Worauf Gott Lust hat

Das Fett der Nieren und der Lappen über der Leber

Und von dem Heilsopfer soll er dem HERRN ein Feueropfer darbringen: das Fett, das die Eingeweide bedeckt, und alles Fett, das an den Eingeweiden ist,die beiden Nieren und das Fett, das an ihnen und das an den Lenden ist, und den Lappen über der Leber: bei den Nieren soll er es abtrennen. Und die Söhne Aarons sollen es auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen, auf dem Brandopfer, das auf dem Holz über dem Feuer ist: ein Feueropfer ist es als wohlgefälliger Geruch für den HERRN. (3.Mose 3,3-5)

Das Heilsopfer (auch Friedensopfer oder Gemeinschaftsopfer) war ein freiwilliges Opfer, das aus Dankbarkeit Gott gebracht wurde. Es ist ein Opfer, das den Bund mit Gott bekräftigte und mit dem Gemeinschaft (Zusammensein, im Bund mit einander stehen) mit Gott hergestellt wurde. Während man heute das Fleisch lieber mager isst, wurde früher das Fett wertgeschätzt. Das Fett der Nieren und der Innereien ist also das Symbol der inneren Werte, die hier Gott zum „wohlgefälligen Geruch“ als Opfer gebracht werden.

Gottes Wertschätzung gilt den inneren Werten. Tief in unserem innersten Menschsein sucht er nach den Werten und dem Geist, den er in uns wohnen lässt.

Nur wenn wir unser Innenleben Gott hingeben und „Wahrheit im Innern“ haben, haben wir echte Gemeinschaft mit Gott. Das ist das Gott wohlgefällige Opfer und echte Anbetung.

Siehe, du hast Lust an der Wahrheit im Innern, und im Verborgenen wirst du mir Weisheit kundtun. (Ps 51,8)

Die wahren Anbeter beten Gott „im Geist und in der Wahrheit“ an und der „Vater, der im Verborgenen sieht“ belohnt sie. (Joh 4,23; Mt 6,8)

Gott sieht das Herz

Wenn die Bibel von unserem inneren Leben spricht, wird meistens der Begriff „Herz“ verwendet. Dieser Begriff wird viel öfter gebraucht als Begriffe wie z.B. „Geist“, „Seele“, „Gedanken“. „Herz“ meint das, was wir hinter der Fassade sind. Unser wahres Ich – unsere Persönlichkeit.

Das wird in folgendem Vers klar:

Wie im Wasser das Gesicht dem Gesicht entspricht, so das Herz des Menschen dem Menschen. (Spr 27,19)

So wie sich unser Gesicht im Wasser spiegelt, so entspricht unser „Herz“ unserer ganzen Persönlichkeit. Es zeigt, wie wir wirklich im Innern sind. Gott sucht auf der ganzen Erde nach Menschen, deren Herz auf ihn gerichtet ist. Deren Motive und Gedanken von seinem Geist und von der Liebe zu ihm bestimmt sind.

Denn des HERRN Augen durchlaufen die ganze Erde, um denen treu beizustehen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist. (2 Chr 16,9a)

Das ist eine der großen Offenbarungen der Bibel: Gott möchte kein unnahbarer Gott sein und was er will sind nicht Rituale, Abgaben, Opfer, Geld oder Macht. Er sucht nach inneren Werten wie Wahrhaftigkeit, Freundschaft, Vertrauen und Treue. Er sucht Freundschaft und Herzen, die Ihm zugewandt sind. Das ist weit entfernt von dem, was die meisten Menschen von „Gott“ erwarten. Er achtet auf dich! Er interessiert sich nicht für dein Geld, dein Können oder dein Versagen. Er sucht nicht Perfektion oder Leistung, sondern ein Herz, das ihm Freundschaft und Treue anbietet. Einen solchen Menschen fand Gott in David:

Ich habe David gefunden, meinen Knecht. Mit meinem heiligen Öl habe ich ihn gesalbt. (Ps 89,21)

…, erweckte er ihnen David zum König, welchem er auch Zeugnis gab und sprach: „Ich habe David gefunden, den Sohn Isais, einen Mann nach meinem Herzen, der meinen ganzen Willen tun wird.“ (Apg 13,22)

Was war besonders an David? Er war nicht perfekt, er war in seiner eigenen Familie eine Randfigur und sein Leben war geprägt von Kämpfen und zerbrochenen Beziehungen. Gott sah etwas anderes. Er sah auf sein Herz. Als Davids Brüder zu Samuel geführt wurden, damit er den künftigen König aussuchen sollte, sagte Gott:

Aber der HERR sprach zu Samuel: Sieh nicht auf sein Aussehen und auf seinen hohen Wuchs! Denn ich habe ihn verworfen. Denn der HERR sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Denn der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist, aber der HERR sieht auf das Herz. (1.Sam 16,7)

Die gute Nachricht ist: Wir haben von Gott die Kraft bekommen, uns von unserer natürlichen Identität abzuwenden und unser Herz auf Gott zu richten. Ein anderer Geist wohnt jetzt in uns, der uns andere Motive, innere Einstellungen und Denkweisen vermittelt. Es ist der Heilige Geist Gottes! Er strebt danach, dass wir das alte Wesen loslassen und uns den neuen inneren Werten zuwenden.

Oder meint ihr, daß die Schrift umsonst rede: «Eifersüchtig sehnt er sich nach dem Geist, den er in uns wohnen ließ? (Jak 4,5)