Die ersten Werke: Danken

Die Macht der Gedanken

Die ersten Christen wurden gelehrt sich auf das Danken zu konzentrieren. „Überreich“ sollten sie Gott für alles danken:

Wie ihr nun den Christus Jesus, den Herrn, empfangen habt, so wandelt in ihm, gewurzelt und auferbaut in ihm und gefestigt im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, indem ihr überreich seid in Danksagung! (Kol 2,6+7)

Unsere Gedanken und unsere ganze innere Einstellung bestimmen, welchen Weg wir gehen und wie wir leben. Danken ist entscheidend. Es richtet die Gedanken auf das Gute und Schöne, dass Gott schon gegeben hat.
Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist noch eines Wechsels Schatten. (Jak 1,17)

Jeder hat jeden Tag die Möglichkeit die Gedanken auf den Mangel und die Probleme zu richten oder auf das Gute, das Gott schon gegeben hat. Wenn man wenig hat, führt der Mangel von Dankbarkeit zur Bedrückung, zu Angst oder zu Wut und Neid. Gott ist weit weg, er behauptet zwar dich zu lieben, aber es fehlt an allem. Du brauchst so viel materiell und geistlich, aber du kannst es nicht empfangen, denn das Mangeldenken führt dich direkt in den Unglauben. Wenn du viel hast (seien es nun materielle oder „geistliche“ Dinge), dann führt dich der Mangel an Dankbarkeit in den Stolz und in ein letzten Endes sinnloses, selbstbestimmtes Leben. Du hat alles, du weißt alles und brauchst niemanden und auch Gott brauchst du nicht. Nur die Gier treibt dich weiter. Wenn du dagegen durch Danken anerkennst, dass alles von Gott kommt und dir letzten Endes nur für eine begrenzte Zeit übergeben worden ist, beugst du dich vor Gott. Dem Stolzen widersteht Gott, aber dem Demütigen gibt er Gnade (1.Petr 5,5). Absichtliches und anhaltendes Danken, bedeutet umzukehren von den Gedanken und inneren Einstellungen, die dich von Gott wegführen!

Grund genug zum Danken

Der Gott, der das Universum geschaffen hat und von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt, hat sein Liebstes hingegeben, um dich aus dieser Welt des Todes zu retten. Er selber nahm alles auf sich, was dich für immer von Gott getrennt hat. Und dann geht er noch darüber hinaus und bietet dir an, ein Teil seiner eigenen Familie zu sein. Er erwartet dafür nur dein Vertrauen und dass du ihn als Herrn anerkennst. – Und du bist tatsächlich der Meinung, du hättest wenig wofür du danken kannst?

Lese jeden Tag im Wort Gottes und danke Gottes immer wieder für die Erkenntnisse und die wunderbaren Zusagen, die Gott dir gibt. Danke Gott dafür, dass du durch die vielen Probleme über dich selber hinauswachsen kannst. Über dich im Danken. Jeden Tag! Danke Gott für seine Vergebung und Liebe, wenn du dich schuldig gemacht hast. Danke Gott für seinen Segen, wenn es gut läuft. Danke Gott, das er dir in allem raten wird:
Wenn aber jemand von euch Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der allen willig gibt und keine Vorwürfe macht, und sie wird ihm gegeben werden. (Jak 1,5)

Danke Gott allezeit

Darum seid nicht töricht, sondern versteht, was der Wille des Herrn ist! Und berauscht euch nicht mit Wein, worin Ausschweifung ist, sondern werdet voller Geist, indem ihr zueinander in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern redet und dem Herrn mit eurem Herzen singt und spielt! Sagt allezeit für alles dem Gott und Vater Dank im Namen unseres Herrn Jesus Christus! (Eph 5,17-20)

„Werdet voller Geist, indem …“ Loblieder, Danken, Lobpreis und Anbetung sind nicht der musikalische Teil des Gottesdienstes, sondern der Lobpreis in der Gemeinde dient dazu, dass du lernst und übst, dich auf Gott auszurichten und ihm Dank und Anbetung zu bringen. Im Alltag funktioniert es genauso, wie am Sonntag Morgen: Mit Dank und Anbetung treten wir voller Glauben und in der richtigen Haltung vor Gott und empfangen von ihm die Kraft und Hilfe, die wir heute brauchen!

