Dein Schlüssel zur Freiheit: Vergebung

Eine verborgene Blockade

Festgefahren? Ständige quälende Probleme? Dumpfe Sinnlosigkeit? Keine Erfahrung Gottes mehr? In vielen Fällen ist ein Mangel aus Vergebung die Ursache. Das scheint zu banal zu sein. Schon wieder so ein religiöses Patentrezept? Ich glaube, dass mein Leben durch Gottes Wort bestimmt wird. Wenn Gott wirklich Gott ist, dann sind alle Dinge durch das geprägt, was er denkt und will. Meiner Erfahrung nach kann man aus der Bibel erkennen, wie Gott ist und was er denkt und will. Das Wichtigste, was man aus der Bibel verstanden haben sollte, ist das „Evangelium“. Die gute Nachricht, dass Gott uns vergeben hat. Jesus hat eine Geschichte erzählt, die zeigt, was das für weitreichende Konsequenzen für uns hat:

Dann trat Petrus zu ihm und sprach: Herr, wie oft soll ich meinem Bruder, der gegen mich sündigt, vergeben? Bis siebenmal? Jesus spricht zu ihm: Ich sage dir: Nicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmal sieben mal! Deswegen ist es mit dem Reich der Himmel wie mit einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte. Als er aber anfing, abzurechnen, wurde einer zu ihm gebracht, der zehntausend Talente schuldete. Da er aber nicht zahlen konnte, befahl der Herr, ihn und seine Frau und die Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und damit zu bezahlen. Der Knecht nun fiel nieder, bat ihn kniefällig und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, und ich will dir alles bezahlen. Der Herr jenes Knechtes aber wurde innerlich bewegt, gab ihn los und erließ ihm das Darlehen. Jener Knecht aber ging hinaus und fand einen seiner Mitknechte, der ihm hundert Denare schuldig war. Und er ergriff und würgte ihn und sprach: Bezahle, wenn du etwas schuldig bist! Sein Mitknecht nun fiel nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, und ich will dir bezahlen. Er aber wollte nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis er die Schuld bezahlt habe. Als aber seine Mitknechte sahen, was geschehen war, wurden sie sehr betrübt und gingen und berichteten ihrem Herrn alles, was geschehen war. Da rief ihn sein Herr herbei und spricht zu ihm: Böser Knecht! Jene ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich batest. Solltest nicht auch du dich deines Mitknechtes erbarmt haben, wie auch ich mich deiner erbarmt habe? Und sein Herr wurde zornig und überlieferte ihn den Folterknechten, bis er alles bezahlt habe, was er ihm schuldig war. So wird auch mein himmlischer Vater euch tun, wenn ihr nicht ein jeder seinem Bruder von Herzen vergebt. (Mt 18,21-35)

Die Weigerung zu vergeben machte die Großzügigkeit des Königs zunichte. Der Schuldner verlor seine Freiheit, sein Vermögen und er wurde nun von den „Folterknechten“ gequält! In unserem Fall bedeutet es, dass wir den Mächten der Finsternis, die in der Welt wirksam sind, schutzlos ausgeliefert sind. Wir haben das Evangelium, das uns durch Vergebung die Gnade und den Schutz Gottes vermittelt, verlassen! Es geht also nicht darum, dass es ja schöner und besser wäre zu vergeben, sondern es geht buchstäblich um dein Leben. So sieht es aus Gottes Perspektive aus. Die Segnungen deiner neuen Geburt und des Lebens im Reich Gottes sind Frieden, Freude, Gerechtigkeit im Heiligen Geist, Annahme, Versorgung, Führung, Heilung, Gemeinschaft und ewiges Leben. Du willst nicht vergeben? Vergiss es alles!

Wie man von Herzen vergeben kann.

