Das Spiel

Was hier gespielt wird

Warum ist es so schwierig miteinander zu reden? Warum ist die Angst missverstanden zu werden so groß? Warum verlassen plötzlich Leute die Gemeinschaft oder Gemeinde und warum wird erst nach Jahren offenbar, wie sie denken? Warum ist es wichtig, wer mit wem in welchem Kreis ist? Warum geht es um Ämter oder Posten? Warum ist es ein Unterschied, ob der Pastor dir guten Morgen sagt oder irgendjemand anderes? Warum bleibt Gemeinschaft so oberflächlich? Warum gibt es wenig Frucht, obwohl es so viele Aktivitäten gibt?
Eine mögliche Antwort ist: Weil das Spiel von Misstrauen, Angst und Karriere gespielt wird.
Wenn du das Falsche sagst, wirst du degradiert oder sinkst im Ansehen. Wenn du zu Fall kommst, machen die „Geschwister“ dich endgültig fertig. Wenn es dir gelingt, die richtigen und wichtigen Leute zu beeinflussen und in ihre Nähe zu kommen, dann kannst du auch bedeutsam sein. Wenn du zu „denen“ gehörst, kannst du nicht zu uns gehören. Wenn du dich angepasst verhältst und redest, wie es erwartet wird, bist du akzeptiert. Anderenfalls bist du falsch und ein Problem.
Das sind einige der Regeln des Spiels. Echte Gemeinschaft, bedingungslose Annahme, Liebe und gegenseitiger Respekt sind in dem Spiel unmöglich! Es herrscht eine Atmosphäre der Menschenfurcht und des Misstrauens. Das ist das Spiel dieser Welt. Je nach Spielfeld hat es verschiedene Schwerpunkte und Regeln. Mal geht es um Geld oder Macht, mal geht es darum, besonders gut und fromm dazustehen. Mal ist es brutal und manchmal so subtil, dass man es schwer durchschaut. Weil es nicht der Weg Gottes ist, trennt es die Menschen voneinander und von Gott. Am Ende hat das Spiel keine Gewinner.

Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmt und die Ehre, die von dem alleinigen Gott ist, nicht sucht? (Joh 5,44)

Der Weg der Gnade und der Liebe

Ganz anders ist es, wenn wir in Freiheit und Gnade leben: Wenn du das Falsche sagst, wissen alle, dass jeder mal was Falsches sagt. Gott ist größer und es ist kein Problem, denn wir haben die Freiheit – ohne Druck oder Aggression – Korrektur oder Ermahnung zu geben. Wir leben von Gnade und der unverdienten Annahme, die wir bei Gott haben. Wir geben sie weiter. Wenn ich missverstanden werde, ist es kein Problem, denn schließlich wird auch Jesus bis heute komplett missverstanden. Vielleicht ist es auch verdreht, was ich gedacht oder gesagt habe. Alles nicht so wichtig – denn ich will aus Liebe und aus der Gnade den Geschwistern ganz praktisch dienen. Jeden Tag habe ich eine weit offene Tür um Gott, meinen Geschwistern und meinem Nächsten zu dienen.

Wenn wir unseren Stolz und unsere Rechthaberei überwinden, können wir uns voreinander demütigen ohne Angst „was die Anderen denken“. Liebe und Annahme überwinden alles, was der alte Adam so produziert und Gott ist durch seinen Heiligen Geist in unserer Mitte. Ich bin frei. Ich darf missverstanden werden. Ich darf komplett falsch sein. Meine Sünden sind mir vergeben.
Solange ich bei der Wahrheit bleibe und offen bin, ist alles in Ordnung, denn Gott hat eine Lösung für mein Problem und ich finde Hilfe in seinem Haus.

Wenn wir sagen, daß wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, lügen wir und tun nicht die Wahrheit.
Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, reinigt uns von jeder Sünde. Wenn wir sagen, daß wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.
Wenn wir sagen, daß wir nicht gesündigt haben, machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns. (1.Joh 1,6-10)

Du kannst heute als Sohn oder Tochter Gottes leben. Niemand kann es dir nehmen. Es gibt keine weitere Karriere im Reich Gottes! Was soll es wichtigeres oder höheres geben? Gleichzeitig weiß ich, dass ich aus der Sünde und dem völligen Verloren-Sein komme, deshalb ist es leicht den Anderen höher zu achten als mich selbst. (Phil 2,3).

Sei ein Spielverderber

Für die Freiheit hat Christus uns freigemacht. Steht nun fest und laßt euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten! (Gal 5,1)

Steig aus dem Spiel aus. Es ist der Weg der gefallenen Natur des Menschen. Hör auf mit dem Spiel. Die anderen Spieler werden dich dafür ablehnen. Solange du mitspielst, bist du den Spielregeln unterworfen! Wenn du nicht mehr mitspielst, wirst du zum Spielverderber.
Die Menschen, die das Spiel spielen, wollen, dass du mitspielst. So wird das Spiel für sie (!) größer und schöner. Man muss nicht gleich Angst bekommen und weglaufen, aber man kann sich weigern in das Spiel hineingezogen zu werden. Die Bibel rät zu folgenden Strategien:

  • Schaue auf Jesus, lasse dich nicht von ihm und seinem Auftrag ablenken.
  • Rede nicht über Andere. Was tut Gott in deinem Leben? Sei ein Mensch, der ermutigt! Nimm keinerlei Rücksicht auf Feindschaft und Spaltungen. Du bist für alle und gegen niemand. (Auf welcher Seite steht Gott?)
  • Vermeide es Recht zu haben, bleibe in der Gnade. Wer Recht hat, braucht keine Gnade! Wenn sie Gutes über dich reden oder wenn sie Schlechtes über dich reden – Gottes Gnade ist für dich jeden Morgen neu.
  • Reagiere nie gemäß der Spielregeln. Gib Böses nicht zurück. Bleibe einfach bei der Wahrheit. Überlasse es unbedingt Gott, andere Menschen zu verändern. Nur wenn Menschen deiner Autorität unterstehen, hast du den Auftrag mit viel Gnade Gottes in ihr Leben hinein zu sprechen und ihnen den Weg zu zeigen.

Sitze lieber mit drei Freunden im Wohnzimmer als mit 1000 in der einzig wahren und überall bekannten Halleluja-Gemeinde das Spiel zu spielen.
Aber auch in den Gemeinden, wo das Spiel noch läuft, kommt immer wieder eine Heimsuchung Gottes: Die Konzepte des Spiels werden ihre zerstörerische Kraft entfalten und nur die, die in Demut dem Herrn Jesus dienen, werden bleiben wollen. Das Spiel ist bald aus. Jesus wird wiederkommen und seine Gemeinde wird ihm entgegen gehen.

Veränderung erleben – Gott bewirkt sie von innen

Gott gefällt das.

Meine lieben Freunde! Ihr habt immer befolgt, was ich euch geraten habe. Hört aber nicht nur auf mich, wenn ich bei euch bin, sondern erst recht während meiner Abwesenheit. Arbeitet mit Furcht und Zittern an eurer Rettung. Und doch ist es Gott allein, der beides in euch bewirkt: Er schenkt euch den Willen und die Kraft, ihn auch so auszuführen, wie es ihm gefällt. Bei allem, was ihr tut, hütet euch vor Nörgeleien und Zweifel. Dann wird euer Leben hell und makellos sein, und ihr werdet als Gottes vorbildliche Kinder mitten in dieser verdorbenen und dunklen Welt leuchten wie Sterne in der Nacht. (Philipperbrief 2:12-15 HFA)

Phil 2,13: Denn Gott ist es, der in euch wirkt sowohl das Wollen als auch das Wirken ((Luther: „Vollbringen“)) zu seinem Wohlgefallen.

Gott wirkt in uns. Jeder Christ wird das bestätigen: Gott verändert dich von innen heraus. Sonst wird ja immer versucht die Menschen von außen zu steuern. Durch Druck und Überwachung oder durch Erziehung, die mit Anreizen und Drohungen verbunden wird, um von außen auf den Menschen einzuwirken und ihn zu einer gewünschten Verhaltensweise zu bringen. Der Teufel würde die Welt am Liebsten in eine große Maschine verwandeln in der alles überwacht und gegängelt wird und in der er natürlich der Chef im Hintergrund ist.
Das Konzept Gottes ist anders: Er will den Menschen von innen verändern, so dass wir aus unserem Herzen – aus unserer inneren Einstellung heraus – in seinem Sinn handeln. Auch seine Motivation ist anders: Er hat am Kreuz bewiesen, dass er uns völlig selbstlos liebt und so liegt ihm unsere Freiheit unser Wohlbefinden und unsere Zukunft bis in die Ewigkeit am Herzen. – Im Gegensatz zum Feind, der unsere Zerstörung und Versklavung will. Mit der von Gott bewirkten Veränderung im Herzen können wir ihm in Freiheit dienen.

Dieses veränderte Herz ist für Gott sehr kostbar. Gott sucht die Menschen, die seine Liebe mit Vertrauen erwidern und in ihrem Innern auf ihn ausgerichtet sind.
Denn des HERRN Augen durchlaufen die ganze Erde, um denen treu beizustehen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist. (2.Chr 16,9a)
Gott durchsucht die Erde nach Menschen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist. Wie ein Goldsucher, der Tonnen von taubem Gestein nach einem Körnchen Gold durchsucht.