Zurück zur ersten Liebe -Tue die ersten Werke!

„Wäre es nicht toll, wieder jeden Tag mit der Zuversicht, von Gott geliebt zu sein, aufzuwachen, ohne dies durch eigene gute Taten verdienen zu müssen? Das ist der Schlüssel zur ersten Liebe. Versuche nicht sie zu verdienen. Erkenne, dass du angenommen und geliebt bist – nicht für das, was du für Gott tun kannst, oder weil du irgendwie hoffst, dass du seiner Annahme würdig bist, sondern, weil es sein größter Wunsch ist, dich als eines seiner Kinder zu haben.“ ( Zitat aus dem Buch „Der Schrei der Wildgänse“ von Wayne Jacobsen und Dave Coleman, das ich gerne weiterempfehle.)

Im Glauben festgefahren?

Die längsten, fruchtlosen und dürren Zeiten „verdanke“ ich dem Selbstbetrug. Damit meine ich: zu glauben, dass man woanders ist, als es der Realität entspricht.
Der eine Grund kann Ungehorsam gegenüber Gott sein: Weil ich schwierige Schritte ausgespart oder umgangen hatte, glaubte ich Gott müsse nun etwas tun, um die nächsten Schritte zu zeigen und er würde mich nun weiterbringen. Den Stillstand und die Schwierigkeiten deutete ich als Wiederstand des Feindes oder bestenfalls als Prüfung. Der andere Grund kann eine Verstrickung in religiöses Denken sein: Mitarbeit, der Terminplan einer Kirche oder die Prioritäten meiner Gemeinde treten in den Mittelpunkt und verdrängen die Beziehung zu Gott, dem der erste Platz gehört. Auf subtile Weise können fromme Aktivitäten zu einem selbst gemachten und letztendlich totem Ersatz für das Leben mit Gott werden. Nun kann man noch weiter gehen und sich fest einbilden, dass all die Probleme, die Gott nutzen will, um mich wachzurütteln vom Teufel sind und dass ich nur noch härter so weitermachen muss, wie bisher, um zu Gott „durchzubrechen“. Es entsteht mit der Zeit eine komplett festgefahrene Situation. Dabei ist das „Auf der Stelle treten“ nur ein äußerliches Symptom. Im Kern geht es darum, dass sich meine Beziehung zu Gott nicht mehr weiterentwickelt. Was ich tue und wie ich lebe ist ja nur ein Spiegelbild meiner Beziehung zu Gott. Beziehungen ändern das Leben und meinen Weg. Die Beziehung zu Gott hat das Potential alles zu ändern – sogar weit über mein Leben auf der Erde hinaus.

Der Weg Gottes ist Wachstum in vielerlei Hinsicht:
Aber der Pfad der Gerechten ist wie das glänzende Morgenlicht, heller und heller erstrahlt es bis zur Tageshöhe. Der Weg der Gottlosen ist wie das Dunkel; sie erkennen nicht, worüber sie stürzen. (Spr 4,18+19)

Du wirst mir kundtun den Weg des Lebens; Fülle von Freuden ist vor deinem Angesicht, Lieblichkeiten in deiner Rechten immerdar. (Ps 16,11)

… bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zur vollen Mannesreife, zum Vollmaß des Wuchses der Fülle Christi. (Eph 4,13)

Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben. Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluß haben. (Joh 10,10)

