Versteck Dich: Der Aufschwung ist da!

Heute mal ausnahmsweise etwas, was nicht in der Bibel steht und normalerweise auch nicht mein Thema ist. Ich sehe aber, dass viele Menschen total ahnungslos sind und schon bald womöglich ins Messer laufen, weil ihnen segensreiche 60 Jahre Frieden und Wohlstand vermittelt haben, dass es immer so sein wird. Ganz zu schweigen von der täglichen Aufschwung-Propaganda im Fernsehen. Daher hier etwas Nothilfe.

Das System der Weltwirtschaft ist sehr komplex. Das Geldsystem und die ganzen Verflechtungen sind schier undurchschaubar. Aber es gibt auch ein paar grundlegende Dinge, die zwar nicht alles erklären, nicht die absolute Wahrheit sind und auch nicht unbedingt vollständig sind, aber mir viel Klarheit gebracht haben. Hier sind sie. Suche selber im Internet, wenn du mehr oder besseres willst – dies ist kein Wirtschaftsblog.

 

  • Wenn Geld wertvoll und deshalb schwer zu leihen ist, dann versucht jeder es anzuhäufen und Unternehmer investieren in gewinnbringende reale Produkte und Fabriken, um langfristig Geld damit zu verdienen. Die Perspektive ist: Wie kann ich langfristig Einkommen und Wohlstand haben – durch Arbeit und Sparen oder durch Investitionen. In einer solchen Situation sind die Zinsen hoch und Kredite nur gegen echte (physische) Sicherheiten erhältlich. Die Wirtschaft dreht sich um Produktion und reale Güter.

  • Geld besteht nur aus Papier oder elektronischen Daten. Seinen Wert hat es nur, weil man es verleihen und Zinsen dafür verlangen kann. Die Guthaben der einen sind die Schulden der anderen. Durch Zins und Zinseszins muss die Geldmenge und damit die Schulden immer weiter wachsen und zwar exponentiell, d.h. immer schneller! Dies kann durch Wirtschaftswachstum oder durch immer höhere Verschuldung geschehen. Sobald das nicht mehr möglich ist (die Welt ist endlich), droht dem System das Ende: Die Anleger erwarten ihre Zinsen auf immer weiter steigende Guthaben, aber es gibt zu wenig Schuldner, die es erwirtschaften könnten. Zum Beispiel auch durch die Überalterung: Immer mehr Ältere wollen von Rücklagen leben, während es immer weniger Junge gibt, die z.B. einen Kredit für ein Haus aufnehmen. Wenn die Bank dadurch auf die eine oder andere Art pleite geht, bleibt von all dem schönen Geld nur sehr wenig übrig: Ganz grob ca. 10% – siehe dazu den nächsten Punkt:

  • Die Banken müssen nur einen geringen Teil (ca. 10%) der Einlagen als Kapital halten (das heißt „fraktionales Reservesystem“). Sie können also wesentlich mehr verleihen, als die Sparer und Anleger eingezahlt haben. Das (Giral-)Geld entsteht so als Kredit aus dem Nichts. Solange dem Geld entsprechende Werte (Sicherheiten für den Kredit) gegenüberstehen kann nicht viel passieren: Wenn der Schuldner nicht mehr zahlen kann, verkauft die Bank die verpfändeten Werte (z.B. die Immobilie) und die Schuld ist damit beglichen. Wenn die Sicherheiten aber im Preis fallen und viele Schuldner ausfallen, ist die Bank schnell pleite. (Beispiel: „Immobilienblase“ in USA, Irland, Spanien, Dubai und anderswo). Wenn außerdem viele Sicherheiten nur aus einem Kettenbriefsystem von „Wertpapieren“ bestehen (Beispiel: Eurokrise, Derivate) droht täglich der weltweite Dominoeffekt.

  • Wenn die Schulden in der Summe den Wert der zugrunde liegenden Sicherheiten deutlich überschreiten, entsteht eine instabile Situation: Der Geld-Anleger wird immer nervöser, weil seinem Geld kein gleichwertiger Wert mehr gegenübersteht.

