gute Nachricht ist: Wir haben von Gott die Kraft bekommen, uns von unserer natürlichen Identität abzuwenden und unser Herz auf Gott zu richten. Ein anderer Geist wohnt jetzt in uns, der uns andere Motive, innere Einstellungen und Denkweisen vermittelt. Es ist der Heilige Geist Gottes! Er strebt danach, dass wir das alte Wesen loslassen und uns den neuen inneren Werten zuwenden.

Oder meint ihr, daß die Schrift umsonst rede: «Eifersüchtig sehnt er sich nach dem Geist, den er in uns wohnen ließ? (Jak 4,5)

Der Schatz im Acker

Das Reich der Himmel gleicht einem im Acker verborgenen Schatz, den ein Mensch fand und verbarg; und vor Freude darüber geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker. (Mt 13,44)

Ein Mann arbeitete für einen kargen Lohn auf einem fremden Acker. Tag für Tag dieselbe Plackerei, immer der gleiche Acker und das, was auf dem Acker wuchs, war nicht sein Gewinn, sondern für andere bestimmt. Wer konnte es ihm da verübeln, dass er nur gerade soviel arbeitete, wie er unbedingt musste.

Aber eines Tages fand er einen Schatz im Acker! Mitten in diesem eintönigen Alltagsleben. Er sah den großen Glücksfall, die eine und wahrscheinlich einzige große Chance in seinem Leben: Er fühlte sich wie elektrisiert, es war für ihn keine Frage alles daranzusetzen, um diesen Schatz zu bekommen.

Einfach nachts hingehen und den Schatz heimlich ausbuddeln? Nein das ging nicht, denn die Feldhüter seines Herrn bewachten den Acker gut, außerdem wäre schnell bekannt geworden, dass er plötzlich reich geworden war und sein Herr hätte den Schatz von ihm zurückgefordert, weil es ja sein Acker war. Er musste den Schatz also auf rechtmäßige Weise von seinem Herrn bekommen. (2. Tim 2,5). Also erstmal wieder Erde darüber! Dann ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, um das Geld für den Acker zusammen zu bekommen. Es fiel ihm nicht leicht all die Sachen wegzugeben, die er von seinem geringen Lohn in jahrelanger Arbeit zusammen gespart hatte. An vielem hingen auch Erinnerungen an sein vergangenes Leben. Und was, wenn es nicht reichen würde den Acker zu kaufen? Wie stände er dann da? Er musste auf die Gnade seines Herrn vertrauen. – Und wenn der Schatz womöglich gar nicht so wertvoll ist, wäre dann nicht die ganze Anstrengung umsonst? Schließlich hatte er doch alles verkauft. Sein altes Leben gab es nicht mehr: Seine ärmliche Hütte und alle seine Habseligkeiten waren verkauft. Buchstäblich im letzten Hemd ging er zu seinem Herrn und bat ihn, ihm den Acker zu verkaufen. Sein Herr war ihm gnädig und verkaufte. Mit Brief und Siegel wurde er Besitzer des Landes und des Schatzes.

Inzwischen hat er sich ein neues großes Haus gebaut und ist einer der reichsten Männer des Landes. Und er ist ein wenig berüchtigt dafür, dass er jedem, der es wissen will und oft genug auch denen, die es nicht wissen wollen erzählt, wie es damals war, als er den Schatz im Acker fand.

Gott ist Dir nahe!

Ein überraschendes Bild von Gott

Paulus predigte in Athen. Die Leute, zu denen er sprach, waren uns in mancher Hinsicht ähnlich. Sie wollen immer etwas Neues wissen und lernen, liebten es zu reden und zu diskutieren und sie waren nicht an religiösen Fragen interessiert. Sie hatten einen Zoo verschiedener Götter, die sie aber zu der Zeit nicht mehr so ernst nahmen. Nun ist es interessant, wie Paulus ihnen Gott vorstellt. Was ist das wichtigste, das man über Gott wissen sollte, wenn man ihn noch gar nicht kennt? Paulus setzt einige überraschende Schwerpunkte:

Der Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind, auch wird er nicht von Menschenhänden bedient, als wenn er noch etwas nötig hätte, da er selbst allen Leben und Odem und alles gibt. Und er hat aus einem jede Nation der Menschen gemacht, daß sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, wobei er festgesetzte Zeiten und die Grenzen ihrer Wohnung bestimmt hat, daß sie Gott suchen, ob sie ihn vielleicht tastend fühlen und finden möchten, obwohl er ja nicht fern ist von jedem von uns. Denn in ihm leben und weben und sind wir, wie auch einige eurer Dichter gesagt haben: Denn wir sind auch sein Geschlecht. Da wir nun Gottes Geschlecht sind, sollen wir nicht meinen, daß das Göttliche dem Gold und Silber oder Stein, einem Gebilde der Kunst und der Erfindung des Menschen, gleich sei. Nachdem nun Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat, gebietet er jetzt den Menschen, daß sie alle überall Buße tun sollen, weil er einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis richten wird in Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und er hat allen dadurch den Beweis gegeben, daß er ihn auferweckt hat aus den Toten. (Apg 17,24-31)

Nachdem er den „Gott des Himmels und der Erde“ vorgestellt hat, der wirklich Gott und keine Erfindung von Menschen ist und auch die Menschen nicht nötig hat, kommt er auf Adam zu sprechen und dass Gott jedem Menschen bis heute das Leben gibt. Was ist nun Gottes Plan für den Menschen – für seine begrenzte Zeit hier auf der Erde? „daß sie Gott suchen, ob sie ihn vielleicht tastend fühlen und finden möchten, obwohl er ja nicht fern ist von jedem von uns.“ Gott ist nicht fern von uns und obwohl wir oft im Dunklen tappen und in Sachen Gott nicht klar sehen, können wir ihn „finden und fühlen“! Unser Leben kommt von ihm, hat einen Sinn und einen Plan, der von Gott festgesetzt wurde und wenn wir bereit sind uns Gott zuzuwenden, können wir den Gott sehen, der unser Bestes will und der sozusagen unser Lebensraum ist: „Denn in ihm leben und weben und sind wir“.

In der Übertragung „Hoffnung für alle“ wird die Stelle so wiedergegeben:

Das alles hat er getan, weil er wollte, dass die Menschen ihn suchen. Sie sollen ihn spüren und finden können. Und wirklich, er ist jedem von uns ja so nahe! Durch ihn allein leben und handeln wir, ja, ihm verdanken wir alles, was wir sind. So wie es einige eurer Dichter gesagt haben: „Wir sind seine Kinder.“ (Vers 27 u. 28)

Gottes Nähe finden und spüren

Gott will das du ihn suchst. Am Ende dieser Suche steht keine faule Ausrede wie „der Weg ist das Ziel“ oder „ist es nicht wunderbar, wie wir Gott immer suchen und doch nie finden“. Gott will, dass wir ihn „spüren und finden können“.

Das hat Gott schon immer gesagt und betont – auch durch die Propheten Israels:

Denn ich kenne ja die Gedanken, die ich über euch denke, spricht der HERR, Gedanken des Friedens und nicht zum Unheil, um euch Zukunft und Hoffnung zu gewähren. Ruft ihr mich an, geht ihr hin und betet zu mir, dann werde ich auf euch hören. Und sucht ihr mich, so werdet ihr mich finden, ja, fragt ihr mit eurem ganzen Herzen nach mir, so werde ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR. Und ich werde euer Geschick wenden … (Jer 29,11-14a)

Die Bibel meint mit „Herz“ deine innere Einstellung – das, was dich im Innersten bewegt. Man sucht nur nach wertvollen Dingen. Mit Gott ist es nicht anders. Nur wenn er dir wertvoll ist, wirst du ihn suchen. Das ist der Beginn einer weiten Reise, auf der dein Herz verändert wird, so das Gott darin die Nummer eins wird. Es ist aber nicht so, dass wir zuerst in Vorleistung gehen müssen und dann irgendwann Gott begegnen. Sobald wir die ersten Schritte tun, kommt Gott uns entgegen:

Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater. Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und wurde innerlich bewegt und lief hin und fiel ihm um seinen Hals und küßte ihn. (Lk 15,20 – Gleichnis vom verlorenen Sohn)

Naht euch Gott! Und er wird sich euch nahen. Säubert die Hände, ihr Sünder, und reinigt die Herzen, ihr Wankelmütigen! (Jak 4,8)

Am Anfang steht oft, dass du dich mit deiner Not an Gott wendest. Weil wir von Natur aus von Gott getrennt sind, haben wir keine Motivation Gott zu suchen solange alles funktioniert und es uns gut geht. „Not lehrt beten“ ist sicher nicht das angenehmste und einzige Konzept, aber es funktioniert.