Wer diese innere Veränderung zugelassen hat, profitiert stark davon:
Glücklich ist der Mensch, dessen Stärke in dir ist, in dessen Herz gebahnte Wege sind! Sie gehen durch das Tränental und machen es zu einem Quellort. Ja, mit Segnungen bedeckt es der Frühregen. Sie gehen von Kraft zu Kraft. Sie erscheinen vor Gott in Zion. (Psalm 84.6-8)
Sie haben Kraft, die von innen kommt, selbst von negativen Erfahrungen profitieren sie und die Erfahrung seiner Gegenwart ist normal für diese Menschen!

Du brauchst Gnade – Empfange Gnade durch Glauben

Gerade was viele denken, hat Gott nicht im Sinn, wenn er uns von innen heraus verändern möchte: Dass wir für ihn annehmbarer werden. So viele plagen sich damit herum und denken: erst, wenn ich so und so weit bin, kann Gott sich mir zuwenden und mein Gebet erhören.
Der Grund, warum der Heilige Geist dich zu Veränderungen drängt ist, weil er dir geben will und nie, weil er was braucht! Zuerst kommt der Glauben an das was Jesus für dich getan hat und dann, wenn du weißt, dass du in Ewigkeit angenommen und geliebt bist, kannst du dich voll Vertrauen auf Veränderung einlassen.

Wir sind schon erlöst, unsere Sünden sind uns vergeben und wir werden garantiert nie sagen können, dass wir jetzt Gott mehr gefallen als noch vor ein paar Jahren. Das wäre eine Einstellung, die sich von der Gnade Gottes abgewandt hat! So lange, wie du mit diesem Kampf weitermachst, bei Gott etwas zu haben oder annehmbar zu sein, ist alles was Gott dir in seinem Wort zusagt so ein „ja, aber“ …!
Die Bibel sagt: Gott hat mit Jesus Ja gesagt. Ohne Wenn und Aber ohne Haken und Hintertür:
Gott aber ist treu und bürgt dafür, dass unser Wort an euch nicht ja und nein zugleich ist. Denn der Sohn Gottes, Christus Jesus, der unter euch durch uns gepredigt worden ist, durch mich und Silvanus und Timotheus, war nicht ja und nein, sondern in ihm ist ein Ja geschehen. Denn so viele Verheißungen Gottes es gibt, in ihm ist das Ja, deshalb auch durch ihn das Amen, Gott zur Ehre durch uns. (2.Kor 1,18-20)

Vielleicht hast du Kinder. Warum willst du, dass sie weiterkommen, eine Ausbildung machen und sich positiv verhalten? Nur damit du keinen Ärger hast? Normalerweise ist der Grund: Weil du die Kinder, die du mit viel Mühe groß gezogen hast, liebst und das Beste für sie willst. Der Vater im Himmel hat da noch viel reinere Motive als wir. Er will Veränderung in dir bewirken und dich zu segnen bis in Ewigkeit und er will dich gerade heute weiterbringen auf einen Weg des Wachstums und des Segens.

Auf welcher Seite steht Gott?

Gehörst Du zu uns oder zu unseren Feinden? – Antwort: Nein

Und es geschah, als Josua bei Jericho war, da erhob er seine Augen und sah: und siehe, ein Mann stand ihm gegenüber, und sein Schwert war gezückt in seiner Hand. Da ging Josua auf ihn zu und sagte zu ihm: Gehörst du zu uns oder zu unseren Feinden? Und er sprach: Nein, sondern ich bin der Oberste des Heeres des HERRN; gerade jetzt bin ich gekommen. Da fiel Josua auf sein Angesicht zur Erde und huldigte ihm und sagte zu ihm: Was redet mein Herr zu seinem Knecht? Da sprach der Oberste des Heeres des HERRN zu Josua: Zieh deine Schuhe von deinen Füßen; denn der Ort, auf dem du stehst, ist heilig! Und Josua tat es. (Josua 5,13-15)

Das Volk Israel hatte den Jordan überschritten und war nach langer Zeit endlich vorbereitet, das verheißene Land einzunehmen. In dem Land, das Gott ihnen versprochen hatte, lebten verschiedene Volksstämme, die zum Teil extreme religiöse Kulte praktizierten. Josua war sich bewusst, dass es zu harten Auseinandersetzungen nicht nur mit diesen Volksstämmen, sondern auch mit deren Religion kommen würde, die damals „total angesagt“ war. Tatsächlich dauerte der Kampf mit den Kanaanitern nur kurz, während der Kampf mit Ihrem Glauben sich endlos über Generationen hinzog. Viele Israeliten übernahmen diese Weltanschauungen und Kulte, obwohl Gott das ausdrücklich verboten hatte.
Warum war Gott so gegen die „Bräuche“? Weil sie teilweise grausam waren, bis hin zum Töten von Kindern als Opfer und weil alles, was vom lebendigem Gott wegführt, der die Quelle des Lebens ist, zum Tod und zum Leiden führt. Und was sagt Gott in einem entscheidenden Moment dieser Auseinandersetzung, als er gefragt wird, auf welcher Seite er steht? „Nein …“

Gott will nicht für seine Sache kämpfen. Er hat es nicht nötig. Er ist schon immer Gott gewesen und wird es immer bleiben. Er kann über seine Feinde lachen (Ps 2,4). Er ist nicht für uns und gegen die „Anderen“. Er ergreift nicht Partei. Er ist für alle Menschen, weil er sie retten und heilen will. Das ist sein Anliegen. Und wenn wir auch mit diesem Anliegen beschäftigt sind, sehen wir, wie Gott dies unterstützt.

Die Antwort auf die einfache Frage „ Gehörst du zu uns oder zu unseren Feinden?“ Ist überraschend: „Nein“. Dieses Nein hören alle, die glauben, sie können Gott vor ihren Karren spannen. Gott ist für dich, für uns und sogar für die Menschen, die ihn hassen. Er lässt die Sonne leuchten für Gerechte und Ungerechte.
Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters seid, der in den Himmeln ist! Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr? Tun nicht auch die Zöllner dasselbe? Und wenn ihr allein eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Tun nicht auch die von den Nationen dasselbe? Ihr nun sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist. (Mt 5,44-48)

Gott möchte nicht so eingreifen, dass ich den Nutzen habe und andere den Schaden haben. Er möchte auch nicht so handeln, dass ich recht behalte und es allen anderen mal gezeigt wird. Er macht auch gar nicht mit in dem ständigen Gerangel um die wenigen guten Plätze auf dieser Welt. Das heißt aber nicht, dass er nicht eingreift. Sein Name ist „Immanuel“ – Gott ist mit uns! (Mt 1,23)

Gerade jetzt bin ich gekommen

„… sondern ich bin der Oberste des Heeres des HERRN; gerade jetzt bin ich gekommen.“

Wenn Gott nicht kommt, um Partei zu ergreifen – wozu kommt er dann? Oder schaut er nur von Ferne zu? Das ist nicht der Fall: Er greift ein und kommt mit seinem ganzen Heer. Seine Gegenwart verändert alles: „gerade jetzt bin ich gekommen“! Er selber ist die Lösung und er hat mehr Gewicht als die Welt. Oft habe ich gewartet „bis Gott eingreift“. Fast immer vergebens. Erst, wenn die Probleme sehr drängend wurden, habe ich Gottes Gegenwart gesucht. Dort sind die Lösungen aller Probleme. Alles kommt aus seiner heiligen Gegenwart. Mitten in den ärgsten Problemen kann man durch Buße, Dank und Anbetung in die Gegenwart Gottes treten und dort gibt es Frieden. Alles scheint weit weniger schwierig, wenn man die Probleme von dort betrachtet. Es ist wie ein Besuch im Thronsaal. Vor seinem Thron stehe ich in Demut und mein Leben ist in seiner Hand. Von seinem Thron aus wird er sich auch meiner Sache annehmen, denn ich bin sein Kind.

In den Psalmen spricht David oft davon, wie er die Gegenwart Gottes aufgesucht hat. David kam, um „in seinem Tempel nachzudenken“ sich „in seiner Hütte zu bergen“ oder er schreibt, wie Gott sein Gebet und seinen Hilfeschrei „aus seinem Tempel gehört“ hat.

Jeder Mensch ist auf der Suche nach Lösungen für seine Schwierigkeiten, Mängel und Leiden. Es sind aktuell sechs Milliarden, die das tun. Das ist nichts Besonderes. Besonders und wertvoll in Gottes Augen sind die Wenigen, die in erster Linie Ihn suchen. Dann – d.h. danach – werden sie sehen, wie Gott eingreift. Der Herr begegnete Josua, der schon in der Wüste viel Zeit am Zelt der Begegnung verbracht hatte. Er suchte sein Leben lang die Gegenwart Gottes. Nun war wieder einer dieser großen Augenblicke da: „Gerade jetzt bin ich gekommen.“
Die Mauern Jerichos fielen dann durch den Lobpreis des Volkes Gottes und weil sie bereit waren etwas zu tun, was nicht nach direkter Problemlösung aussah. Sie zogen siebenmal um eine befestigte Stadt. Sie taten es einfach demütig im Gehorsam gegenüber Gottes Wort. So kommen die Lösungen aus dem, was Gott in seiner erfahrbaren Gegenwart sagt.
Wenn Gott das Problem zu groß ist, kann er nicht Gott sein. Wenn Gott nicht wichtiger, als deine Probleme und Bedürfnisse ist und du ihn nicht suchst, ist er nicht dein Gott.

