Archive für 4.12.2010

Das siebte Gebot

Du sollst nicht ehebrechen. (2.Mose 20,14)

Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie. (1.Mose 1,27)

Gott schuf den Menschen nach seinem Bild. Mann und Frau spiegeln bestimmte Teile dieses Bildes wieder. Obwohl vieles von diesem Bild durch die Trennung von Gott nur noch verschwommen und verdunkelt zu sehen ist, können wir doch in jedem Menschen auch das Bild Gottes sehen. Das gilt besonders, wenn wir das neue und unbefleckte Bild Gottes vor unserem inneren Auge haben: Jesus, der ohne Sünde Gottes Sohn und Ebenbild war, der mensch-gewordene Gott. Nachdem ich Gott persönlich kennen gelernt hatte und „von neuem geboren“ war (Joh 3,6 -  das ganze Kapitel ist zu empfehlen!), viel mir als erstes auf, dass ich viele Dinge anders gesehen habe als vorher. In manchen Punkten änderte sich meine Meinung radikal, in anderen Bereichen wurden mir Dinge sehr klar, die ich bisher nur nebulös geahnt hatte. So öffnet einem die Beziehung mit Gott die Augen für viele neue Einsichten. Das ist ja schon in menschlichen Beziehungen so: Wenn ich jemanden kennenlerne, der einen anderen oder weiteren Horizont hat, dann erweitert sich auch mein Blick und mein Verständnis.

Die Ehe und die Beziehung von Mann und Frau ist ein besonders tiefes und schönes Bild, das Gott von sich selber gemacht hat. Das Thema kann ein Buch füllen. Hier nur ein paar wenige Schlaglichter. Wenn man den „Augenöffner“ von Gott bekommen hat, sieht man in der Ehe und in der Schöpfung des Menschen als Mann und Frau auch ein Bild für die leidenschaftliche Liebe Gottes zu seiner „Braut“:

Ihr Männer, liebt eure Frauen! wie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat, … (Eph 5,25)

«Deswegen wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und die zwei werden ein Fleisch sein.» Dieses Geheimnis ist groß, ich aber deute es auf Christus und die Gemeinde. (Eph 5,31+32)

„Dieses Geheimnis ist groß“ - das stimmt! Denk‘ z.B. mal daran, wie Jesus in Joh 17 davon spricht, dass Gott und die, die an Ihn glauben wieder eins sein sollen, gleichsam eine neue Person (Joh 17,11-26). Dieses neue Leben besteht im Kern aus einem „Bund“, den Gott mit seinem Blut besiegelt hat. Immer wieder hat Gott gezeigt, dass er bereit ist einen solchen Bund, der auf gegenseitigen festen Versprechen beruht, mit den Menschen einzugehen.

In der Ehe liegt auch das Bild verborgen, dass aus gegenseitiger Hingabe und Liebe neues Leben entsteht. In der Liebe zu Gott sind es neue „Kinder Gottes“, die zum ersten Mal begreifen, dass es Gott gibt und „von Neuem geboren“ werden und in der Ehe sind es die Kinder, die darauf angewiesen sind in einem sicheren Rahmen beschützt aufzuwachsen. Eine christliche Ehe besteht deshalb nicht nur darin, dass zwei Christen heiraten, sondern sie ist ein auf Lebenszeit angelegtes Bündnis in dem die Partner sich versprechen einander zu lieben und zu dienen nach dem Vorbild Gottes, der sein Leben als Mensch für uns gegeben hat. Dabei nehmen Mann und Frau ihre von Gott gegeben Rollen ein (hat nichts mit „Frauen hinter den Herd“ zu tun :) ) und dienen und ergänzen sich gegenseitig. Das ist der schöne Entwurf Gottes: Zwei unterschiedliche Partner ergeben zusammen und in der Liebe zueinander erst das ganze Bild.

Wenn man dass verstanden hat, braucht man gar nicht mehr über die vielen Zerrbilder heute zu diskutieren. Jeder ist ja frei, sein Leben so zu gestalten, wie er möchte, aber dies ist offensichtlich der natürliche und gute Weg Gottes für das Zusammenleben von Mann und Frau.