  • Der Staat gibt normalerweise mehr Geld aus, als er einnimmt. Das liegt daran, dass jeder neue Politiker auch was Neues und Schönes machen will, um seine Wähler / Untertanen damit zu beglücken. Alles wird immer weiter „verbessert“ (Sozialsysteme, Subventionen, Bildung, Militär, Verwaltung, „Kultur“, …) Dadurch muss der Staat Kredite aufnehmen, denn sonst würden die Steuern so stark steigen, dass es die Wähler / Untertanen nicht gut finden würden. Statt also Steuern zu kassieren, führt der Staat einen Teil seiner Einnahmen als Zinsen an Kapitalgeber ab. In manchen Ländern, wie Japan sind es die im Land wohnenden Sparer, in anderen sind es ausländische Gesellschaften und Anleger (Irland). So gerät der Staat in Abhängigkeit zu den großen Kapitalsammelstellen – den lieben Banken. 🙂 Die Banken brauchen den Staat und seine Schulden und der Staat braucht die Banken. Die Verflechtung nimmt ihren Lauf.

  • Die steigende Verschuldung ist also notwenig und politisch gewollt, gerade auch dann, wenn es kein echtes Wirtschaftswachstum gibt. Wenn Kredit schließlich an Jeden gegeben wird, egal, ob er den Kredit zurückzahlen kann oder nicht („Subprime“, „Bailout“, „Rettungsfonds“, …), dann versuchen viele auf Pump und auf Kosten anderer zu leben. „Geld spielt keine Rolle“ ist das Motto. Geld wird von den Banken zu Zinsen nahe Null geliehen und es wird damit spekuliert. (Rohstoffspekulation mit Öl, Weizen, …) oder das Geld fließt in die großen Banken-Casinos: Milliarden werden gewettet, dass bestimmte Papiere, die wiederum den Wert anderer Papiere abbilden sich so oder so entwickeln. Je höher das Risiko dieser Wetten, je höher der Gewinn. Geht es aber schief – egal, andere haften dafür. Wer zu 0,5% Zinsen spart, ist der Dumme. Wer reale Investitionen tätigt, geht ein hohes Risiko ein, da sich die Lage auf dem Spieltisch täglich ändert und er verdient trotzdem weniger als die Casinospieler. Die Preise steigen durch Spekulation, fehlende Investitionen und Belastungen aus einen immer luxuriöseren und regulierungswütigen Staatsapparat. Dinge wie Wohnimmobilien, die üblicherweise auf Kredit gekauft werden, steigen zunächst im Preis unrealistisch stark an, weil jeder einen billigen Kredit aufnimmt und kauft.

  • Die Zinsen können dann von den Notenbanken nicht mehr erhöht werden, weil dies durch die hohe Zinsbelastung den Staatsbankrott und totalen wirtschaftlichen Zusammenbruch (Richtung 10% Wirtschaftsrest s.o.) zur Folge hätte. Schließlich steigen die Zinsen aber doch am Markt ganz unabhängig davon, was Notenbanken entscheiden: weil immer mehr Schuldner um die Anleger konkurrieren, die ein steigendes Risiko sehen. Das bringt den Banken kurzfristig extreme Gewinne: Sie leihen bei den Notenbank zu 0,5% und verleihen es z.B. an den griechischen Staat zu 10%. Und dann heißt es: „Die Banken sind gerettet! Der Aufschwung ist da!“ All das kommt in Gefahr, wenn die (Staats-)Schuldner die Zinsen nicht mehr aufbringen können oder wollen.

  • Wenn nun die Banken in Bedrängnis geraten – rate mal, wer Ihnen dann hilft. 🙂 Der liebe Staat! Das ist übrigens der entscheidende Grund, warum ich nicht an Deflation glaube und man sieht ja heute, dass es so läuft. Die Zahlungsausfälle werden vom Staat per Geldentwertung auf alle verteilt, denn der Staat und die Banken bilden die oben beschriebene Interessengemeinschaft.

