Wie bleibt man in Gottes Gegenwart?

Ein Psalm. Von David. HERR, wer darf in deinem Zelt weilen? Wer darf wohnen auf deinem heiligen Berg?

Der rechtschaffen wandelt und Gerechtigkeit übt und Wahrheit redet in seinem Herzen,

nicht verleumdet mit seiner Zunge, kein Übel tut seinem Gefährten und keine Schmähung bringt auf seinen Nächsten,

in dessen Augen der Verworfene verachtet ist, der aber die ehrt, die den HERRN fürchten; der, hat er zum Schaden geschworen, es nicht ändert;

der sein Geld nicht auf Zins gibt, und kein <Bestechungs->Geschenk nimmt gegen den Unschuldigen. Wer solches tut, wird nicht wanken in Ewigkeit. (Ps 15)

Gottes Gegenwart erleben und darin bleiben

Natürlich ist der allmächtige Gott auch allgegenwärtig. Aber darum geht es mir nicht. Ich spreche von der erfahrbaren oder „manifestierten“ Gegenwart Gottes. Weil ich von Neuem geboren wurde (Joh 3) und mit dem Heiligen Geist erfüllt wurde, bin ich mit Gott zusammen. (Was vorher nicht der Fall war.)

Genauso, wie menschliche Beziehungen und Begegnungen auch von Gefühlen und Eindrücken begleitet werden, ist das auch bei der Begegnung mit Gott der Fall. Sie sind nicht die Basis oder das Ziel der Beziehung, aber ganz natürliche Begleiterscheinungen. Wenn ich sorgenvoll zu Gott bete und dann Glauben gewinne, dass er mir helfen wird, empfinde ich Frieden und Erleichterung. Wenn ich vor Gott ein reines Gewissen habe, fühle ich Geborgenheit und Ruhe. Wenn ich sehe, wie Gott handelt oder wenn ich mir bewusst bin, dass Jesus mein ganzes Leben ans Kreuz getragen hat, freue ich mich. Das ist ganz natürlich und hat nichts damit zu tun, dass in der Kirche jemand „Lasset uns freuen und fröhlich sein …“ sagt. Aber es geht auch noch darüber hinaus. Wenn Gottes Geist uns erfüllt, kommt wirklich Leben und Kraft in uns hinein und so ist man voller Freude, erleichtert und sehr zuversichtlich. In der Anbetung ist es oft, als würde man den Thronsaal Gottes betreten. Voller Ehrfurcht und Staunen steht man in der heiligen Gegenwart Gottes. Gelegentlich kommt der Heilige Geist auch mit seinem grellen Licht, das alles aufdeckt, was verborgen ist und ich bin erschüttert und beunruhigt – bis ich es vor Gott bereinigt habe. Manchmal kommt der Geist auch auf eine ganze Versammlung und wirkt auf verschiedene Weise, so dass einige lachen andere weinen und wieder andere neuen Glauben und Kraft vom Herrn empfangen. Es gibt „mancherlei Austeilungen des Heiligen Geistes“ (Hebr 2,4) …
Meistens ist es der „leise Wind“ (1.Kön 19,12), der uns spürbar macht, dass Gott, unser Vater, bei uns ist. Es ist schön und sehr nützlich in Gottes Gegenwart zu bleiben, seine Stimme zu hören und immer mit ihm zu gehen. Das ist das ewige Leben: Gott kennen und bei ihm sein (Joh 17). Es beginnt hier! Dafür nennt Ps 15 einige einfache Voraussetzungen.

Bleibe auf dem Weg mit Gott – dies sind die Leitplanken

Wenn ein Auto in die Leitplanken kracht, geht es ohne Abschleppdienst und Reparatur nicht mehr weiter. Wenn du mit voller Wucht in die Leitplanken von Ps 15 krachst, wirst du Hilfe brauchen für Buße und Wiederherstellung. Hier sind die göttlichen Begrenzer:

  • „Der rechtschaffen wandelt und Gerechtigkeit übt …“ Das bedeutet, Gehorsam gegenüber den grundlegenden Geboten, wie den 10 Geboten und dem, was Gott dir darüber hinaus klar mitgeteilt hat.
    «Man hat dir mitgeteilt, o Mensch, was gut ist. Und was fordert der HERR von dir, als Recht zu üben und Güte zu lieben und demütig zu gehen mit deinem Gott?» (Micha 6,8)
  • „ … und Wahrheit redet in seinem Herzen, “ Wenn du im Geist Gottes bleiben willst, kannst du deine Gedanken nicht mit dem Schmutz dieser Welt füllen. Was soll in dir drin sein? Richte dich innerlich auf Jesus und die Dinge seines Reiche aus! (siehe auch Kolosser 3,1+2)
    Ausserdem geht es hier auch um das große Thema Aufrichtigkeit vor Gott. Bleibe bei der Wahrheit – auch über dich selber.
  • „ … nicht verleumdet mit seiner Zunge …“ Gott will unseren Worten Vollmacht geben und uns zum Segen und nicht zum Fluch für andere machen. Das große Thema „Zunge“ findest Du z.B. hier: Lk 6,45; Jak 1,26 und 3,4-12; 1.Petr 3,10
  • „kein Übel tut seinem Gefährten und keine Schmähung bringt auf seinen Nächsten“ Jesus und die Apostel haben geboten, die Geschwister im Glauben zu lieben (Joh 15,9-12). Wenn wir den Nächsten lieben (z.B. auch in unserer Familie), handeln wir automatisch in Gottes Sinn (Mt 22,39 u.v.a). Die selbstlose Liebe ist Gottes eigenes Wesen und bedeckt eine Menge Sünden (1.Petr 4,8).
  • „in dessen Augen der Verworfene verachtet ist, der aber die ehrt, die den HERRN fürchten; “ Heute werden die hochgejubelt, die es am Schlimmsten treiben. Wir können frei vom Menschenfurcht das Gute gutheißen und das Böse zurückweisen. Wer sind deine Vorbilder? Ist es in Ordnung, weil es im Fernsehen kommt oder alle es toll finden?
  • „der, hat er zum Schaden geschworen, es nicht ändert;“ Gott ist absolut treu und verlässlich. Was er sagt, gilt. Wenn wir das erfahren wollen, müssen wir diesem Beispiel nachfolgen. Damit wir damit nicht überfordert werden, rät Gott dringend von Schwüren und großartigen Erklärungen ab, die uns am Ende nur selbst verurteilen. Ein klares Ja oder Nein will Gott hören. (Mt 5,37; Jak 5,12)
  •   „ … der sein Geld nicht auf Zins gibt, und kein <Bestechungs->Geschenk nimmt gegen den Unschuldigen.“ Habgier ist eine der großen Quellen für das Böse in der Welt. Du kannst nicht Gott dienen und dem Mammon (Lk 16,13; 1.Tim 6,10; Hebr 13,5).

Wer solches tut, wird nicht wanken in Ewigkeit. – Ein großartiges Versprechen! Dazu kann man nur noch „Amen!“ sagen.