Darum sieht Gott im Ehebruch den Zerbruch eines vor Ihm geschlossenen Bündnisses. Das was „ein Fleisch“ war und dazu bestimmt war neues Leben zu bringen wird zerstört und auseinander gerissen. Das ist der geistliche Hintergrund für die oftmals schwerwiegenden Folgen.

Die religiösen Leiter seiner Zeit, die sicher hohe moralische Maßstäbe hatten, kamen zu Jesus und verlangten von ihm ein Zeichen. Jesus erklärte ihnen, dass sie keines bekommen würden, weil sie ohne Liebe waren und nicht wirklich im Bund mit Gott standen. Dabei bezeichnete er sie als „böses und ehebrecherisches Geschlecht“. (Mt 16,4) Das „ehebrecherische“ ist die treulose und nur auf sich selbst bedachte Einstellung, die Jesus an den religiösen Führern sah. Sie wollten Moral und Gottes Gebote repräsentieren, aber alles war nur Fassade. Sie nahmen sich alles, was sie wollten und erfanden auch noch gute religiöse Gründe dafür. Wie kann man im Bund mit Gott stehen, wenn man selbst kein Bündnis halten kann? Gott steht zu seinem Wort und seinen Versprechen an uns und wir wollen nach seinen Vorbild leben, so dass wir Gutes und Segen haben.

Wenn die Partnerschaft nur darauf gerichtet ist, mir zu beschaffen, was ich brauche, wird es eine instabile von Kompromissen und mühsamen Interessenausgleich bestimme Beziehung. Die gegenseitige (!) Hingabe nach dem Vorbild Gottes und die Sicherheit eines festen Bündnisses kann die Ehe weit über so eine Zweckgemeinschaft hinaus bringen.

Heute wird offensichtlich eine brutalisierte und auf radikale Befriedigung von Begierden ausgerichtete Gesellschaft angestrebt. Dies hat meiner Meinung nach den Hintergrund, dass eine solche Gesellschaft leicht zu manipulieren und nach Belieben zu lenken ist. Ein Mensch, der in seiner Familie verwurzelt ist und sich dort wohl und geborgen fühlt, der in festen Beziehungen lebt und einfach seinen Platz gefunden hat, ist schwer für irgend welche wirtschaftlichen oder ideologischen Ziele zu missbrauchen, weil er sicher und selbstbewusst ist. Eine entwurzelte, verwirrte Masse, die darauf getrimmt ist sich wie Junkies zu benehmen ist dagegen eine leichte Beute.

Es gibt kaum eine Sache vor der die Bibel mehr und eindringlicher warnt als die „Unzucht“, d.h. vor dem hemmungslosen Ausleben sexueller Bedürfnisse mit wechselnden Partnern. Geradezu krampfhaft wird heute versucht den Eindruck zu erwecken, dass sexuelle Beliebigkeit einfach ein besonders schöner Spaß sei. Peinliche Typen erscheinen in jeder TV-Show, nur weil sie es geschafft haben sich vor Millionen auszuziehen und lächerlich zu machen. Nur was danach kommt, dass steht nicht im Vordergrund: Getriebene Menschen, die im Anderen nur ein Sexualobjekt sehen, Menschen, die sich mit 40 Jahren schon am Ende des Lebens sehen, Kinder, die kein Zuhause und keinen Halt haben - ganz abgesehen von den vielen fehlenden positiven Effekten funktionierender Familien. Was ist das Ende eines solchen Lebens? Wie sieht es 30 Jahre später aus? Beobachte es doch mal in deiner Umgebung! Ich bin sicher du hast kein Problem zu verstehen warum z.B. folgendes in der Bibel steht:

Flieht die Unzucht! Jede Sünde, die ein Mensch begehen mag, ist außerhalb des Leibes; wer aber Unzucht treibt, sündigt gegen den eigenen Leib. (1.Kor 6,18)

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