Auf dem Weg, den Gott führt, werden uns zahlreiche Prüfungen und Widerstände begegnen, schließlich steht ein großer Teil dieser Welt Gott ablehnend gegenüber und auch der Teufel hat Macht in der Welt. Immer aber werden wir sehen, wie wir durch Gottes Gunst und Gnade auf die Siegerstraße zurück kommen. Wenn wir also dauerhaft nicht weiterkommen, müssen wir Gott bitten, uns die Stelle zu zeigen, wo wir vom Weg abgeirrt sind, damit wir zurückfinden auf den Weg des Lebens und wieder den vollen Segen der Gemeinschaft mit ihm bekommen. Dabei sollten wir auf keinen Fall gleich an die Liste von Dingen denken, in denen wir „versagt“ haben oder was wir alles „für Gott“ tun wollten. Unsere Liste unterscheidet sich in der Regel stark von Gottes Prioritäten. Das sehen wir ja daran, dass die Beschäftigung mit unserer Liste bisher keine Frucht gebracht hat.

Beeindruckende Bilanz, aber wenig Frucht und kein Weg zu sehen?

In der Bibel finden wir das bekannte Beispiel der Gemeinde von Ephesus. Die hatten wirklich eine beeindruckende Bilanz vorzuweisen: Der Apostel Paulus hatte dort jahrelang gelehrt, sie hatten weitere Gemeinden gegründet, sie hatten Erweckung in der römischen Provinz Asien bewirkt, sie waren ein Zentrum der apostolischen Lehre, sie waren ein Zentrum des Gebets … Ich wäre da gern Mitglied gewesen.
Jesus sagte folgendes zu ihnen:
… und du hast Ausharren und hast vieles getragen um meines Namens willen und bist nicht müde geworden. Aber ich habe gegen dich, daß du deine erste Liebe verlassen hast. Denke nun daran, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, so komme ich dir und werde deinen Leuchter von seiner Stelle wegrücken, wenn du nicht Buße tust. (Offb 2,3-5)

So war auch meine Situation: Ich hatte vieles getragen und „ausgeharrt“, aber irgendwie ohne Frucht, Leben und Segen. Weil meine Beziehung zu Jesus sich nicht weiterentwickelt hat! Wenn es dir auch so geht, dann höre, was Jesus auch Dir sagt: Du hast die erste Liebe zu ihm verlassen. „Denke nun daran, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke!“

Die ersten Werke: Prio 1

Was sind das für „erste Werke“ – also aus dem kanaanäischen übersetzt: Worauf muss man achten und was muss man tun, um aus der festgefahrenen Situation rauszukommen und wieder das Leben mit Jesus in vollen Zügen zu genießen? Es ist das, was am Anfang unseres Wegs mit Gott (hoffentlich) im Mittelpunkt stand. Denn so, wie es begann, soll es nach Gottes Wort auch weitergehen:
Wie ihr nun den Christus Jesus, den Herrn, empfangen habt, so wandelt in ihm, … (Kol 2,6)

In den nächsten Folgen werden wir uns die ersten Werke wieder ins Gedächtnis rufen, damit wir danach handeln.

Es ist besser zu wissen, dass man einen bestimmten Schritt nicht gehen will und sich dann mit dem Erreichten zu begnügen, als in Verwirrung und Selbstbetrug zu leben, indem man meint, man habe alles getan und alles „probiert“ und Gott hätte nichts getan. So geraten wir in Verwirrung, stecken womöglich andere damit an und machen Gott zu Lügner. Gott hat uns Freiheit gegeben so weit zu gehen, wie wir es wollen! Und dabei bleibt es. Ich finde es auch nicht gut, wenn manche die Gemeinde immer so weiter treiben möchten. Wonach Gott sucht, ist eine Entscheidung von Herzen aus Liebe und Freundschaft zu ihm! Er gibt Freiheit und ist nicht sauer, wenn du nur ein guter Bekannter von ihm bleiben möchtest. Wenn ich immer wieder in der Gemeinde nach vorne, um mich „hinzugeben“ und feierlich erkläre etwas zu wollen, was ich in Wirklichkeit nicht will, dann führt mich das in Verwirrung und religiöse Verstrickung. Wie befreiend ist es doch statt dessen, wenn wir eine klare Standortbestimmung haben und uns nicht selbst verurteilen müssen, weil Gott es ja auch nicht tut und uns aus reiner Gnade so angenommen hat, wie wir sind.