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Archive für 31.12.2010
“Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.”
31.12.2010 von Wolfram.
Das war einer der Sprüche meiner Oma. Ich mochte sie gerne, weil sie trotz ihres Alters und einem harten Leben mit zwei Weltkriegen ein fröhlicher und immer zu Späßen aufgelegter Mensch war.
Jesus sagt:
Geht hinein durch die enge Pforte! Denn weit ist die Pforte und breit der Weg, der zum Verderben führt, und viele sind, die auf ihm hineingehen. Denn eng ist die Pforte und schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind, die ihn finden. (Mt 7,13+14)
Das scheint nicht der Weg zu sein, der „mit guten Vorsätzen gepflastert“ ist.
Die guten Vorsätze stehen für den Versuch aus eigener (Entschluss-)Kraft eine neues, anderes Leben zu gewinnen. Man sollte es wenigstens einmal unbedingt und ernsthaft versuchen diesen Weg zu gehen, denn nur dann macht man eine Erfahrung, die wie keine andere dir die Bereitschaft gibt dich vor Gott zu beugen. Es ist die Erfahrung, dass du tief in dir drin von Gott getrennt, ja sogar gegen Gott gerichtet bist. Der ernsthafte Versuch dich zu ändern in Bereichen, in denen du schwach bist führt dich in Spannungen hinein. Denn du willst etwas, was du tief drinnen doch nicht willst. Der Apostel Paulus wollte Jesus radikal nachfolgen. Er war es aus seiner Zeit als Pharisäer gewohnt, harte religiöse Gebote zu befolgen. Es war für ihn das „Gesetz“ (von Mose). Nun war er Jesus persönlich begegnet! Aber auch er kam in diesen Kampf und diese Spannungen. Er beschreibt es mit den dramatischen Worten „Ich elender Mensch! Wer wird mich retten von diesem Leib des Todes?“ - Es lohnt sich den ganzen Abschnitt zu lesen:
Denn wir wissen, daß das Gesetz geistlich ist, ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft; denn was ich vollbringe, erkenne ich nicht; denn nicht, was ich will, das tue ich, sondern was ich hasse, das übe ich aus. Wenn ich aber das, was ich nicht will, ausübe, so stimme ich dem Gesetz bei, daß es gut ist. Nun aber vollbringe nicht mehr ich es, sondern die in mir wohnende Sünde. Denn ich weiß, daß in mir, das ist in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; denn das Wollen ist bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten nicht. Denn das Gute, das ich will, übe ich nicht aus, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. Wenn ich aber das, was ich nicht will, ausübe, so vollbringe nicht mehr ich es, sondern die in mir wohnende Sünde. Ich finde also das Gesetz, daß bei mir, der ich das Gute tun will, nur das Böse vorhanden ist. Denn ich habe nach dem inneren Menschen Wohlgefallen am Gesetz Gottes. Aber ich sehe ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das dem Gesetz meines Sinnes widerstreitet und mich in Gefangenschaft bringt unter das Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist. Ich elender Mensch! Wer wird mich retten von diesem Leibe des Todes? - Ich danke Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn! Also diene ich nun selbst mit dem Sinn dem Gesetz Gottes, mit dem Fleisch aber dem Gesetz der Sünde. (Röm 7,14-25)
Auch für den Apostel Paulus lösten sich die Spannungen: „Ich danke Gott …“ Der ganze Kampf endete für ihn mit der Offenbarung eines neuen Lebens als Kind Gottes, wie er es in Röm 8 beschreibt.