Meine eigene Erfahrung

Ich war schon etliche Jahre Christ, als ich in ernsthafte Schwierigkeiten geriet und oft depressiv war. Gott schien weit weg zu sein. Mangels anderer Alternativen versuchte ich zu Gott durchzudringen. Stundenlang ging ich durch einen nahegelegen Wald und versuchte all das zu praktizieren, was ich bis dahin über Gott gelernt hatte. Ich begann mit Danken und Lobliedern (ich kann nicht singen, aber den Bäumen ist es egal und Gott gefällt es). Dann bekannte ich meine Sünden, die mir bewusst waren vor Gott und zum Schluss wendete ich mich mit meinen Anliegen an ihn. Es ist wie eine Audienz beim König. Man bereitet sich vor, kommt mit Dank in sein Tor und wird dann von dem heiligen Geist in den Thronsaal geführt. Dort gilt es erstmal sich zu beugen und zu hören, was der König zu sagen hat. Niemand kommt bei einer hochgestellten Persönlichkeit zur Tür hereingeplatzt und quasselt drauf los. Die das so betreiben, zeigen damit nur, dass sie keine Gottesfurcht haben.

Bewahre deinen Fuß, wenn du zum Haus Gottes gehst! Und: Herantreten, um zu hören, ist besser, als wenn die Toren Schlachtopfer geben; denn sie sind Unwissende, so daß sie Böses tun. – Sei nicht vorschnell mit deinem Mund, und dein Herz eile nicht, ein Wort vor Gott hervorzubringen! Denn Gott ist im Himmel, und du bist auf der Erde; darum seien deine Worte wenige. (Pred 4,17-5,1 vergl. Mt 6,7)

Mit der Zeit wurde ich besser. Das ist keine verrückte Aussage. Die Bibel sagt ausdrücklich, dass wir es üben sollen mit Gott zu gehen. Zum Beispiel hier:

Die unheiligen und altweiberhaften Fabeln aber weise ab, übe dich aber zur Gottseligkeit; denn die leibliche Übung ist zu wenigem nütze, die Gottseligkeit aber ist zu allen Dingen nütze, weil sie die Verheißung des Lebens hat, des jetzigen und des zukünftigen. (1.Tim 4,7+8)

Immer öfter hatte ich echte Begegnungen mit Gott im Wald. Eine regelmäßige Erfahrung war, dass ich in den Frieden Gottes kam. Wo Gott gegenwärtig ist, ist Frieden spürbar. Das ist ein sehr großes Thema. Gott kann uns z.B. durch diesen Frieden leiten und uns helfen seine Gedanken von unseren eigenen Ideen zu unterscheiden. Darauf möchte ich jetzt nicht eingehen. Es ist aber sicher eine typische Erfahrung, wenn man nach Gott sucht. Dieser Frieden kann so stark werden, dass man sich fühlt, als wäre man herausgenommen aus dieser Welt – was wir im geistlichen Sinn ja auch sind. Manchmal ist es einfach Zeit sich vor Gott zu beugen und in Ehrfurcht neben ihm zu stehen, wie die Diener in Thronsaal stehen und auf das Wort ihres Herrn warten. Manchmal leitet Gott dich an, in der Autorität, die er dir gegeben hat zu deinen Problemen zu sprechen. Manchmal zeigt sich der Herr auch von der gesprächigen Seite und dann ist der kostbare Moment da, wo man ihn mit Fragen löchern kann und man tragfähige Antworten und sehr viel Weisheit bekommt.
Ganz „nebenbei“ baut sich dabei die Beziehung zu Gott auf. Während man einen weltlichen König nicht immer aufsuchen kann, haben wir als Kinder Gottes freie Bahn. Ich stellte auch fest, dass unsere Beziehung noch nicht so weit war, dass ein täglicher Besuch wirklich ausgefüllt wurde. Deshalb ging ich nur alle drei Tage in den Wald, anstatt mich mit einer täglichen Gebetszeit herumzuquälen, in der nichts passiert. Später verkürzte ich dann auf zwei Tage.

