Das Spiel

Was hier gespielt wird

Warum ist es so schwierig miteinander zu reden? Warum ist die Angst missverstanden zu werden so groß? Warum verlassen plötzlich Leute die Gemeinschaft oder Gemeinde und warum wird erst nach Jahren offenbar, wie sie denken? Warum ist es wichtig, wer mit wem in welchem Kreis ist? Warum geht es um Ämter oder Posten? Warum ist es ein Unterschied, ob der Pastor dir guten Morgen sagt oder irgendjemand anderes? Warum bleibt Gemeinschaft so oberflächlich? Warum gibt es wenig Frucht, obwohl es so viele Aktivitäten gibt?
Eine mögliche Antwort ist: Weil das Spiel von Misstrauen, Angst und Karriere gespielt wird.
Wenn du das Falsche sagst, wirst du degradiert oder sinkst im Ansehen. Wenn du zu Fall kommst, machen die „Geschwister“ dich endgültig fertig. Wenn es dir gelingt, die richtigen und wichtigen Leute zu beeinflussen und in ihre Nähe zu kommen, dann kannst du auch bedeutsam sein. Wenn du zu „denen“ gehörst, kannst du nicht zu uns gehören. Wenn du dich angepasst verhältst und redest, wie es erwartet wird, bist du akzeptiert. Anderenfalls bist du falsch und ein Problem.
Das sind einige der Regeln des Spiels. Echte Gemeinschaft, bedingungslose Annahme, Liebe und gegenseitiger Respekt sind in dem Spiel unmöglich! Es herrscht eine Atmosphäre der Menschenfurcht und des Misstrauens. Das ist das Spiel dieser Welt. Je nach Spielfeld hat es verschiedene Schwerpunkte und Regeln. Mal geht es um Geld oder Macht, mal geht es darum, besonders gut und fromm dazustehen. Mal ist es brutal und manchmal so subtil, dass man es schwer durchschaut. Weil es nicht der Weg Gottes ist, trennt es die Menschen voneinander und von Gott. Am Ende hat das Spiel keine Gewinner.

Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmt und die Ehre, die von dem alleinigen Gott ist, nicht sucht? (Joh 5,44)

Der Weg der Gnade und der Liebe

Ganz anders ist es, wenn wir in Freiheit und Gnade leben: Wenn du das Falsche sagst, wissen alle, dass jeder mal was Falsches sagt. Gott ist größer und es ist kein Problem, denn wir haben die Freiheit – ohne Druck oder Aggression – Korrektur oder Ermahnung zu geben. Wir leben von Gnade und der unverdienten Annahme, die wir bei Gott haben. Wir geben sie weiter. Wenn ich missverstanden werde, ist es kein Problem, denn schließlich wird auch Jesus bis heute komplett missverstanden. Vielleicht ist es auch verdreht, was ich gedacht oder gesagt habe. Alles nicht so wichtig – denn ich will aus Liebe und aus der Gnade den Geschwistern ganz praktisch dienen. Jeden Tag habe ich eine weit offene Tür um Gott, meinen Geschwistern und meinem Nächsten zu dienen.

Wenn wir unseren Stolz und unsere Rechthaberei überwinden, können wir uns voreinander demütigen ohne Angst „was die Anderen denken“. Liebe und Annahme überwinden alles, was der alte Adam so produziert und Gott ist durch seinen Heiligen Geist in unserer Mitte. Ich bin frei. Ich darf missverstanden werden. Ich darf komplett falsch sein. Meine Sünden sind mir vergeben.
Solange ich bei der Wahrheit bleibe und offen bin, ist alles in Ordnung, denn Gott hat eine Lösung für mein Problem und ich finde Hilfe in seinem Haus.

Wenn wir sagen, daß wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, lügen wir und tun nicht die Wahrheit.
Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, reinigt uns von jeder Sünde. Wenn wir sagen, daß wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.
Wenn wir sagen, daß wir nicht gesündigt haben, machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns. (1.Joh 1,6-10)

Du kannst heute als Sohn oder Tochter Gottes leben. Niemand kann es dir nehmen. Es gibt keine weitere Karriere im Reich Gottes! Was soll es wichtigeres oder höheres geben? Gleichzeitig weiß ich, dass ich aus der Sünde und dem völligen Verloren-Sein komme, deshalb ist es leicht den Anderen höher zu achten als mich selbst. (Phil 2,3).

Sei ein Spielverderber

Für die Freiheit hat Christus uns freigemacht. Steht nun fest und laßt euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten! (Gal 5,1)

Steig aus dem Spiel aus. Es ist der Weg der gefallenen Natur des Menschen. Hör auf mit dem Spiel. Die anderen Spieler werden dich dafür ablehnen. Solange du mitspielst, bist du den Spielregeln unterworfen! Wenn du nicht mehr mitspielst, wirst du zum Spielverderber.
Die Menschen, die das Spiel spielen, wollen, dass du mitspielst. So wird das Spiel für sie (!) größer und schöner. Man muss nicht gleich Angst bekommen und weglaufen, aber man kann sich weigern in das Spiel hineingezogen zu werden. Die Bibel rät zu folgenden Strategien:

  • Schaue auf Jesus, lasse dich nicht von ihm und seinem Auftrag ablenken.
  • Rede nicht über Andere. Was tut Gott in deinem Leben? Sei ein Mensch, der ermutigt! Nimm keinerlei Rücksicht auf Feindschaft und Spaltungen. Du bist für alle und gegen niemand. (Auf welcher Seite steht Gott?)
  • Vermeide es Recht zu haben, bleibe in der Gnade. Wer Recht hat, braucht keine Gnade! Wenn sie Gutes über dich reden oder wenn sie Schlechtes über dich reden – Gottes Gnade ist für dich jeden Morgen neu.
  • Reagiere nie gemäß der Spielregeln. Gib Böses nicht zurück. Bleibe einfach bei der Wahrheit. Überlasse es unbedingt Gott, andere Menschen zu verändern. Nur wenn Menschen deiner Autorität unterstehen, hast du den Auftrag mit viel Gnade Gottes in ihr Leben hinein zu sprechen und ihnen den Weg zu zeigen.

Sitze lieber mit drei Freunden im Wohnzimmer als mit 1000 in der einzig wahren und überall bekannten Halleluja-Gemeinde das Spiel zu spielen.
Aber auch in den Gemeinden, wo das Spiel noch läuft, kommt immer wieder eine Heimsuchung Gottes: Die Konzepte des Spiels werden ihre zerstörerische Kraft entfalten und nur die, die in Demut dem Herrn Jesus dienen, werden bleiben wollen. Das Spiel ist bald aus. Jesus wird wiederkommen und seine Gemeinde wird ihm entgegen gehen.