Die ersten Werke: Danken

Die Macht der Gedanken

Die ersten Christen wurden gelehrt sich auf das Danken zu konzentrieren. „Überreich“ sollten sie Gott für alles danken:

Wie ihr nun den Christus Jesus, den Herrn, empfangen habt, so wandelt in ihm, gewurzelt und auferbaut in ihm und gefestigt im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, indem ihr überreich seid in Danksagung! (Kol 2,6+7)

Unsere Gedanken und unsere ganze innere Einstellung bestimmen, welchen Weg wir gehen und wie wir leben. Danken ist entscheidend. Es richtet die Gedanken auf das Gute und Schöne, dass Gott schon gegeben hat.
Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist noch eines Wechsels Schatten. (Jak 1,17)

Jeder hat jeden Tag die Möglichkeit die Gedanken auf den Mangel und die Probleme zu richten oder auf das Gute, das Gott schon gegeben hat. Wenn man wenig hat, führt der Mangel von Dankbarkeit zur Bedrückung, zu Angst oder zu Wut und Neid. Gott ist weit weg, er behauptet zwar dich zu lieben, aber es fehlt an allem. Du brauchst so viel materiell und geistlich, aber du kannst es nicht empfangen, denn das Mangeldenken führt dich direkt in den Unglauben. Wenn du viel hast (seien es nun materielle oder „geistliche“ Dinge), dann führt dich der Mangel an Dankbarkeit in den Stolz und in ein letzten Endes sinnloses, selbstbestimmtes Leben. Du hat alles, du weißt alles und brauchst niemanden und auch Gott brauchst du nicht. Nur die Gier treibt dich weiter. Wenn du dagegen durch Danken anerkennst, dass alles von Gott kommt und dir letzten Endes nur für eine begrenzte Zeit übergeben worden ist, beugst du dich vor Gott. Dem Stolzen widersteht Gott, aber dem Demütigen gibt er Gnade (1.Petr 5,5). Absichtliches und anhaltendes Danken, bedeutet umzukehren von den Gedanken und inneren Einstellungen, die dich von Gott wegführen!

Grund genug zum Danken

Der Gott, der das Universum geschaffen hat und von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt, hat sein Liebstes hingegeben, um dich aus dieser Welt des Todes zu retten. Er selber nahm alles auf sich, was dich für immer von Gott getrennt hat. Und dann geht er noch darüber hinaus und bietet dir an, ein Teil seiner eigenen Familie zu sein. Er erwartet dafür nur dein Vertrauen und dass du ihn als Herrn anerkennst. – Und du bist tatsächlich der Meinung, du hättest wenig wofür du danken kannst?

Lese jeden Tag im Wort Gottes und danke Gottes immer wieder für die Erkenntnisse und die wunderbaren Zusagen, die Gott dir gibt. Danke Gott dafür, dass du durch die vielen Probleme über dich selber hinauswachsen kannst. Über dich im Danken. Jeden Tag! Danke Gott für seine Vergebung und Liebe, wenn du dich schuldig gemacht hast. Danke Gott für seinen Segen, wenn es gut läuft. Danke Gott, das er dir in allem raten wird:
Wenn aber jemand von euch Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der allen willig gibt und keine Vorwürfe macht, und sie wird ihm gegeben werden. (Jak 1,5)

Danke Gott allezeit

Darum seid nicht töricht, sondern versteht, was der Wille des Herrn ist! Und berauscht euch nicht mit Wein, worin Ausschweifung ist, sondern werdet voller Geist, indem ihr zueinander in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern redet und dem Herrn mit eurem Herzen singt und spielt! Sagt allezeit für alles dem Gott und Vater Dank im Namen unseres Herrn Jesus Christus! (Eph 5,17-20)

„Werdet voller Geist, indem …“ Loblieder, Danken, Lobpreis und Anbetung sind nicht der musikalische Teil des Gottesdienstes, sondern der Lobpreis in der Gemeinde dient dazu, dass du lernst und übst, dich auf Gott auszurichten und ihm Dank und Anbetung zu bringen. Im Alltag funktioniert es genauso, wie am Sonntag Morgen: Mit Dank und Anbetung treten wir voller Glauben und in der richtigen Haltung vor Gott und empfangen von ihm die Kraft und Hilfe, die wir heute brauchen!

Zurück zur ersten Liebe -Tue die ersten Werke!

„Wäre es nicht toll, wieder jeden Tag mit der Zuversicht, von Gott geliebt zu sein, aufzuwachen, ohne dies durch eigene gute Taten verdienen zu müssen? Das ist der Schlüssel zur ersten Liebe. Versuche nicht sie zu verdienen. Erkenne, dass du angenommen und geliebt bist – nicht für das, was du für Gott tun kannst, oder weil du irgendwie hoffst, dass du seiner Annahme würdig bist, sondern, weil es sein größter Wunsch ist, dich als eines seiner Kinder zu haben.“ ( Zitat aus dem Buch „Der Schrei der Wildgänse“ von Wayne Jacobsen und Dave Coleman, das ich gerne weiterempfehle.)

Im Glauben festgefahren?

Die längsten, fruchtlosen und dürren Zeiten „verdanke“ ich dem Selbstbetrug. Damit meine ich: zu glauben, dass man woanders ist, als es der Realität entspricht.
Der eine Grund kann Ungehorsam gegenüber Gott sein: Weil ich schwierige Schritte ausgespart oder umgangen hatte, glaubte ich Gott müsse nun etwas tun, um die nächsten Schritte zu zeigen und er würde mich nun weiterbringen. Den Stillstand und die Schwierigkeiten deutete ich als Wiederstand des Feindes oder bestenfalls als Prüfung. Der andere Grund kann eine Verstrickung in religiöses Denken sein: Mitarbeit, der Terminplan einer Kirche oder die Prioritäten meiner Gemeinde treten in den Mittelpunkt und verdrängen die Beziehung zu Gott, dem der erste Platz gehört. Auf subtile Weise können fromme Aktivitäten zu einem selbst gemachten und letztendlich totem Ersatz für das Leben mit Gott werden. Nun kann man noch weiter gehen und sich fest einbilden, dass all die Probleme, die Gott nutzen will, um mich wachzurütteln vom Teufel sind und dass ich nur noch härter so weitermachen muss, wie bisher, um zu Gott „durchzubrechen“. Es entsteht mit der Zeit eine komplett festgefahrene Situation. Dabei ist das „Auf der Stelle treten“ nur ein äußerliches Symptom. Im Kern geht es darum, dass sich meine Beziehung zu Gott nicht mehr weiterentwickelt. Was ich tue und wie ich lebe ist ja nur ein Spiegelbild meiner Beziehung zu Gott. Beziehungen ändern das Leben und meinen Weg. Die Beziehung zu Gott hat das Potential alles zu ändern – sogar weit über mein Leben auf der Erde hinaus.

Der Weg Gottes ist Wachstum in vielerlei Hinsicht:
Aber der Pfad der Gerechten ist wie das glänzende Morgenlicht, heller und heller erstrahlt es bis zur Tageshöhe. Der Weg der Gottlosen ist wie das Dunkel; sie erkennen nicht, worüber sie stürzen. (Spr 4,18+19)

Du wirst mir kundtun den Weg des Lebens; Fülle von Freuden ist vor deinem Angesicht, Lieblichkeiten in deiner Rechten immerdar. (Ps 16,11)

… bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zur vollen Mannesreife, zum Vollmaß des Wuchses der Fülle Christi. (Eph 4,13)

Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben. Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluß haben. (Joh 10,10)

Auf dem Weg, den Gott führt, werden uns zahlreiche Prüfungen und Widerstände begegnen, schließlich steht ein großer Teil dieser Welt Gott ablehnend gegenüber und auch der Teufel hat Macht in der Welt. Immer aber werden wir sehen, wie wir durch Gottes Gunst und Gnade auf die Siegerstraße zurück kommen. Wenn wir also dauerhaft nicht weiterkommen, müssen wir Gott bitten, uns die Stelle zu zeigen, wo wir vom Weg abgeirrt sind, damit wir zurückfinden auf den Weg des Lebens und wieder den vollen Segen der Gemeinschaft mit ihm bekommen. Dabei sollten wir auf keinen Fall gleich an die Liste von Dingen denken, in denen wir „versagt“ haben oder was wir alles „für Gott“ tun wollten. Unsere Liste unterscheidet sich in der Regel stark von Gottes Prioritäten. Das sehen wir ja daran, dass die Beschäftigung mit unserer Liste bisher keine Frucht gebracht hat.

Beeindruckende Bilanz, aber wenig Frucht und kein Weg zu sehen?

In der Bibel finden wir das bekannte Beispiel der Gemeinde von Ephesus. Die hatten wirklich eine beeindruckende Bilanz vorzuweisen: Der Apostel Paulus hatte dort jahrelang gelehrt, sie hatten weitere Gemeinden gegründet, sie hatten Erweckung in der römischen Provinz Asien bewirkt, sie waren ein Zentrum der apostolischen Lehre, sie waren ein Zentrum des Gebets … Ich wäre da gern Mitglied gewesen.
Jesus sagte folgendes zu ihnen:
… und du hast Ausharren und hast vieles getragen um meines Namens willen und bist nicht müde geworden. Aber ich habe gegen dich, daß du deine erste Liebe verlassen hast. Denke nun daran, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, so komme ich dir und werde deinen Leuchter von seiner Stelle wegrücken, wenn du nicht Buße tust. (Offb 2,3-5)

So war auch meine Situation: Ich hatte vieles getragen und „ausgeharrt“, aber irgendwie ohne Frucht, Leben und Segen. Weil meine Beziehung zu Jesus sich nicht weiterentwickelt hat! Wenn es dir auch so geht, dann höre, was Jesus auch Dir sagt: Du hast die erste Liebe zu ihm verlassen. „Denke nun daran, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke!“

Die ersten Werke: Prio 1

Was sind das für „erste Werke“ – also aus dem kanaanäischen übersetzt: Worauf muss man achten und was muss man tun, um aus der festgefahrenen Situation rauszukommen und wieder das Leben mit Jesus in vollen Zügen zu genießen? Es ist das, was am Anfang unseres Wegs mit Gott (hoffentlich) im Mittelpunkt stand. Denn so, wie es begann, soll es nach Gottes Wort auch weitergehen:
Wie ihr nun den Christus Jesus, den Herrn, empfangen habt, so wandelt in ihm, … (Kol 2,6)

In den nächsten Folgen werden wir uns die ersten Werke wieder ins Gedächtnis rufen, damit wir danach handeln.