  • Schließlich wachen mehr und mehr Geldanleger auf und erkennen: Das Geld ist selber ein Risikopapier, weil es nur noch aus Risikopapieren besteht. Beispiel: Der griechische und der irische Staat ist pleite und wird mit einem normalem Geld (das ehrliche Arbeit und reale Wirtschaft repräsentiert) niemals seine Schulden zurückzahlen. Die europ. Zentralbank kauft diese wertlosen Staatsanleihen und gibt den Staaten dafür echte Euros, die damit auch entwertet werden.

  • Jeder versucht nun, das Geld nur möglichst kurz zu behalten und Sachwerte dafür zu bekommen. Je nach Kontostand kauft man sich ein Paar Schuhe repariert das Dach oder investiert in Gold. Das ist der nächste Aufschwung, der englisch „Crackup-Boom“ heißt. Schließlich und zwangsläufig (!) setzt die Todesspirale ein: Sachen, die von reichen Leuten oder Gesellschaften gekauft werden, steigen massiv (Edelmetalle, Erdöl, Rohstoff produzierende Firmen, spezielle ertragreiche  Immobilien). Dadurch steigen die Preise, was den Prozess weiter anheizt. Dagegen sinken Preise von Dingen, die auf Kredit gekauft wurden, weil viele Schuldner pleite gehen und um jeden Preis verkaufen müssen: Wohnimmobilien, schöne Autos und auf Kredit spekulativ gekaufte Investments. Dinge, die man nicht unbedingt braucht liegen wie Blei in den Regalen, während Dinge wie Lebensmittel und Energieträger extrem teuer werden.

  • Landwirtschaft, Energie- und Rohstoffgewinnung gehören zu den Wirtschaftszweigen, die gemessen am Umsatz und Gewinn den höchsten und langfristigsten Kapitaleinsatz erfordern. Wenn ich z.B. ein Softwarehaus aufmachen will, brauche ich ein paar Computer, Papas Garage und meine Kumpel, die mit mir Informatik studieren. Wenn ich dagegen einen konkurrenzfähige Landwirtschaft aufbauen will, brauche ich teuere Landflächen, Gebäude, einen Mähdrescher für 120000 €, Leute mit Erfahrung, … Wenn ich eine Silbermine erschließen will oder nach Erdöl bohren möchte, brauche ich vom Start weg viele Millionen Euro, die echtes Risikokapital sind: Wenn ich nichts finde ist das Geld weg. Ein modernes, großes Kohlekraftwerk kann locker mehrere 100 Millionen Euro kosten. Solche Investitionen unterbleiben in der spekulativen Phase und auch lange Zeit in der Phase des wirtschaftlichen Niedergangs. Das sorgt dafür, das Lebensmittel, Energie und Rohstoffe während dem wirtschaftlichen Zusammenbruch nur kurzfristig im Preis sinken und bald wieder steigen, während andere Werte wie Häuser, Wertpapiere, Luxusgüter etc. ruinös im Preis fallen.

  • Der einzige Ausweg aus der Schuldenspirale durch Zins und Zinseszins ist die Insolvenz (Bankrott) der Schuldner. Dadurch wird der Schuldner unter Auflagen schuldenfrei und der Anleger verliert sein Kapital. Erst dann ist an einen Neuanfang zu denken. Dieser Prozess ist nun wegen dem drohenden Dominoeffekt verschoben und erschwert worden. Die Schulden wurden zu Staatsschulden und wurden zusätzlich als undurchsichtige „Wertpapier“-Pakete (CDOs usw.) in der ganzen Welt verteilt. So wurde aus dem Problem der Banken ein Staatsproblem: Der Staat muss rigoros sparen und massiv Steuern eintreiben, wenn das Spiel weitergehen soll. Die Zinsen bezahlt der Steuerzahler an die Gläubiger. Dadurch wird die Wirtschaft vollends abgewürgt und weitere Schuldner gehen bankrott. Der Staat wird dann wie wild Geld in schier beliebiger Menge drucken („Quantitative Easing“), um seine Schulden zu bedienen und die Freunde in den Banken vor dem deflationären Dominoeffekt mit 10% Rest zu „retten“. Schließlich entlädt sich die Situation in einer unkalkulierbaren Explosion (Hyperinflation, Umsturz, Chaos, …) in der entweder der Staat oder das Vermögen der Anleger oder beides – ganz sicher aber das Geld der Sparer – beseitigt wird. Zumindest die Währung wird in jeden Fall „reformiert“, weil sie nicht mehr als werthaltig akzeptiert wird.