Jagt dem Frieden mit allen nach und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn schauen wird; (Hebr 12,14)

Vergeltet niemand Böses mit Bösem; seid bedacht auf das, was ehrbar ist vor allen Menschen! Wenn möglich, soviel an euch ist, lebt mit allen Menschen in Frieden!  (Röm 12,17)

Die Bibel ist auch hier realistisch. „Wenn möglich“ und „soviel an euch ist“ – also soviel an mir liegt. Vergebung hat nicht das Ziel den Anderen zu ändern oder konfliktfrei zu leben. Letzteres ist auf dieser Welt auch nicht möglich. 

„Ich kann nicht vergeben“ ist die häufigste Ausrede. Warum kannst Du nicht? Erscheinen Dir die Kosten zu hoch? Willst du weiterhin in Spannungen oder sogar Hass und Bitterkeit leben? Findest du es besser und bequemer immer das arme Opfer zu sein? Möchtest du nicht mehr mit dieser Welt mitleiden und es allen heimzahlen? Möchtest Du wie Gott sein und das Urteil über den Anderen sprechen? Zuerst denke ich immer daran, dass es gut für mich ist, wenn ich vergebe und mich aktiv um Versöhnung bemühe. Ich komme wieder in den Frieden Gottes, ich befreie mich von dem, was in mir arbeitet und mich psychisch und schließlich auch gesundheitlich belastet. Ich tue es zu Gottes Ehre und für sein Reich und werde dafür Gnade und Segen bekommen.

Dann hilft es mir auch auf die Gerechtigkeit Gottes zu vertrauen. Was ich jetzt sage ist nicht „christlich politisch korrekt“, aber es ist in der Bibel und hilft:

Wenn möglich, soviel an euch ist, lebt mit allen Menschen in Frieden! Rächt euch nicht selbst, Geliebte, sondern gebt Raum dem Zorn! Denn es steht geschrieben: «Mein ist die Rache; ich will vergelten, spricht der Herr.» Wenn nun deinen Feind hungert, so speise ihn; wenn ihn dürstet, so gib ihm zu trinken! Denn wenn du das tust, wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln.» Laß dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit dem Guten! (Röm 12,18-21)

„Gebt Raum dem Zorn!“ – Das hört sich gefährlich an, ist aber nicht schwer zu verstehen: Wenn ich vergebe, die Schulden streiche und mein Recht an dem Anderen loslasse vor Gott, dann überlasse ich Gott die Sache. Gott ist absolut gerecht. Aber wenn schuldbeladene Menschen andere schuldbeladene Menschen beschuldigen, dann ist dies alles von Gott weit entfernt und er wird nicht eingreifen. Wenn ich aber vergebe, so wie Gott mir vergeben hat, dann bin ich mir Gott verbunden und Gott wird sich meiner Sache annehmen. Es ist nicht so, dass Sünde und Schuld keine Konsequenzen haben. Das ist nur die Propaganda des Teufels. Gott ist kein Opa, der im Himmel sitzt, sich nachdenklich am Kopf kratzt und nichts tut. „Mein ist die Rache, ich will vergelten, spricht der Herr.“ Gott wird auch dem anderen Gelegenheit zur Umkehr geben, wie er auch uns reichlich Zeit gegeben hat. Aber schließlich wird Gott Gerechtigkeit schaffen und wenn es nicht auf positive Weise durch Umkehr und Gnade geschehen kann, dann im Gericht und indem der Betreffende die harten Konsequenzen seines Handelns erfährt. Ich überlasse es Gott. Er wird gut und vollkommen für mein Recht sorgen!

Ich darf sogar zum Angriff übergehen und Böses mit Gutem vergelten, so wie Gott ja auch selber gehandelt hat. Damit stelle ich mich ganz auf Gottes Seite und fordere sein Eingreifen geradezu heraus. So kann ich ein echter Überwinder sein, der das Böse nicht bloß erduldet, sondern aktiv besiegt.