Es ist besser zu wissen, dass man einen bestimmten Schritt nicht gehen will und sich dann mit dem Erreichten zu begnügen, als in Verwirrung und Selbstbetrug zu leben, indem man meint, man habe alles getan und alles „probiert“ und Gott hätte nichts getan. So geraten wir in Verwirrung, stecken womöglich andere damit an und machen Gott zu Lügner. Gott hat uns Freiheit gegeben so weit zu gehen, wie wir es wollen! Und dabei bleibt es. Ich finde es auch nicht gut, wenn manche die Gemeinde immer so weiter treiben möchten. Wonach Gott sucht, ist eine Entscheidung von Herzen aus Liebe und Freundschaft zu ihm! Er gibt Freiheit und ist nicht sauer, wenn du nur ein guter Bekannter von ihm bleiben möchtest. Wenn ich immer wieder in der Gemeinde nach vorne, um mich „hinzugeben“ und feierlich erkläre etwas zu wollen, was ich in Wirklichkeit nicht will, dann führt mich das in Verwirrung und religiöse Verstrickung. Wie befreiend ist es doch statt dessen, wenn wir eine klare Standortbestimmung haben und uns nicht selbst verurteilen müssen, weil Gott es ja auch nicht tut und uns aus reiner Gnade so angenommen hat, wie wir sind.

Wie bleibt man in Gottes Gegenwart?

Ein Psalm. Von David. HERR, wer darf in deinem Zelt weilen? Wer darf wohnen auf deinem heiligen Berg?

Der rechtschaffen wandelt und Gerechtigkeit übt und Wahrheit redet in seinem Herzen,

nicht verleumdet mit seiner Zunge, kein Übel tut seinem Gefährten und keine Schmähung bringt auf seinen Nächsten,

in dessen Augen der Verworfene verachtet ist, der aber die ehrt, die den HERRN fürchten; der, hat er zum Schaden geschworen, es nicht ändert;

der sein Geld nicht auf Zins gibt, und kein <Bestechungs->Geschenk nimmt gegen den Unschuldigen. Wer solches tut, wird nicht wanken in Ewigkeit. (Ps 15)

Gottes Gegenwart erleben und darin bleiben

Natürlich ist der allmächtige Gott auch allgegenwärtig. Aber darum geht es mir nicht. Ich spreche von der erfahrbaren oder „manifestierten“ Gegenwart Gottes. Weil ich von Neuem geboren wurde (Joh 3) und mit dem Heiligen Geist erfüllt wurde, bin ich mit Gott zusammen. (Was vorher nicht der Fall war.)

Genauso, wie menschliche Beziehungen und Begegnungen auch von Gefühlen und Eindrücken begleitet werden, ist das auch bei der Begegnung mit Gott der Fall. Sie sind nicht die Basis oder das Ziel der Beziehung, aber ganz natürliche Begleiterscheinungen. Wenn ich sorgenvoll zu Gott bete und dann Glauben gewinne, dass er mir helfen wird, empfinde ich Frieden und Erleichterung. Wenn ich vor Gott ein reines Gewissen habe, fühle ich Geborgenheit und Ruhe. Wenn ich sehe, wie Gott handelt oder wenn ich mir bewusst bin, dass Jesus mein ganzes Leben ans Kreuz getragen hat, freue ich mich. Das ist ganz natürlich und hat nichts damit zu tun, dass in der Kirche jemand „Lasset uns freuen und fröhlich sein …“ sagt. Aber es geht auch noch darüber hinaus. Wenn Gottes Geist uns erfüllt, kommt wirklich Leben und Kraft in uns hinein und so ist man voller Freude, erleichtert und sehr zuversichtlich. In der Anbetung ist es oft, als würde man den Thronsaal Gottes betreten. Voller Ehrfurcht und Staunen steht man in der heiligen Gegenwart Gottes. Gelegentlich kommt der Heilige Geist auch mit seinem grellen Licht, das alles aufdeckt, was verborgen ist und ich bin erschüttert und beunruhigt – bis ich es vor Gott bereinigt habe. Manchmal kommt der Geist auch auf eine ganze Versammlung und wirkt auf verschiedene Weise, so dass einige lachen andere weinen und wieder andere neuen Glauben und Kraft vom Herrn empfangen. Es gibt „mancherlei Austeilungen des Heiligen Geistes“ (Hebr 2,4) …
Meistens ist es der „leise Wind“ (1.Kön 19,12), der uns spürbar macht, dass Gott, unser Vater, bei uns ist. Es ist schön und sehr nützlich in Gottes Gegenwart zu bleiben, seine Stimme zu hören und immer mit ihm zu gehen. Das ist das ewige Leben: Gott kennen und bei ihm sein (Joh 17). Es beginnt hier! Dafür nennt Ps 15 einige einfache Voraussetzungen.

Bleibe auf dem Weg mit Gott – dies sind die Leitplanken

Wenn ein Auto in die Leitplanken kracht, geht es ohne Abschleppdienst und Reparatur nicht mehr weiter. Wenn du mit voller Wucht in die Leitplanken von Ps 15 krachst, wirst du Hilfe brauchen für Buße und Wiederherstellung. Hier sind die göttlichen Begrenzer:

  • „Der rechtschaffen wandelt und Gerechtigkeit übt …“ Das bedeutet, Gehorsam gegenüber den grundlegenden Geboten, wie den 10 Geboten und dem, was Gott dir darüber hinaus klar mitgeteilt hat.
    «Man hat dir mitgeteilt, o Mensch, was gut ist. Und was fordert der HERR von dir, als Recht zu üben und Güte zu lieben und demütig zu gehen mit deinem Gott?» (Micha 6,8)
  • „ … und Wahrheit redet in seinem Herzen, “ Wenn du im Geist Gottes bleiben willst, kannst du deine Gedanken nicht mit dem Schmutz dieser Welt füllen. Was soll in dir drin sein? Richte dich innerlich auf Jesus und die Dinge seines Reiche aus! (siehe auch Kolosser 3,1+2)
    Ausserdem geht es hier auch um das große Thema Aufrichtigkeit vor Gott. Bleibe bei der Wahrheit – auch über dich selber.
  • „ … nicht verleumdet mit seiner Zunge …“ Gott will unseren Worten Vollmacht geben und uns zum Segen und nicht zum Fluch für andere machen. Das große Thema „Zunge“ findest Du z.B. hier: Lk 6,45; Jak 1,26 und 3,4-12; 1.Petr 3,10
  • „kein Übel tut seinem Gefährten und keine Schmähung bringt auf seinen Nächsten“ Jesus und die Apostel haben geboten, die Geschwister im Glauben zu lieben (Joh 15,9-12). Wenn wir den Nächsten lieben (z.B. auch in unserer Familie), handeln wir automatisch in Gottes Sinn (Mt 22,39 u.v.a). Die selbstlose Liebe ist Gottes eigenes Wesen und bedeckt eine Menge Sünden (1.Petr 4,8).
  • „in dessen Augen der Verworfene verachtet ist, der aber die ehrt, die den HERRN fürchten; “ Heute werden die hochgejubelt, die es am Schlimmsten treiben. Wir können frei vom Menschenfurcht das Gute gutheißen und das Böse zurückweisen. Wer sind deine Vorbilder? Ist es in Ordnung, weil es im Fernsehen kommt oder alle es toll finden?
  • „der, hat er zum Schaden geschworen, es nicht ändert;“ Gott ist absolut treu und verlässlich. Was er sagt, gilt. Wenn wir das erfahren wollen, müssen wir diesem Beispiel nachfolgen. Damit wir damit nicht überfordert werden, rät Gott dringend von Schwüren und großartigen Erklärungen ab, die uns am Ende nur selbst verurteilen. Ein klares Ja oder Nein will Gott hören. (Mt 5,37; Jak 5,12)
  •   „ … der sein Geld nicht auf Zins gibt, und kein <Bestechungs->Geschenk nimmt gegen den Unschuldigen.“ Habgier ist eine der großen Quellen für das Böse in der Welt. Du kannst nicht Gott dienen und dem Mammon (Lk 16,13; 1.Tim 6,10; Hebr 13,5).

Wer solches tut, wird nicht wanken in Ewigkeit. – Ein großartiges Versprechen! Dazu kann man nur noch „Amen!“ sagen.