Bis zum Waldrand waren es ca. 10 Minuten. Schließlich war ich so „geübt“, dass ich immer am Waldrand in der Gegenwart Gottes war. Falls nicht, begann ich nach der Ursache zu suchen. War ich meinem hochgestellten Freund und Vater ungehorsam? Hatte ich kein Vertrauen zu ihm? Hatte ich mich von Ihm entfernt?

Wenn man sich oft besucht, lernt man sich kennen und es fällt dann auch im Alltag sehr viel leichter mit Gott verbunden zu sein. Heute habe ich eine Familie, einen Job, einen Garten … Aber ich bin mit Gott zusammen. Ich habe es im Wald gelernt, wie man es macht und was viel wichtiger ist: Ich habe Gott tiefer und selber kennengelernt.

Es spielt keine Rolle, wenn du keinen Wald oder keine Zeit hast. Gott hat für jeden den richtigen und absolut machbaren Weg. Wenn man glaubt, es sei so schwierig und fast unmöglich Gott zu begegnen, dann widerspricht dies dem Wort Gottes! (Siehe oben). Diese Überzeugung stammt aus religiösen Systemen in denen es häufig tatsächlich unmöglich ist Gott zu begegnen. 🙁 Löse dich davon! Gott ist dir nahe!

Warum Gott sich so schlecht verkauft

Könnte Gott nicht etwas mehr tun, um seine Sache voranzubringen? Es wäre doch für Gott kein großes Ding: ein paar Heilungen mehr und die Gemeinde wäre voll und könnte einen Erweiterungsbau finanzieren. Aber irgendwie scheint er keinen Sinn für gutes Marketing zu haben – oder woran liegt es? Die einfache Antwort ist: Gott hat schon alles getan.

Gott will nichts bewirken

Jeder will andere beeinflussen, z.B. seine eigene Meinung und Überzeugung vertreten und verbreiten. Oder nur auf die eigene Bedürftigkeit hinweisen. Menschen sollen dazu bewegt werden Geld für eine Sache auszugeben, sich auf vorgegebene Ziele auszurichten oder Beachtung zu schenken. Das ist so in der Wirtschaft, in der Politik und in fast jeder Art von zwischenmenschlicher Beziehung – es ist der Versuch den Anderen zu irgendetwas nützlichem zu bewegen.

Die Triebkraft hinter all dem ist der Mangel, der alles in der Welt prägt. Der Mangel an Ressourcen, Zuwendung, Liebe, Frieden, Sicherheit … Daraus ergibt sich die Notwendigkeit den Nächsten „anzuzapfen“ oder auf der anderen Seite die Notwendigkeit sich vor dem „Angezapft-werden“ zu schützen und deshalb tätig zu werden.
Gott ist frei von alledem! Er geht die Extra-Meile, er hält die andere Wange hin, er nutzt nicht einmal seine Knechte aus, die sich ihm freiwillig zur Verfügung gestellt haben. Sein Denken ist uns auch in diesem Punkt erstmal fremd: Er will nichts bewirken, er will uns nicht für irgendwas verbiegen. Es geht nicht um irgendwelche Ziele und Taten im Reich Gottes. Er ist selbstlos! Er will uns nur deshalb ganz für sich, weil er uns liebt. Dies ist das einzige Motiv und Gott ist auch in diesem Punkt völlig rein.

Was hat Jesus getan, um der bekannteste Mann der Weltgeschichte und der Heiland der ganzen Welt zu werden? War es sinnvoll geplant und durchorganisiert? Effektiv? Strategisch gut? Daran kann man zweifeln. Seine Taten waren gar nicht auf ihn selber gerichtet, sondern es waren Taten aus Motiven wie Barmherzigkeit, Liebe, Wahrhaftigkeit, Ehrfurcht vor Gott … Sein Dienst war ohne Politik für Ihn selber!