Während wir eifrig dabei sind, uns zu verbessern, hat Gott einen anderen Weg im Sinn. Er kommt durch den Heiligen Geist in uns. Zunächst führt das zu Spannungen. Es ist wie ein Kampf zwischen zwei verschieden Naturen in uns. Auf der einen Seite sehnen wir uns nach mehr von Gott und der Erfahrung seiner Gegenwart und wir wollen mit ihm in ein neues Leben gehen. Auf der anderen Seite scheint unser Leben wie die Schwerkraft zu funktionieren: Alles kehrt zu seinem Ursprungszustand zurück - wie es war, bevor wir Gott begegnet sind. Aber Gott will uns nicht in eine Persönlichkeitsspaltung oder ein endloses Hin- und Her führen. Der Kampf kann schnell vorüber gehen, wenn man ein paar Tipps beherzigt:
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Beschäftige dich mit den Dingen Gottes. Lies jeden Tag sein Wort und denke darüber nach. Denke an Ihn und an das was er versprochen hat. So gewinnt sein Geist Raum in dir. Was du in dich reinlässt, das wird dann auch drin sein! Meide die Orte und Situationen, die dich zurück in dein altes Leben ziehen.
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Lerne von dir wegzusehen. Richte dich immer wieder durch Lobpreis Danken und Anbetung auf Gott aus, statt dich mit deinen Problemen und Schwächen in den Mittelpunkt zu stellen.
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Gott legt dir immer nur einen absolut machbaren Schritt vor die Füße. Sein Geist macht es dir klar. Ignoriere alle anderen Anforderungen oder Verbesserungswünsche, die du hast oder die dir von religiös gesinnten Menschen aufgedrückt werden.
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Es geht nur durch loslassen und durch Demut vor Gott. Denn „dem Demütigen schenkt Gott Gnade“ (1. Petr 5,5) Du hast den neuen Geist und das neue Leben in dir und du handelst danach. Das „Alte“ rebelliert zwar und beklagt sich, aber nun hast du von Gott her die Motivation und Kraft es zu ignorieren. Das ist Selbstverleugnung (Mk 8,34 !). Wenn du dich dagegen „noch mehr anstrengst“, ist die Niederlage programmiert. Die Bibel lehrt, dass es unmöglich ist, so aus eigener Kraft und Entscheidung zu Gott zu kommen.
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Das alte Leben verliert schnell an Kraft, wenn der Nachschub fehlt. Was sind zwei Wochen Unwohlsein und innerer Kampf im Vergleich zu all dem Guten, das du von Gott bekommen wirst, wenn du beständig mit ihm gehst? Erwarte aber nicht, dass es immer so von allein geht. Das alte muss sterben und es will nicht. Es bleibt unerfüllt und manchmal kommen die Spannungen wieder hoch. (Lies doch mal Gal 5 besonders ab Vers 16!)
Zu diesem Thema gibt es sehr viel zu sagen und wenn man mit Jesus lebt, lernt man sehr viel darüber, wie es ist und wie es für dich praktisch läuft mit Gott zu gehen. Jedes Jahr blicke ich zurück und stelle fest: Ich kenne Gott und seine Wege wieder etwas besser. In dem manchmal sinnlos erscheinenden Alltagsleben hat Gott auf wundersame Weise wieder etwas zu seiner neuen Schöpfung hinzugefügt. Mein Teil war nur dranzubleiben und festzuhalten und sein Teil ist die wunderbare neue Schöpfung - das ewige Leben mit ihm.
Eines Abends besuchte ich einen Gottesdienst in dem die Gegenwart Gottes stark spürbar war. Während ich so in der Gegenwart des Heiligen Geistes stand, fiel mein Blick auf meinen alten Pullover, den ich ausgezogen hatte, weil es zu warm war. Ich hatte beim Aufstellen der Stühle mitgeholfen und nun lag dort in einiger Entfernung mein alter und etwas schäbiger Strickpulli. Gott sprach dadurch zu mir: So ist das mit dem alten Leben und dem neuen ewigen Leben in Gottes Geist. Der alte Pullover ist deiner - er gehört zu dir. Vielleicht ziehst du ihn auch mal wieder an, aber bald wirfst du ihn ganz weg. In der Gegenwart Gottes jedenfalls bleibt er weit entfernt und du hast kein Verlangen ihn anzuziehen oder zu behalten. Du hast ihn abgelegt.
Jedes Mal, wenn meine Oma sich von mir verabschiedet hat, hat sie mit einem Augenzwinkern gesagt: „… und bessere dein Leben!“ Habe ich oft versucht, hat aber nicht geklappt. Wie gut ist es doch, das Jesus ein komplettes besseres Leben für uns hat!
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