Was ich zur Vorbereitung empfehle:

Zentrum Deines Lebens sollte der Glaube an den lebendigen Gott der Bibel sein. In der Krise kannst Du mit einem religiösen Hobby nichts anfangen. Du brauchst ganz real und nicht eingebildet: Rückhalt und inneren Frieden in schwierigen Umständen. Du brauchst Gottes Stimme und Wegweisung, um durch das ganze Chaos hindurchzufinden, du brauchst seine Zusagen in Bezug auf Sicherheit und Versorgung. Du brauchst Familie und Gemeinschaft mit Gleichgesinnten in der Gemeinde. Du brauchst Mut und Motivation für einen einfacheren und auf Werte ausgerichteten Lebensstil.

 

Natürlich gibt es auch ein paar grundlegende praktische Ratschläge. Aber das alles wird nichts werden ohne Gottes Segen! Hier in aller Kürze:

Raus aus Schulden um jeden Preis! Glaube nicht, dass sie Dir durch Inflation entwertet werden: Nur wenn du genug Abstand zwischen Nettoeinkommen und Existenzminimum hast, musst du nicht bei der Suppenküche in der Schlange stehen. Sobald dein Einkommen soweit entwertet ist, dass es nur noch für Essen, Kleidung und die Fahrt zur Arbeit reicht, wirst du das auf Kredit gekaufte Haus sowieso verlieren.

Geldanlagen in Währungen stark verschuldeter Staaten (€ oder $) oder Anlagen, die auf „irgendwelchen“ Wertpapieren basieren (Riester, LV, Sparbuch, Fonds) schnellstens loswerden. Frag doch mal nach, wofür du da monatlich Geld ausgibst! Was kauft die Versicherung oder Bank davon? Letztendlich hältst du für bares Geld nur ein paar Versprechungen in der Hand die langfristig nicht eingelöst werden können. Also umschichten je nach Menge in: Ein gutes Fahrrad und andere zweckmäßige Sachen, selbst genutzte Immobilien (nicht auf Kredit!!), Edelmetalle, Beteiligung an Unternehmen im Rohstoff oder Versorgungsbereich, … und den Rest der Gemeinde spenden!  🙂

Beziehungen knüpfen, wiederherstellen und aufbauen.

Einfacher leben! 

Durchdachten Lebensmittelvorrat anlegen.

Nützliche und langlebige Sachen kaufen.

Eigene Fähigkeiten und Qualifikationen ausbauen! Was Du im Kopf hast, kann Dir keiner wegnehmen und nützliche Fähigkeiten lassen sich immer zu Geld machen!

(Für diese rein informellen  Ratschläge wird keine Haftung übernommen. 🙂 )

 

Ganz wichtig: Denke nicht an den kurzfristigen Crash als „Lösung“, nach dem Motto: Ein harter Crash und dann wird alles wieder neu und schön oder wie es immer war. Viele im Internet träumen davon. Sie wollen mit ein paar Konservendosen und Goldmünzen den Crash abwarten und dann die Gewinner sein. Erinnert mich ein wenig an Pippi Langstrumpf mit ihrem Goldkoffer. Es hat sich gezeigt, dass der Crash verhindert werden kann. Viele Probleme sind erfolgreich auf die lange Bank geschoben worden. Das „System“ wird ja immer wieder „gerettet“. Es ist der langwierige, „alternativlose“ Überlebenskampf eines Weltsystems, das in die Sackgasse gefahren ist. Wer dabei am Ende das Opfer ist, folgt zwar üblichen Mustern, steht aber im Detail nicht fest.

Ich rechne schon damit, dass es vor dem Wiederkommen von Jesus noch wirtschaftlich gute Zeiten geben kann. Für die nächsten Jahre ist es besser, sich auch mental darauf einzustellen, dass das Motto nun „Überleben“ heißt. Wir bleiben dabei trotzdem fröhlich!