Archive für 10.12.2010

Das achte Gebot

Du sollst nicht stehlen. (2.Mose 20,15)

Gott stellt das private Eigentum unter Schutz. Gleichzeitig hat Gott im Gesetz (von Mose) Grenzen für die Vermehrung von Besitz gesetzt. So fiel alles Land nach 50 Jahren an die Sippe der ursprünglichen Besitzer zurück und alle (Schuld-)Sklaven kamen frei. Auch durch das Verbot Zins oder Aufschläge auf Lebensmittel zu nehmen, waren dem sinnlosen Zusammenraffen von Reichtum Grenzen gesetzt. (3.Mose 25,35-37) Ausserdem lehrt die Bibel klar, dass die, denen Gott Reichtum und Wohlstand gegeben hat verpflichtet sind zu teilen und zu geben. Es ist aber ganz offensichtlich nicht so, dass Gott allen Menschen gleich viel materiellen Besitz geben möchte (der Gedanke kommt aus dem Neid). Gott macht reich (das hören alle gern) - und Gott macht arm:

Der HERR macht arm und macht reich; er erniedrigt und erhöht. (1.Sam 2,7)

Viele Bibelstellen zeigen, dass Gott jedem Menschen eine ausreichende Versorgung geben will. Hier nur drei Zitate:

Der Wandel sei ohne Geldliebe; begnügt euch mit dem, was vorhanden ist! Denn er hat gesagt: «Ich will dich nicht aufgeben und dich nicht verlassen», so daß wir zuversichtlich sagen können: «Der Herr ist mein Helfer, ich will mich nicht fürchten. Was soll mir ein Mensch tun?» (Hebr 13,5+6)

Schmecket und sehet, daß der HERR gütig ist! Glücklich der Mann, der sich bei ihm birgt! Fürchtet den HERRN, ihr seine Heiligen! Denn keinen Mangel haben die, die ihn fürchten. Junglöwen darben und hungern, aber die den HERRN suchen, entbehren kein Gut. (Ps 34.9-11)

Mein Gott aber wird alles, wessen ihr bedürft, erfüllen nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus. (Phil 4,19)

Gott möchte nicht, dass seine Kinder in Armut leben. Wer schon mal arm war, weiss wovon ich rede: Es entsteht nichts Gutes aus der Armut - von beschaulichen Klöstern mal abgesehen. Gott will, dass wir schlau und sorgfältig mit dem Geld umgehen und besonders im Buch der Sprüche wird Wohlstand quasi als Begleiterscheinung eines Lebens in „Weisheit“ gesehen. Salopp gesagt: Wer mit Gott lebt hat den Durchblick und wird von ihm segensreich geführt. So wie wir ja auch eine gute Zukunft für unsere Kinder wollen.

Deshalb will Gott unsere Arbeit gelingen lassen, damit wir nicht nur für uns das Nötige haben, sondern auch anderen geben können:

Wer gestohlen hat, stehle nicht mehr, sondern mühe sich vielmehr und wirke mit seinen Händen das Gute, damit er dem Bedürftigen etwas mitzugeben habe! (Eph 4,28)

 

Gerade weil wir im Segen stehen und wissen, dass wir eine herrliche Zukunft in der Ewigkeit haben, können wir auch mal mit weniger zufrieden sein:

Die Gottseligkeit mit Genügsamkeit aber ist ein großer Gewinn; denn wir haben nichts in die Welt hereingebracht, so daß wir auch nichts hinausbringen können. Wenn wir aber Nahrung und Kleidung haben, so wollen wir uns daran genügen lassen. Die aber reich werden wollen, fallen in Versuchung und Fallstrick und in viele unvernünftige und schädliche Begierden, welche die Menschen in Verderben und Untergang versenken. Denn eine Wurzel alles Bösen ist die Geldliebe, nach der einige getrachtet haben und von dem Glauben abgeirrt sind und sich selbst mit vielen Schmerzen durchbohrt haben. (1.Tim 6,6-10)

Stehlen, abzocken und betrügen wird somit völlig sinnlos und überflüssig.

Auch dieses Gebot führt zum Frieden: Möchtest Du nicht auch in einem Land leben in dem man den verlorenen Geldbeutel samt Inhalt zurückbekommt? Oder ist dir wirklich wohl, wenn jeder einschließlich dem Staat hinter dem her ist, was du (noch) besitzt?

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