Worauf Gott Lust hat

Das Fett der Nieren und der Lappen über der Leber

Und von dem Heilsopfer soll er dem HERRN ein Feueropfer darbringen: das Fett, das die Eingeweide bedeckt, und alles Fett, das an den Eingeweiden ist,die beiden Nieren und das Fett, das an ihnen und das an den Lenden ist, und den Lappen über der Leber: bei den Nieren soll er es abtrennen. Und die Söhne Aarons sollen es auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen, auf dem Brandopfer, das auf dem Holz über dem Feuer ist: ein Feueropfer ist es als wohlgefälliger Geruch für den HERRN. (3.Mose 3,3-5)

Das Heilsopfer (auch Friedensopfer oder Gemeinschaftsopfer) war ein freiwilliges Opfer, das aus Dankbarkeit Gott gebracht wurde. Es ist ein Opfer, das den Bund mit Gott bekräftigte und mit dem Gemeinschaft (Zusammensein, im Bund mit einander stehen) mit Gott hergestellt wurde. Während man heute das Fleisch lieber mager isst, wurde früher das Fett wertgeschätzt. Das Fett der Nieren und der Innereien ist also das Symbol der inneren Werte, die hier Gott zum „wohlgefälligen Geruch“ als Opfer gebracht werden.

Gottes Wertschätzung gilt den inneren Werten. Tief in unserem innersten Menschsein sucht er nach den Werten und dem Geist, den er in uns wohnen lässt.

Nur wenn wir unser Innenleben Gott hingeben und „Wahrheit im Innern“ haben, haben wir echte Gemeinschaft mit Gott. Das ist das Gott wohlgefällige Opfer und echte Anbetung.

Siehe, du hast Lust an der Wahrheit im Innern, und im Verborgenen wirst du mir Weisheit kundtun. (Ps 51,8)

Die wahren Anbeter beten Gott „im Geist und in der Wahrheit“ an und der „Vater, der im Verborgenen sieht“ belohnt sie. (Joh 4,23; Mt 6,8)

Gott sieht das Herz

Wenn die Bibel von unserem inneren Leben spricht, wird meistens der Begriff „Herz“ verwendet. Dieser Begriff wird viel öfter gebraucht als Begriffe wie z.B. „Geist“, „Seele“, „Gedanken“. „Herz“ meint das, was wir hinter der Fassade sind. Unser wahres Ich – unsere Persönlichkeit.

Das wird in folgendem Vers klar:

Wie im Wasser das Gesicht dem Gesicht entspricht, so das Herz des Menschen dem Menschen. (Spr 27,19)

So wie sich unser Gesicht im Wasser spiegelt, so entspricht unser „Herz“ unserer ganzen Persönlichkeit. Es zeigt, wie wir wirklich im Innern sind. Gott sucht auf der ganzen Erde nach Menschen, deren Herz auf ihn gerichtet ist. Deren Motive und Gedanken von seinem Geist und von der Liebe zu ihm bestimmt sind.

Denn des HERRN Augen durchlaufen die ganze Erde, um denen treu beizustehen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist. (2 Chr 16,9a)

Das ist eine der großen Offenbarungen der Bibel: Gott möchte kein unnahbarer Gott sein und was er will sind nicht Rituale, Abgaben, Opfer, Geld oder Macht. Er sucht nach inneren Werten wie Wahrhaftigkeit, Freundschaft, Vertrauen und Treue. Er sucht Freundschaft und Herzen, die Ihm zugewandt sind. Das ist weit entfernt von dem, was die meisten Menschen von „Gott“ erwarten. Er achtet auf dich! Er interessiert sich nicht für dein Geld, dein Können oder dein Versagen. Er sucht nicht Perfektion oder Leistung, sondern ein Herz, das ihm Freundschaft und Treue anbietet. Einen solchen Menschen fand Gott in David:

Ich habe David gefunden, meinen Knecht. Mit meinem heiligen Öl habe ich ihn gesalbt. (Ps 89,21)

…, erweckte er ihnen David zum König, welchem er auch Zeugnis gab und sprach: „Ich habe David gefunden, den Sohn Isais, einen Mann nach meinem Herzen, der meinen ganzen Willen tun wird.“ (Apg 13,22)

Was war besonders an David? Er war nicht perfekt, er war in seiner eigenen Familie eine Randfigur und sein Leben war geprägt von Kämpfen und zerbrochenen Beziehungen. Gott sah etwas anderes. Er sah auf sein Herz. Als Davids Brüder zu Samuel geführt wurden, damit er den künftigen König aussuchen sollte, sagte Gott:

Aber der HERR sprach zu Samuel: Sieh nicht auf sein Aussehen und auf seinen hohen Wuchs! Denn ich habe ihn verworfen. Denn der HERR sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Denn der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist, aber der HERR sieht auf das Herz. (1.Sam 16,7)

Die gute Nachricht ist: Wir haben von Gott die Kraft bekommen, uns von unserer natürlichen Identität abzuwenden und unser Herz auf Gott zu richten. Ein anderer Geist wohnt jetzt in uns, der uns andere Motive, innere Einstellungen und Denkweisen vermittelt. Es ist der Heilige Geist Gottes! Er strebt danach, dass wir das alte Wesen loslassen und uns den neuen inneren Werten zuwenden.

Oder meint ihr, daß die Schrift umsonst rede: «Eifersüchtig sehnt er sich nach dem Geist, den er in uns wohnen ließ? (Jak 4,5)

Gott ist Dir nahe!

Ein überraschendes Bild von Gott

Paulus predigte in Athen. Die Leute, zu denen er sprach, waren uns in mancher Hinsicht ähnlich. Sie wollen immer etwas Neues wissen und lernen, liebten es zu reden und zu diskutieren und sie waren nicht an religiösen Fragen interessiert. Sie hatten einen Zoo verschiedener Götter, die sie aber zu der Zeit nicht mehr so ernst nahmen. Nun ist es interessant, wie Paulus ihnen Gott vorstellt. Was ist das wichtigste, das man über Gott wissen sollte, wenn man ihn noch gar nicht kennt? Paulus setzt einige überraschende Schwerpunkte:

Der Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind, auch wird er nicht von Menschenhänden bedient, als wenn er noch etwas nötig hätte, da er selbst allen Leben und Odem und alles gibt. Und er hat aus einem jede Nation der Menschen gemacht, daß sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, wobei er festgesetzte Zeiten und die Grenzen ihrer Wohnung bestimmt hat, daß sie Gott suchen, ob sie ihn vielleicht tastend fühlen und finden möchten, obwohl er ja nicht fern ist von jedem von uns. Denn in ihm leben und weben und sind wir, wie auch einige eurer Dichter gesagt haben: Denn wir sind auch sein Geschlecht. Da wir nun Gottes Geschlecht sind, sollen wir nicht meinen, daß das Göttliche dem Gold und Silber oder Stein, einem Gebilde der Kunst und der Erfindung des Menschen, gleich sei. Nachdem nun Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat, gebietet er jetzt den Menschen, daß sie alle überall Buße tun sollen, weil er einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis richten wird in Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und er hat allen dadurch den Beweis gegeben, daß er ihn auferweckt hat aus den Toten. (Apg 17,24-31)

Nachdem er den „Gott des Himmels und der Erde“ vorgestellt hat, der wirklich Gott und keine Erfindung von Menschen ist und auch die Menschen nicht nötig hat, kommt er auf Adam zu sprechen und dass Gott jedem Menschen bis heute das Leben gibt. Was ist nun Gottes Plan für den Menschen – für seine begrenzte Zeit hier auf der Erde? „daß sie Gott suchen, ob sie ihn vielleicht tastend fühlen und finden möchten, obwohl er ja nicht fern ist von jedem von uns.“ Gott ist nicht fern von uns und obwohl wir oft im Dunklen tappen und in Sachen Gott nicht klar sehen, können wir ihn „finden und fühlen“! Unser Leben kommt von ihm, hat einen Sinn und einen Plan, der von Gott festgesetzt wurde und wenn wir bereit sind uns Gott zuzuwenden, können wir den Gott sehen, der unser Bestes will und der sozusagen unser Lebensraum ist: „Denn in ihm leben und weben und sind wir“.

In der Übertragung „Hoffnung für alle“ wird die Stelle so wiedergegeben:

Das alles hat er getan, weil er wollte, dass die Menschen ihn suchen. Sie sollen ihn spüren und finden können. Und wirklich, er ist jedem von uns ja so nahe! Durch ihn allein leben und handeln wir, ja, ihm verdanken wir alles, was wir sind. So wie es einige eurer Dichter gesagt haben: „Wir sind seine Kinder.“ (Vers 27 u. 28)

Gottes Nähe finden und spüren

Gott will das du ihn suchst. Am Ende dieser Suche steht keine faule Ausrede wie „der Weg ist das Ziel“ oder „ist es nicht wunderbar, wie wir Gott immer suchen und doch nie finden“. Gott will, dass wir ihn „spüren und finden können“.

Das hat Gott schon immer gesagt und betont – auch durch die Propheten Israels:

Denn ich kenne ja die Gedanken, die ich über euch denke, spricht der HERR, Gedanken des Friedens und nicht zum Unheil, um euch Zukunft und Hoffnung zu gewähren. Ruft ihr mich an, geht ihr hin und betet zu mir, dann werde ich auf euch hören. Und sucht ihr mich, so werdet ihr mich finden, ja, fragt ihr mit eurem ganzen Herzen nach mir, so werde ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR. Und ich werde euer Geschick wenden … (Jer 29,11-14a)

Die Bibel meint mit „Herz“ deine innere Einstellung – das, was dich im Innersten bewegt. Man sucht nur nach wertvollen Dingen. Mit Gott ist es nicht anders. Nur wenn er dir wertvoll ist, wirst du ihn suchen. Das ist der Beginn einer weiten Reise, auf der dein Herz verändert wird, so das Gott darin die Nummer eins wird. Es ist aber nicht so, dass wir zuerst in Vorleistung gehen müssen und dann irgendwann Gott begegnen. Sobald wir die ersten Schritte tun, kommt Gott uns entgegen:

Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater. Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und wurde innerlich bewegt und lief hin und fiel ihm um seinen Hals und küßte ihn. (Lk 15,20 – Gleichnis vom verlorenen Sohn)

Naht euch Gott! Und er wird sich euch nahen. Säubert die Hände, ihr Sünder, und reinigt die Herzen, ihr Wankelmütigen! (Jak 4,8)

Am Anfang steht oft, dass du dich mit deiner Not an Gott wendest. Weil wir von Natur aus von Gott getrennt sind, haben wir keine Motivation Gott zu suchen solange alles funktioniert und es uns gut geht. „Not lehrt beten“ ist sicher nicht das angenehmste und einzige Konzept, aber es funktioniert.