Wie sehr wünschen wir, dass Gott mehr für seine Zwecke bewirkt! Dass er für seine Sache stärker eintritt. Aber Gott ist größer und reiner, als wir es uns vorstellen: Er braucht nicht mitzukämpfen in dem Kampfgetümmel dieser Welt. Er hat keinen Mangel und es gibt keinen Zweifel daran, dass er sein Ziel erreichen wird. Er braucht daher nicht ständig zu ackern und zu wirken, um mit seiner Sache gegen den Teufel durchzukommen. Er hat alles vollbracht und ruht nun von seinen Werken. In diesen Frieden können auch wir hineinkommen:

Also bleibt noch eine Sabbatruhe dem Volk Gottes übrig. Denn wer in seine Ruhe eingegangen ist, der ist auch zur Ruhe gelangt von seinen Werken wie Gott von seinen eigenen. Laßt uns nun eifrig sein, in jene Ruhe einzugehen, damit nicht jemand nach demselben Beispiel des Ungehorsams falle! (Hebr 4,9-11)

Der Glauben richtet sich aktiv (hier steht „eifrig“) auf das, was Gott getan hat. So habe ich Frieden: Ich glaube, dass ich durch das Opfer von Jesus mit Gott im Reinen bin. Im Glauben vertraue ich mich Gott jeden Tag neu an und lassen mein Leben ein Stück weit los, indem ich mich durch sein Wort und seinen Geist leiten lasse. Alles ist ok., wenn mein großer Freund und Herr bei mir ist. Dies geschieht, wenn ich meine Gedanken und Motive auf Gott und sein Wort ausrichte. Ich strebe aktiv danach mit Gott von Herzen übereinzustimmen. Ich bleibe auf diese Weise in dem Geist Gottes und erfahre dann auch die Realität und Kraft seiner Gegenwart.

Ich will auch nichts bewirken

Ein großer Frieden und Segen für mich und andere liegt darin, niemanden beeinflussen zu müssen, nichts bewirken zu wollen für selbstsüchtige Zwecke. Das gilt besonders für das Zusammenleben in der Gemeinde. Der Nächste kann sich dann sehr wohl und sicher in meiner Nähe fühlen, weil er weiss, dass ich ihm Freiheit gebe und keinerlei Anspruch gegen ihn erhebe oder irgendeine Leistung oder Unterlassung von ihm fordere. So kann eine Gemeinschaft im Heiligen Geist entstehen, die wirklich das Reich Gottes widerspiegelt, in dem es keinen Mangel gibt. Die Gemeinde ist dann ein Ort wo jeder das beiträgt, was Gott ihm gegeben hat, statt ein Ort wie andere in der Welt zu sein, wo eine Vielzahl von Bedürfnissen und Anforderungen mühsam durch Kompromisse und Regeln (und Kämpfe) unter einen Hut gebracht werden müssen. Wo wenig gegenseitige Ansprüche erhoben werden, ist Frieden und Freiheit.

In diese Ruhe des Glaubens können auch wir hineingehen. In der Ruhe des Glaubens verspüre ich keinen Drang etwas zu bewirken, genauso wenig wie Gott, sondern in seinen Geist handle ich aus Erbarmen und Liebe ohne Berechnung und die Erfüllung von allem was Gott gesprochen hat findet sich in diesen vorbereiteten Werken. Das Wort Gottes erfüllt sich. Es wurde gesprochen und nun ruht Gott von seinem Werken. In seinem Geist erfüllt sich auch in meinem Leben das Wort Gottes – in der Ruhe des Glaubens.

Denn wir sind sein Gebilde, in Christus Jesus geschaffen zu guten Werken, die Gott vorher bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen. (Eph 2,10)

Die Verführung: Den Namen des Herrn benutzen, um etwas zu bewirken.

Da Gott alles hat und wir so viel brauchen, liegt es nahe Gott anzuzapfen und für unsere Bedürfnisse zu nutzen. Das gilt besonders für das organisierte Christentum mit der Vielzahl an Problemen, Erfordernissen und nicht zuletzt dem hohen Bedarf an Finanzen, um all das Gute tun zu können. Und schwupdiwup: Zur Kirche gehen ist „Gottesdienst“ (es ist gut für die Kirche – also auch für Gott). Nachfolge bedeutet Geld spenden und den Rest kann man vergessen. Was für die Kirche gut ist, ist „für Gott“ und wer dabei ist und doch nicht alles toll findet, ist eine Art Ketzer. Eigentlich geht es um die Organisation, die Gemeinde oder die Kirche, aber um die Leute anzuzapfen muss es natürlich „für Gott“ sein. Leicht entwickelt sich eine Denkweise, die Gott so als Mittel zum Zweck sieht. Der Zweck ist gut – also ist es „für Gott“ und es wird als selbstverständlich angenommen, dass Gott dies alles unterstützen wird. Gott ist so das Mittel zum (guten) Zweck.

