Gottes Medizin gegen Rassismus und Nationalismus: Das „Gebetshaus für alle Völker“.

Und die Söhne der Fremde, die sich dem HERRN angeschlossen haben, um ihm zu dienen und den Namen des HERRN zu lieben, ihm zu Knechten zu sein, jeden, der den Sabbat bewahrt, ihn nicht zu entweihen, und alle, die an meinem Bund festhalten: die werde ich zu meinem heiligen Berg bringen und sie erfreuen in meinem Bethaus. Ihre Brandopfer und ihre Schlachtopfer sollen mir ein Wohlgefallen sein auf meinem Altar. Denn mein Haus wird ein Bethaus genannt werden für alle Völker. (Jes 56,6-7 vergl. Mk 11,17)

Die gemeinsame Wurzel

Die Bibel erzählt die Geschichte besonderer Familien, die am Anfang der Geschichte Gottes mit den Menschen standen. Adam und Eva, Noah und seine Nachkommen und schließlich Abraham und Sara, mit ihren Kindern. Gott sieht die Menschen als eine große Familie mit vielen unterschiedlichen Zweigen an. Wir sind die Nachkommen Adams und Noahs. Wir alle können „Kinder Abrahams“ werden, wenn wir seinem Beispiel des Glaubens nachfolgen. (Mt 8,11; Röm 4,12; 1.Petr 3,6)

Es gibt keine Völker, die einfach so für sich stehen und keinen Bezug zu den anderen haben. Sie haben eine gemeinsame Wurzel.

Der Strom des Segens: Abraham  

Abraham war kein perfekter Mensch. Aus Angst vor Übergriffen gab er seine Frau Sara als seine Schwester aus und riskierte sogar, dass sie beinahe mit einem anderen verheiratet wurde. Er hatte aber etwas, was ihn in Gottes Augen von den anderen Menschen seiner Zeit unterschied. Er vertraute Gott. Er glaubte und sein Glauben ehrte Gott. Deshalb war er als unvollkommener (sündiger) Mensch bei Gott akzeptiert. Er war sogar sein Freund in einem sehr persönlichen Sinn. Er tat einfach, was Gott sagte, auch wenn es sinnlos erschien. Selbst das Leben seines einzigen Sohnes war in seinen Augen weniger wert, als das Privileg der Stimme Gottes zu gehorchen. Er glaubte Gottes Zusagen, auch wenn nichts davon zu sehen war. So wurde er zum Stammvater einer neuen Familie, die in besonderer Beziehung zu Gott steht. Heute nennt Gott diese Gruppe von Menschen seine Kinder – seine Familie eben.

 

Und die Schrift wurde erfüllt, welche sagt: „Abraham aber glaubte Gott, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet“, und er wurde „Freund Gottes“ genannt. (Jak 2,23 s. auch Parallelverse)

Diese wunderbare Beziehung zu Gott sollte ein Schatz und ein Erbteil der Nachkommen Abrahams sein. Und immer wieder gab es unter den Nachkommen Abrahams Menschen, auf die dieses Privileg übertragen wurde. Zuerst Isaak, dann Jakob und dann lebten diese Menschen mitten im Volk Israel. Aber Gottes Plan geht weit über die leiblichen Nachkommen Abrahams hinaus. In Abraham wurden alle Nationen gesegnet. Denn er erkannte eine neue Möglichkeit Gott kennenzulernen durch Glauben. Heute steht für jeden Menschen die Tür zu Gottes Familie offen. Gott bietet jedem Menschen Versöhnung und Adoption in seine Familie an – durch Jesus.

 

Erkennt daraus: die aus Glauben sind, diese sind Abrahams Söhne! Die Schrift aber, voraussehend, daß Gott die Nationen aus Glauben rechtfertigen werde, verkündigte dem Abraham die gute Botschaft voraus: „In dir werden gesegnet werden alle Nationen.“ Folglich werden die, die aus Glauben sind, mit dem gläubigen Abraham gesegnet. (Gal 3,7-9 vergl. 1.Mose 18,18)

Die Beziehung zu Gott macht Menschen aus allen Nationen und Kulturen zu neuen Menschen „in Christus“. Es ist nicht Gottes Absicht eine Einheitskultur zu schaffen, sondern er will Menschen aus allen Nationen und Kulturen seiner Familie anschließen.