Ich habe verstanden, dass Gott einmal am Tag des Gerichts über alles Recht sprechen wird und wir damit alles Böse für immer hinter uns lassen werden. Das ist auch eine gute Hilfe beim Vergeben: Ich stelle mir vor, dass ich nichts mehr gegen den Betreffenden haben werde vor dem Gericht Gottes. Er wird straffrei ausgehen, weil ich meine Anklage zurückgezogen habe. Es wird nicht mehr „richtiggestellt“ werden. Erstaunlicherweise haben wir tatsächlich von Gott Vollmacht bekommen Schuld zu vergeben auf der Erde:

Wenn ihr jemandem die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben, wenn ihr sie jemandem behaltet, sind sie ihm behalten. (Joh 20,23)

Wenn ich dazu ja gesagt habe, bin ich wirklich frei und auch meine Gefühle kommen wieder in Ordnung.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder der Betreffende ist auch ein Kind Gottes oder wurde es inzwischen, dann werde ich froh sein, dass ich ihm vergeben habe und damit meinem Bruder oder meiner Schwester geholfen habe. Auch ist es zu Gottes Ehre, wenn dadurch der Segen und der Frieden im seinem Reich wieder ein Stück größer geworden ist.

Oder aber der Betreffende wird nicht gerettet und muss für immer von Gott getrennt bleiben. Auch dann wird es gut für mich sein, dass ich ihm vergeben habe. Stell dir vor: Jemand, den du nicht leiden kannst erleidet ein schlimmes Schicksal. Wenn du noch nicht komplett verbittert bist wird es dich doch berühren und Mitgefühl für die Person wecken. So spricht man ja z.B. auch nur Gutes über Personen, die verstorben sind. Der ewige Tod ist mit Abstand das schlimmste, was einem passieren kann. Da fällt doch mein Problem, dass ich mit dem Menschen hatte absolut keine Rolle. Ebenso überragt auch das Wunder und die Freude der Errettung all die üblen Probleme dieser Welt.

Aktiv vergeben ist dein Schutz und eine neue Chance

Jeden Tag haben wir die Möglichkeit das Schlechte oder Böse, das an uns herangekommen ist oder das von uns ausgegangen ist durch Vergebung wirkungslos zu machen. Was für ein Privileg! Die meisten Menschen werden immer verbitterter oder bedrückter oder sie ziehen sich immer weiter in Stolz und arrogantes Verhalten zurück. Irgendwann stellen sich auch die gesundheitlichen Folgen ein. Stell dir vor, wie deine Ehe, deine Familie, deine Gemeinde oder dein Arbeitsplatz aussehen könnten, wenn du all das ungeschehen machen könntest, was es negativ beeinflusst hat. Und genau diese Möglichkeit hat Gott für uns geschaffen! Er hat selber den ersten Schritt getan und der ganzen Menschheit Versöhnung mit ihm angeboten und er hat unsere Vergebung gleichsam „rechtsverbindlich“ und wirksam vor ihm gemacht.

In einer schuldbeladenen Welt ist es unglaublich wichtig intensiv von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen. Wie ein Gärtner reiße ich ich jeden Tag die unerwünschten Pflanzen heraus und erfreue mich so am Segen und an der Frucht meines Gartens. Ärgernisse, Wut und Zorn sind nicht zu vermeiden, aber der nächste Tag wird ohne sie beginnen – seine Gnade ist jeden Morgen neu!

Zürnet, und sündigt dabei nicht! Die Sonne gehe nicht unter über eurem Zorn, (Eph 4,26) 

Vergebung und Versöhnung mit Gott sind das zentrale Thema des christlichen Glaubens. Wer das aus den Augen verloren hat, ist in großer Gefahr und Verwirrung. Bald kommen die „Folterknechte“ und legen los. Und dann verschwindest du in dem Gefängnis aus Schuld, Bitterkeit, Wut auf Gott, Enttäuschung und Depression. Aber du hast ja noch den Schlüssel in der Tasche! Benutze ihn jetzt!

 

 

Buchempfehlung zu diesem Thema: „Der Köder des Feindes“ von John Bevere

http://www.atempause.de/der-koder-des-feindes.html

http://www.asaphshop.de/epages/asaph.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/asaph/Products/129415