Meine eigene Erfahrung

Ich war schon etliche Jahre Christ, als ich in ernsthafte Schwierigkeiten geriet und oft depressiv war. Gott schien weit weg zu sein. Mangels anderer Alternativen versuchte ich zu Gott durchzudringen. Stundenlang ging ich durch einen nahegelegen Wald und versuchte all das zu praktizieren, was ich bis dahin über Gott gelernt hatte. Ich begann mit Danken und Lobliedern (ich kann nicht singen, aber den Bäumen ist es egal und Gott gefällt es). Dann bekannte ich meine Sünden, die mir bewusst waren vor Gott und zum Schluss wendete ich mich mit meinen Anliegen an ihn. Es ist wie eine Audienz beim König. Man bereitet sich vor, kommt mit Dank in sein Tor und wird dann von dem heiligen Geist in den Thronsaal geführt. Dort gilt es erstmal sich zu beugen und zu hören, was der König zu sagen hat. Niemand kommt bei einer hochgestellten Persönlichkeit zur Tür hereingeplatzt und quasselt drauf los. Die das so betreiben, zeigen damit nur, dass sie keine Gottesfurcht haben.

Bewahre deinen Fuß, wenn du zum Haus Gottes gehst! Und: Herantreten, um zu hören, ist besser, als wenn die Toren Schlachtopfer geben; denn sie sind Unwissende, so daß sie Böses tun. – Sei nicht vorschnell mit deinem Mund, und dein Herz eile nicht, ein Wort vor Gott hervorzubringen! Denn Gott ist im Himmel, und du bist auf der Erde; darum seien deine Worte wenige. (Pred 4,17-5,1 vergl. Mt 6,7)

Mit der Zeit wurde ich besser. Das ist keine verrückte Aussage. Die Bibel sagt ausdrücklich, dass wir es üben sollen mit Gott zu gehen. Zum Beispiel hier:

Die unheiligen und altweiberhaften Fabeln aber weise ab, übe dich aber zur Gottseligkeit; denn die leibliche Übung ist zu wenigem nütze, die Gottseligkeit aber ist zu allen Dingen nütze, weil sie die Verheißung des Lebens hat, des jetzigen und des zukünftigen. (1.Tim 4,7+8)

Immer öfter hatte ich echte Begegnungen mit Gott im Wald. Eine regelmäßige Erfahrung war, dass ich in den Frieden Gottes kam. Wo Gott gegenwärtig ist, ist Frieden spürbar. Das ist ein sehr großes Thema. Gott kann uns z.B. durch diesen Frieden leiten und uns helfen seine Gedanken von unseren eigenen Ideen zu unterscheiden. Darauf möchte ich jetzt nicht eingehen. Es ist aber sicher eine typische Erfahrung, wenn man nach Gott sucht. Dieser Frieden kann so stark werden, dass man sich fühlt, als wäre man herausgenommen aus dieser Welt – was wir im geistlichen Sinn ja auch sind. Manchmal ist es einfach Zeit sich vor Gott zu beugen und in Ehrfurcht neben ihm zu stehen, wie die Diener in Thronsaal stehen und auf das Wort ihres Herrn warten. Manchmal leitet Gott dich an, in der Autorität, die er dir gegeben hat zu deinen Problemen zu sprechen. Manchmal zeigt sich der Herr auch von der gesprächigen Seite und dann ist der kostbare Moment da, wo man ihn mit Fragen löchern kann und man tragfähige Antworten und sehr viel Weisheit bekommt.
Ganz „nebenbei“ baut sich dabei die Beziehung zu Gott auf. Während man einen weltlichen König nicht immer aufsuchen kann, haben wir als Kinder Gottes freie Bahn. Ich stellte auch fest, dass unsere Beziehung noch nicht so weit war, dass ein täglicher Besuch wirklich ausgefüllt wurde. Deshalb ging ich nur alle drei Tage in den Wald, anstatt mich mit einer täglichen Gebetszeit herumzuquälen, in der nichts passiert. Später verkürzte ich dann auf zwei Tage.

Bis zum Waldrand waren es ca. 10 Minuten. Schließlich war ich so „geübt“, dass ich immer am Waldrand in der Gegenwart Gottes war. Falls nicht, begann ich nach der Ursache zu suchen. War ich meinem hochgestellten Freund und Vater ungehorsam? Hatte ich kein Vertrauen zu ihm? Hatte ich mich von Ihm entfernt?

Wenn man sich oft besucht, lernt man sich kennen und es fällt dann auch im Alltag sehr viel leichter mit Gott verbunden zu sein. Heute habe ich eine Familie, einen Job, einen Garten … Aber ich bin mit Gott zusammen. Ich habe es im Wald gelernt, wie man es macht und was viel wichtiger ist: Ich habe Gott tiefer und selber kennengelernt.

Es spielt keine Rolle, wenn du keinen Wald oder keine Zeit hast. Gott hat für jeden den richtigen und absolut machbaren Weg. Wenn man glaubt, es sei so schwierig und fast unmöglich Gott zu begegnen, dann widerspricht dies dem Wort Gottes! (Siehe oben). Diese Überzeugung stammt aus religiösen Systemen in denen es häufig tatsächlich unmöglich ist Gott zu begegnen. 🙁 Löse dich davon! Gott ist dir nahe!

Warum Gott sich so schlecht verkauft

Könnte Gott nicht etwas mehr tun, um seine Sache voranzubringen? Es wäre doch für Gott kein großes Ding: ein paar Heilungen mehr und die Gemeinde wäre voll und könnte einen Erweiterungsbau finanzieren. Aber irgendwie scheint er keinen Sinn für gutes Marketing zu haben – oder woran liegt es? Die einfache Antwort ist: Gott hat schon alles getan.

Gott will nichts bewirken

Jeder will andere beeinflussen, z.B. seine eigene Meinung und Überzeugung vertreten und verbreiten. Oder nur auf die eigene Bedürftigkeit hinweisen. Menschen sollen dazu bewegt werden Geld für eine Sache auszugeben, sich auf vorgegebene Ziele auszurichten oder Beachtung zu schenken. Das ist so in der Wirtschaft, in der Politik und in fast jeder Art von zwischenmenschlicher Beziehung – es ist der Versuch den Anderen zu irgendetwas nützlichem zu bewegen.

Die Triebkraft hinter all dem ist der Mangel, der alles in der Welt prägt. Der Mangel an Ressourcen, Zuwendung, Liebe, Frieden, Sicherheit … Daraus ergibt sich die Notwendigkeit den Nächsten „anzuzapfen“ oder auf der anderen Seite die Notwendigkeit sich vor dem „Angezapft-werden“ zu schützen und deshalb tätig zu werden.
Gott ist frei von alledem! Er geht die Extra-Meile, er hält die andere Wange hin, er nutzt nicht einmal seine Knechte aus, die sich ihm freiwillig zur Verfügung gestellt haben. Sein Denken ist uns auch in diesem Punkt erstmal fremd: Er will nichts bewirken, er will uns nicht für irgendwas verbiegen. Es geht nicht um irgendwelche Ziele und Taten im Reich Gottes. Er ist selbstlos! Er will uns nur deshalb ganz für sich, weil er uns liebt. Dies ist das einzige Motiv und Gott ist auch in diesem Punkt völlig rein.

Was hat Jesus getan, um der bekannteste Mann der Weltgeschichte und der Heiland der ganzen Welt zu werden? War es sinnvoll geplant und durchorganisiert? Effektiv? Strategisch gut? Daran kann man zweifeln. Seine Taten waren gar nicht auf ihn selber gerichtet, sondern es waren Taten aus Motiven wie Barmherzigkeit, Liebe, Wahrhaftigkeit, Ehrfurcht vor Gott … Sein Dienst war ohne Politik für Ihn selber!

Wie sehr wünschen wir, dass Gott mehr für seine Zwecke bewirkt! Dass er für seine Sache stärker eintritt. Aber Gott ist größer und reiner, als wir es uns vorstellen: Er braucht nicht mitzukämpfen in dem Kampfgetümmel dieser Welt. Er hat keinen Mangel und es gibt keinen Zweifel daran, dass er sein Ziel erreichen wird. Er braucht daher nicht ständig zu ackern und zu wirken, um mit seiner Sache gegen den Teufel durchzukommen. Er hat alles vollbracht und ruht nun von seinen Werken. In diesen Frieden können auch wir hineinkommen:

Also bleibt noch eine Sabbatruhe dem Volk Gottes übrig. Denn wer in seine Ruhe eingegangen ist, der ist auch zur Ruhe gelangt von seinen Werken wie Gott von seinen eigenen. Laßt uns nun eifrig sein, in jene Ruhe einzugehen, damit nicht jemand nach demselben Beispiel des Ungehorsams falle! (Hebr 4,9-11)

Der Glauben richtet sich aktiv (hier steht „eifrig“) auf das, was Gott getan hat. So habe ich Frieden: Ich glaube, dass ich durch das Opfer von Jesus mit Gott im Reinen bin. Im Glauben vertraue ich mich Gott jeden Tag neu an und lassen mein Leben ein Stück weit los, indem ich mich durch sein Wort und seinen Geist leiten lasse. Alles ist ok., wenn mein großer Freund und Herr bei mir ist. Dies geschieht, wenn ich meine Gedanken und Motive auf Gott und sein Wort ausrichte. Ich strebe aktiv danach mit Gott von Herzen übereinzustimmen. Ich bleibe auf diese Weise in dem Geist Gottes und erfahre dann auch die Realität und Kraft seiner Gegenwart.