Die ersten Apostel überraschte das, wie man an der Geschichte von Petrus und dem römischen Hauptmann Cornelius sieht. Sie erwarteten, dass Gott nur innerhalb der jüdischen Kultur und Nation wirken würde. Heute zieht sich dieser Segen wie ein Strom des Lebens durch fast alle Nationen. Gott hat seine Familie ausgebreitet – zum Segen, zur Versöhnung und zur Heilung. Das Reich Gottes entsteht nicht durch Feldzüge, sondern durch eine Art Familiengeschichte!

Und er zeigte mir einen Strom von Wasser des Lebens, glänzend wie Kristall, der hervorging aus dem Thron Gottes und des Lammes. In der Mitte ihrer Straße und des Stromes, diesseits und jenseits, war der Baum des Lebens, der zwölf mal Früchte trägt und jeden Monat seine Frucht gibt; und die Blätter des Baumes sind zur Heilung der Nationen. Und keinerlei Fluch wird mehr sein; und der Thron Gottes und des Lammes wird in ihr sein; und seine Knechte werden ihm dienen, und sie werden sein Angesicht sehen; und sein Name wird an ihren Stirnen sein. (Off 22,1-4)

Die Nationen und das kommende Königreich

Gott hat aus den Nachkommen Noahs verschiedene Nationen hervorgehen lassen. Wenn es sein Ziel gewesen wäre, einen kulturellen Einheitsbrei anzurühren, wie es der Traum von der Konsum-Multikulti-EU-Norm-Gesellschaft versucht, dann hätte er das leicht tun können, denn es waren ja nur acht Menschen übrig, die bestimmt keine so unterschiedlichen Auffassungen hatten. Aber immer wieder sehen wir das Gott die „Nationen“ als eigenständige Gruppen betrachtet, die z.B. eine bestimmte Haltung Ihm gegenüber einnehmen, die als Gruppe die Folgen ihres Handelns tragen müssen oder die gesegnet werden. Die „Zeiten der Nationen“ (Lk 21,24), in der die Nationen herrschen und handeln wie sie wollen wird enden, wenn der Herr Jesus wiederkommt und als König über die Völker herrscht. Aber auch danach, in Zusammenhang mit dem neuen Jerusalem, werden sie als eigenständige Gruppen erwähnt:

 

Und die Stadt bedarf nicht der Sonne noch des Mondes, damit sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes hat sie erleuchtet, und ihre Lampe ist das Lamm. Und die Nationen werden in ihrem Licht wandeln, und die Könige der Erde bringen ihre Herrlichkeit zu ihr. (Off 21,23+24)

Am Ende wird Gott der König aller Nationen sein

Gott hat die verschiedenen Völker mit ihren Eigenarten gemacht und beabsichtigt. Er führt sie zusammen und er schafft Frieden und Versöhnung unter ihnen durch seine Familie. Jesus hat sich für jeden Menschen aus jedem Volk geopfert. Die Nationen gehören deshalb ihm. Er ist der kommende König.

Alle Nationen, die du gemacht hast, werden kommen und vor dir anbeten, Herr, und deinen Namen verherrlichen. (Ps 86,9)

Wer sollte nicht fürchten, Herr, und verherrlichen deinen Namen? Denn du allein bist heilig; denn alle Nationen werden kommen und vor dir anbeten, weil deine gerechten Taten offenbar geworden sind. (Off 15,4)

In der Gegenwart Gottes werden die Unterschiede zwischen den Völkern und Nationen bedeutungslos. Wir sehen den, der alles geschaffen hat und der aus allen Völkern Menschen mit seinen eigenen Tod erkauft hat, so dass sie seine Kinder und Diener sein können. In der Anbetung sind die Nationen vereinigt.