Judas wollte Jesus als Messias sehen, der Israel befreit. Als er sah, dass Jesus nicht in seinen Sinn wirken wollte, verriet er ihn. Gott zu „benutzen“ ist eine Dummheit. Alle Versuche Gott zu etwas zu bewegen und vor den eigenen Karren zu spannen sind von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Gott hat sich nur einmal in die Hände der Menschen gegeben: Als Opfer am Kreuz. Er verkaufte sich nur einmal als Lösegeld für dich! Nun ist es vollbracht und die Tür steht offen. Du musst Gott nicht beraten, ihn anbetteln oder beeindrucken.

Niemals kann man Gott irgendwie lenken, auf den zweiten Platz versetzen oder beeinflussen. Alle, die das tun wollten sind in tiefste Finsternis gefallen: Satan, Judas, die Päpste des Mittelalters, die Leiter, die nur Ihre Organisation und Karriere im Kopf haben, wenn sie an Gott und sein Reich denken und schließlich über sich selber stolpern …
Wer Gott beeinflussen oder beraten oder „nutzen“ will, erhebt sich über Gott. Darum führen die Kraftanstrengungen, die darauf gerichtet sind „den Arm Gottes zu bewegen“ in die Depression und religiöse Bitterkeit. Ich habe es mehrmals miterlebt, wie bitter es ist, wenn ganze Gemeinden sich darauf versteifen, dass diese eine Person geheilt werden muss, dass dieses eine Projekt nicht scheitern darf usw. Dann wird Gott mit Fasten und Gebet bearbeitet – bis zur bitteren Enttäuschung. Weil es Überheblichkeit ist! Die Bibel sagt es klar:

Es gibt keine Weisheit und keine Einsicht und keinen Rat gegenüber dem HERRN. (Spr 21,30)

Also: Er gibt keine Methoden, oder Wege oder Ratschläge, die dazu führen, dass Gott so funktioniert, wie wir es wollen.

Freunde nutzen einander nicht aus

Die Freunde Gottes konnten und können Gott überreden! Abraham überredete Gott in Sachen Sodom und Gomorrah. Mose konnte Gott umstimmen, als der das Volk Israel vernichten wollte. Sie waren Freunde Gottes und konnten tatsächlich „den Arm Gottes bewegen“. Warum? Weil sie Freunde waren, die mit Gott reden konnten ohne ihn manipulieren zu wollen. Freunde wollen keinen „Einfluss ausüben“ oder einen Kuhhandel abschließen. Sie teilen ihr Herz in Freiheit Gott mit und Gott ist für sie offen.

Der Weg der Freundschaft ohne Hintergedanken ist weit besser als der Weg über religiöse Anstrengung. Auf den ersten Blick sieht es so aus als würde Gott die Menschen, die so angestrengt nach ihm suchen, hart abweisen und ihnen immer höhere Lasten auferlegen. Man fühlt sich wie ein Esel, dem immer eine Karotte hingehalten wird, die er nie bekommt. Man will doch von Gott geführt werden, etwas Sinnvolles tun, Frucht bringen und durchdringen zu Gott. Aber es führt höchstens zu kurzen Erlebnissen mit Gottes Gegenwart die oftmals völlig unerwartet und „unlogisch“ auftreten. Und immer, wenn man glaubt es geschafft zu haben, rutscht man wieder ab. Ist Gott grausam? Nein! Wir sind auf einem Weg unterwegs von dem Gott ausdrücklich gesagt hat, dass er nicht zu ihm führt! Spätestens, wenn man anfängt Gott anzuklagen und die Wut auf Ihn im Innern wächst, müsste man auf die Idee kommen, dass es nicht der Weg zu Gott sein kann.

Der Weg zu Gott steht offen. Er muss nicht mehr freigekämpft werden. Es ist ein Weg der Demut, des Vertrauens und der Freundschaft.