Ich will auch nichts bewirken

Ein großer Frieden und Segen für mich und andere liegt darin, niemanden beeinflussen zu müssen, nichts bewirken zu wollen für selbstsüchtige Zwecke. Das gilt besonders für das Zusammenleben in der Gemeinde. Der Nächste kann sich dann sehr wohl und sicher in meiner Nähe fühlen, weil er weiss, dass ich ihm Freiheit gebe und keinerlei Anspruch gegen ihn erhebe oder irgendeine Leistung oder Unterlassung von ihm fordere. So kann eine Gemeinschaft im Heiligen Geist entstehen, die wirklich das Reich Gottes widerspiegelt, in dem es keinen Mangel gibt. Die Gemeinde ist dann ein Ort wo jeder das beiträgt, was Gott ihm gegeben hat, statt ein Ort wie andere in der Welt zu sein, wo eine Vielzahl von Bedürfnissen und Anforderungen mühsam durch Kompromisse und Regeln (und Kämpfe) unter einen Hut gebracht werden müssen. Wo wenig gegenseitige Ansprüche erhoben werden, ist Frieden und Freiheit.

In diese Ruhe des Glaubens können auch wir hineingehen. In der Ruhe des Glaubens verspüre ich keinen Drang etwas zu bewirken, genauso wenig wie Gott, sondern in seinen Geist handle ich aus Erbarmen und Liebe ohne Berechnung und die Erfüllung von allem was Gott gesprochen hat findet sich in diesen vorbereiteten Werken. Das Wort Gottes erfüllt sich. Es wurde gesprochen und nun ruht Gott von seinem Werken. In seinem Geist erfüllt sich auch in meinem Leben das Wort Gottes – in der Ruhe des Glaubens.

Denn wir sind sein Gebilde, in Christus Jesus geschaffen zu guten Werken, die Gott vorher bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen. (Eph 2,10)

Die Verführung: Den Namen des Herrn benutzen, um etwas zu bewirken.

Da Gott alles hat und wir so viel brauchen, liegt es nahe Gott anzuzapfen und für unsere Bedürfnisse zu nutzen. Das gilt besonders für das organisierte Christentum mit der Vielzahl an Problemen, Erfordernissen und nicht zuletzt dem hohen Bedarf an Finanzen, um all das Gute tun zu können. Und schwupdiwup: Zur Kirche gehen ist „Gottesdienst“ (es ist gut für die Kirche – also auch für Gott). Nachfolge bedeutet Geld spenden und den Rest kann man vergessen. Was für die Kirche gut ist, ist „für Gott“ und wer dabei ist und doch nicht alles toll findet, ist eine Art Ketzer. Eigentlich geht es um die Organisation, die Gemeinde oder die Kirche, aber um die Leute anzuzapfen muss es natürlich „für Gott“ sein. Leicht entwickelt sich eine Denkweise, die Gott so als Mittel zum Zweck sieht. Der Zweck ist gut – also ist es „für Gott“ und es wird als selbstverständlich angenommen, dass Gott dies alles unterstützen wird. Gott ist so das Mittel zum (guten) Zweck.

Judas wollte Jesus als Messias sehen, der Israel befreit. Als er sah, dass Jesus nicht in seinen Sinn wirken wollte, verriet er ihn. Gott zu „benutzen“ ist eine Dummheit. Alle Versuche Gott zu etwas zu bewegen und vor den eigenen Karren zu spannen sind von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Gott hat sich nur einmal in die Hände der Menschen gegeben: Als Opfer am Kreuz. Er verkaufte sich nur einmal als Lösegeld für dich! Nun ist es vollbracht und die Tür steht offen. Du musst Gott nicht beraten, ihn anbetteln oder beeindrucken.

Niemals kann man Gott irgendwie lenken, auf den zweiten Platz versetzen oder beeinflussen. Alle, die das tun wollten sind in tiefste Finsternis gefallen: Satan, Judas, die Päpste des Mittelalters, die Leiter, die nur Ihre Organisation und Karriere im Kopf haben, wenn sie an Gott und sein Reich denken und schließlich über sich selber stolpern …
Wer Gott beeinflussen oder beraten oder „nutzen“ will, erhebt sich über Gott. Darum führen die Kraftanstrengungen, die darauf gerichtet sind „den Arm Gottes zu bewegen“ in die Depression und religiöse Bitterkeit. Ich habe es mehrmals miterlebt, wie bitter es ist, wenn ganze Gemeinden sich darauf versteifen, dass diese eine Person geheilt werden muss, dass dieses eine Projekt nicht scheitern darf usw. Dann wird Gott mit Fasten und Gebet bearbeitet – bis zur bitteren Enttäuschung. Weil es Überheblichkeit ist! Die Bibel sagt es klar:

Es gibt keine Weisheit und keine Einsicht und keinen Rat gegenüber dem HERRN. (Spr 21,30)

Also: Er gibt keine Methoden, oder Wege oder Ratschläge, die dazu führen, dass Gott so funktioniert, wie wir es wollen.

Freunde nutzen einander nicht aus

Die Freunde Gottes konnten und können Gott überreden! Abraham überredete Gott in Sachen Sodom und Gomorrah. Mose konnte Gott umstimmen, als der das Volk Israel vernichten wollte. Sie waren Freunde Gottes und konnten tatsächlich „den Arm Gottes bewegen“. Warum? Weil sie Freunde waren, die mit Gott reden konnten ohne ihn manipulieren zu wollen. Freunde wollen keinen „Einfluss ausüben“ oder einen Kuhhandel abschließen. Sie teilen ihr Herz in Freiheit Gott mit und Gott ist für sie offen.

Der Weg der Freundschaft ohne Hintergedanken ist weit besser als der Weg über religiöse Anstrengung. Auf den ersten Blick sieht es so aus als würde Gott die Menschen, die so angestrengt nach ihm suchen, hart abweisen und ihnen immer höhere Lasten auferlegen. Man fühlt sich wie ein Esel, dem immer eine Karotte hingehalten wird, die er nie bekommt. Man will doch von Gott geführt werden, etwas Sinnvolles tun, Frucht bringen und durchdringen zu Gott. Aber es führt höchstens zu kurzen Erlebnissen mit Gottes Gegenwart die oftmals völlig unerwartet und „unlogisch“ auftreten. Und immer, wenn man glaubt es geschafft zu haben, rutscht man wieder ab. Ist Gott grausam? Nein! Wir sind auf einem Weg unterwegs von dem Gott ausdrücklich gesagt hat, dass er nicht zu ihm führt! Spätestens, wenn man anfängt Gott anzuklagen und die Wut auf Ihn im Innern wächst, müsste man auf die Idee kommen, dass es nicht der Weg zu Gott sein kann.

Der Weg zu Gott steht offen. Er muss nicht mehr freigekämpft werden. Es ist ein Weg der Demut, des Vertrauens und der Freundschaft.

Dein Schlüssel zur Freiheit: Vergebung

Eine verborgene Blockade

Festgefahren? Ständige quälende Probleme? Dumpfe Sinnlosigkeit? Keine Erfahrung Gottes mehr? In vielen Fällen ist ein Mangel aus Vergebung die Ursache. Das scheint zu banal zu sein. Schon wieder so ein religiöses Patentrezept? Ich glaube, dass mein Leben durch Gottes Wort bestimmt wird. Wenn Gott wirklich Gott ist, dann sind alle Dinge durch das geprägt, was er denkt und will. Meiner Erfahrung nach kann man aus der Bibel erkennen, wie Gott ist und was er denkt und will. Das Wichtigste, was man aus der Bibel verstanden haben sollte, ist das „Evangelium“. Die gute Nachricht, dass Gott uns vergeben hat. Jesus hat eine Geschichte erzählt, die zeigt, was das für weitreichende Konsequenzen für uns hat:

Dann trat Petrus zu ihm und sprach: Herr, wie oft soll ich meinem Bruder, der gegen mich sündigt, vergeben? Bis siebenmal? Jesus spricht zu ihm: Ich sage dir: Nicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmal sieben mal! Deswegen ist es mit dem Reich der Himmel wie mit einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte. Als er aber anfing, abzurechnen, wurde einer zu ihm gebracht, der zehntausend Talente schuldete. Da er aber nicht zahlen konnte, befahl der Herr, ihn und seine Frau und die Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und damit zu bezahlen. Der Knecht nun fiel nieder, bat ihn kniefällig und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, und ich will dir alles bezahlen. Der Herr jenes Knechtes aber wurde innerlich bewegt, gab ihn los und erließ ihm das Darlehen. Jener Knecht aber ging hinaus und fand einen seiner Mitknechte, der ihm hundert Denare schuldig war. Und er ergriff und würgte ihn und sprach: Bezahle, wenn du etwas schuldig bist! Sein Mitknecht nun fiel nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, und ich will dir bezahlen. Er aber wollte nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis er die Schuld bezahlt habe. Als aber seine Mitknechte sahen, was geschehen war, wurden sie sehr betrübt und gingen und berichteten ihrem Herrn alles, was geschehen war. Da rief ihn sein Herr herbei und spricht zu ihm: Böser Knecht! Jene ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich batest. Solltest nicht auch du dich deines Mitknechtes erbarmt haben, wie auch ich mich deiner erbarmt habe? Und sein Herr wurde zornig und überlieferte ihn den Folterknechten, bis er alles bezahlt habe, was er ihm schuldig war. So wird auch mein himmlischer Vater euch tun, wenn ihr nicht ein jeder seinem Bruder von Herzen vergebt. (Mt 18,21-35)

Die Weigerung zu vergeben machte die Großzügigkeit des Königs zunichte. Der Schuldner verlor seine Freiheit, sein Vermögen und er wurde nun von den „Folterknechten“ gequält! In unserem Fall bedeutet es, dass wir den Mächten der Finsternis, die in der Welt wirksam sind, schutzlos ausgeliefert sind. Wir haben das Evangelium, das uns durch Vergebung die Gnade und den Schutz Gottes vermittelt, verlassen! Es geht also nicht darum, dass es ja schöner und besser wäre zu vergeben, sondern es geht buchstäblich um dein Leben. So sieht es aus Gottes Perspektive aus. Die Segnungen deiner neuen Geburt und des Lebens im Reich Gottes sind Frieden, Freude, Gerechtigkeit im Heiligen Geist, Annahme, Versorgung, Führung, Heilung, Gemeinschaft und ewiges Leben. Du willst nicht vergeben? Vergiss es alles!

Wie man von Herzen vergeben kann.

Jagt dem Frieden mit allen nach und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn schauen wird; (Hebr 12,14)

Vergeltet niemand Böses mit Bösem; seid bedacht auf das, was ehrbar ist vor allen Menschen! Wenn möglich, soviel an euch ist, lebt mit allen Menschen in Frieden!  (Röm 12,17)

Die Bibel ist auch hier realistisch. „Wenn möglich“ und „soviel an euch ist“ – also soviel an mir liegt. Vergebung hat nicht das Ziel den Anderen zu ändern oder konfliktfrei zu leben. Letzteres ist auf dieser Welt auch nicht möglich. 

„Ich kann nicht vergeben“ ist die häufigste Ausrede. Warum kannst Du nicht? Erscheinen Dir die Kosten zu hoch? Willst du weiterhin in Spannungen oder sogar Hass und Bitterkeit leben? Findest du es besser und bequemer immer das arme Opfer zu sein? Möchtest du nicht mehr mit dieser Welt mitleiden und es allen heimzahlen? Möchtest Du wie Gott sein und das Urteil über den Anderen sprechen? Zuerst denke ich immer daran, dass es gut für mich ist, wenn ich vergebe und mich aktiv um Versöhnung bemühe. Ich komme wieder in den Frieden Gottes, ich befreie mich von dem, was in mir arbeitet und mich psychisch und schließlich auch gesundheitlich belastet. Ich tue es zu Gottes Ehre und für sein Reich und werde dafür Gnade und Segen bekommen.

Dann hilft es mir auch auf die Gerechtigkeit Gottes zu vertrauen. Was ich jetzt sage ist nicht „christlich politisch korrekt“, aber es ist in der Bibel und hilft:

Wenn möglich, soviel an euch ist, lebt mit allen Menschen in Frieden! Rächt euch nicht selbst, Geliebte, sondern gebt Raum dem Zorn! Denn es steht geschrieben: «Mein ist die Rache; ich will vergelten, spricht der Herr.» Wenn nun deinen Feind hungert, so speise ihn; wenn ihn dürstet, so gib ihm zu trinken! Denn wenn du das tust, wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln.» Laß dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit dem Guten! (Röm 12,18-21)

„Gebt Raum dem Zorn!“ – Das hört sich gefährlich an, ist aber nicht schwer zu verstehen: Wenn ich vergebe, die Schulden streiche und mein Recht an dem Anderen loslasse vor Gott, dann überlasse ich Gott die Sache. Gott ist absolut gerecht. Aber wenn schuldbeladene Menschen andere schuldbeladene Menschen beschuldigen, dann ist dies alles von Gott weit entfernt und er wird nicht eingreifen. Wenn ich aber vergebe, so wie Gott mir vergeben hat, dann bin ich mir Gott verbunden und Gott wird sich meiner Sache annehmen. Es ist nicht so, dass Sünde und Schuld keine Konsequenzen haben. Das ist nur die Propaganda des Teufels. Gott ist kein Opa, der im Himmel sitzt, sich nachdenklich am Kopf kratzt und nichts tut. „Mein ist die Rache, ich will vergelten, spricht der Herr.“ Gott wird auch dem anderen Gelegenheit zur Umkehr geben, wie er auch uns reichlich Zeit gegeben hat. Aber schließlich wird Gott Gerechtigkeit schaffen und wenn es nicht auf positive Weise durch Umkehr und Gnade geschehen kann, dann im Gericht und indem der Betreffende die harten Konsequenzen seines Handelns erfährt. Ich überlasse es Gott. Er wird gut und vollkommen für mein Recht sorgen!

Ich darf sogar zum Angriff übergehen und Böses mit Gutem vergelten, so wie Gott ja auch selber gehandelt hat. Damit stelle ich mich ganz auf Gottes Seite und fordere sein Eingreifen geradezu heraus. So kann ich ein echter Überwinder sein, der das Böse nicht bloß erduldet, sondern aktiv besiegt.

Ich habe verstanden, dass Gott einmal am Tag des Gerichts über alles Recht sprechen wird und wir damit alles Böse für immer hinter uns lassen werden. Das ist auch eine gute Hilfe beim Vergeben: Ich stelle mir vor, dass ich nichts mehr gegen den Betreffenden haben werde vor dem Gericht Gottes. Er wird straffrei ausgehen, weil ich meine Anklage zurückgezogen habe. Es wird nicht mehr „richtiggestellt“ werden. Erstaunlicherweise haben wir tatsächlich von Gott Vollmacht bekommen Schuld zu vergeben auf der Erde:

Wenn ihr jemandem die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben, wenn ihr sie jemandem behaltet, sind sie ihm behalten. (Joh 20,23)

Wenn ich dazu ja gesagt habe, bin ich wirklich frei und auch meine Gefühle kommen wieder in Ordnung.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder der Betreffende ist auch ein Kind Gottes oder wurde es inzwischen, dann werde ich froh sein, dass ich ihm vergeben habe und damit meinem Bruder oder meiner Schwester geholfen habe. Auch ist es zu Gottes Ehre, wenn dadurch der Segen und der Frieden im seinem Reich wieder ein Stück größer geworden ist.

Oder aber der Betreffende wird nicht gerettet und muss für immer von Gott getrennt bleiben. Auch dann wird es gut für mich sein, dass ich ihm vergeben habe. Stell dir vor: Jemand, den du nicht leiden kannst erleidet ein schlimmes Schicksal. Wenn du noch nicht komplett verbittert bist wird es dich doch berühren und Mitgefühl für die Person wecken. So spricht man ja z.B. auch nur Gutes über Personen, die verstorben sind. Der ewige Tod ist mit Abstand das schlimmste, was einem passieren kann. Da fällt doch mein Problem, dass ich mit dem Menschen hatte absolut keine Rolle. Ebenso überragt auch das Wunder und die Freude der Errettung all die üblen Probleme dieser Welt.

Aktiv vergeben ist dein Schutz und eine neue Chance

Jeden Tag haben wir die Möglichkeit das Schlechte oder Böse, das an uns herangekommen ist oder das von uns ausgegangen ist durch Vergebung wirkungslos zu machen. Was für ein Privileg! Die meisten Menschen werden immer verbitterter oder bedrückter oder sie ziehen sich immer weiter in Stolz und arrogantes Verhalten zurück. Irgendwann stellen sich auch die gesundheitlichen Folgen ein. Stell dir vor, wie deine Ehe, deine Familie, deine Gemeinde oder dein Arbeitsplatz aussehen könnten, wenn du all das ungeschehen machen könntest, was es negativ beeinflusst hat. Und genau diese Möglichkeit hat Gott für uns geschaffen! Er hat selber den ersten Schritt getan und der ganzen Menschheit Versöhnung mit ihm angeboten und er hat unsere Vergebung gleichsam „rechtsverbindlich“ und wirksam vor ihm gemacht.

In einer schuldbeladenen Welt ist es unglaublich wichtig intensiv von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen. Wie ein Gärtner reiße ich ich jeden Tag die unerwünschten Pflanzen heraus und erfreue mich so am Segen und an der Frucht meines Gartens. Ärgernisse, Wut und Zorn sind nicht zu vermeiden, aber der nächste Tag wird ohne sie beginnen – seine Gnade ist jeden Morgen neu!

Zürnet, und sündigt dabei nicht! Die Sonne gehe nicht unter über eurem Zorn, (Eph 4,26) 

Vergebung und Versöhnung mit Gott sind das zentrale Thema des christlichen Glaubens. Wer das aus den Augen verloren hat, ist in großer Gefahr und Verwirrung. Bald kommen die „Folterknechte“ und legen los. Und dann verschwindest du in dem Gefängnis aus Schuld, Bitterkeit, Wut auf Gott, Enttäuschung und Depression. Aber du hast ja noch den Schlüssel in der Tasche! Benutze ihn jetzt!

 

 

Buchempfehlung zu diesem Thema: „Der Köder des Feindes“ von John Bevere

http://www.atempause.de/der-koder-des-feindes.html

http://www.asaphshop.de/epages/asaph.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/asaph/Products/129415