Archive für 26.8.2010

Die Grenzen des Wachstums - Links zum vorigen Artikel

Wer mehr lernen will zum Thema Wirtschaftskrise und Geldsystem, dem kann ich folgende Links als Einstieg empfehlen:

 

http://www.berndsenf.de/pdf/Bankgeheimnis%20Geldschoepfung%204.pdf

 

http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/2009/08/genesis-teil-1.html

http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/2009/09/numeri-teil-ii.html

http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/2009/05/finanzkrise-uberschuldungskrise.html

 

Englisch: http://www.chrismartenson.com/crashcourse

 

Offizielle Erklärung der Bundesbank über die Art und Herkunft des Geldes: http://www.bundesbank.de/download/bildung/geld_sec2/geld2_gesamt.pdf

Zur Geldschöpfung siehe S. 88 Punkt 4.4!

 

Weitere Quellen zum Geldsystem sind über http://www.querschuesse-forum.eu/topic,318,-unser-geldsystem.html verfügbar.

 

Zum Thema Grenzen des Wachstums / Peak Oil:

Englisch: BBC Doku “a farm for the future” (video)

 

 

 

http://www.zeit.de/wirtschaft/2010-07/peak-oil

http://www.peak-oil.com/

Die Grenzen des Wachstums

Wie schon im ersten Beitrag dieser Reihe erwähnt, möchte ich hin und wieder zu aktuellen Fragen Stellung nehmen, weil ich glaube, dass wir als Christen gerade heute gut informiert sein sollten. Die Medien werden zunehmend von subtiler Propaganda geprägt und große weltgeschichtliche Umwälzungen stehen bevor. Ich persönlich hoffe, dass diese Geschehnisse der Auftakt für die Vorhersagen der Bibel bezüglich dem Wiederkommen von Jesus sind. Auf jeden Fall aber, ist es das falsche Konzept brav und unwissend auf die Entrückung zu warten. Die weltfremde distanzierte Haltung mancher Christen ist schädlich für sie selber und macht uns für den Rest der Welt irrelevant. Jetzt ist noch eine knappe Zeit der Vorbereitung auf kommende Umwälzungen - für uns und für die Menschen in unserem Umfeld zu denen Gott uns sendet. Zeiten des Umbruchs sind gefährlich, aber auch eine Chance. Zum Beispiel für unseren Glauben, der auf viele der “unlösbaren” Probleme von heute eine Antwort hat, wenn er sich aus den religiösen Fesseln befreit.

 

Ein bis zwei Prozent Wirtschaftswachstum und alles ist ok.?

Prozentrechnen ist nicht jedermanns Sache. Und nur eine kleine Minderheit aller Schlaumeier kann folgende Frage beantworten: Wie lange dauert es bis sich die Weltbevölkerung verdoppelt, wenn sie jährlich um 1% wächst? Ich habe mich da schau gemacht und möchte euch jetzt nicht mit Mathematik erschrecken, aber man kann es sehr leicht ausrechnen:

Zeit in Jahren bis zur Verdoppelung = 70 geteilt durch Prozentsatz des jährlichen Wachstums.

(Falls Du keine Angst vor Mathematik hast: Wachstumskurven werden durch die sogenannte Exponentialfunktion beschrieben und die Zahl 70 ergibt sich aus dem natürlichen Logarithmus von 2, der 0,6931 ergibt. Mit 100 multipliziert, wegen der Prozente und gerundet ergibt sich 70.)

1% jährliches Wachstum bedeutet also eine Verdoppelung im 70 Jahren. 

7% jährliches Wachstum bedeutet eine Verdoppelung in 10 Jahren.

Das Wachstum der Weltbevölkerung hat sich abgeschwächt und beträgt „nur“ noch 1 bis 1,5%. Das bedeutet aber eine Verdoppelung innerhalb eines Menschenlebens (70 Jahre). Da aber heute schon knapp 7 Milliarden Menschen leben, ist eine erneute Verdoppelung nicht denkbar und es wird auf die eine oder andere Art zu mehr Todesfällen und / oder weniger Geburten kommen. (Weltbevölkerung Wikipedia)

Wirtschaftswachstum ist absolut notwenig für unser kapitalistisches System. Das liegt am Papiergeld. Es hat sehr verkürzt gesagt nur deshalb einen Wert, weil es gegen Zins verliehen werden kann. (Giral)-Geld entsteht in den großen Banken, indem ein Kredit ausbezahlt wird, der fortan dem Guthaben der Bank zugerechnet wird. Alles Papiergeld und natürlich auch das elektronische Geld auf den Konten sind Schulden von irgendjemandem. Niemand würde dieses Geld sammeln, wenn es keine Zinsen abwerfen würde. Damit es Zinsen abwerfen kann, müssen die Schuldner einen Gewinn erwirtschaften, so dass sie die Zinsen bezahlen können. Das System kann nur dann funktionieren, wenn die große Mehrheit der Schuldner einen Gewinn erzielt, der höher ist als die Zinsen. Wenn die Zinsen also im Durchschnitt 5% betragen (ist ein realistischer Wert), dann müssen die Schuldner des Systems (im In- und Ausland) mehr als 5% Gewinn pro Jahr erwirtschaften und alle ihre Betriebe und Geschäfte müssen entsprechend jedes Jahr wachsen. Wenn nun immer mehr Schuldner zahlungsunfähig werden oder die Zahl der potentiellen Schuldner abnimmt - eben die Verschuldung nicht weiter gesteigert werden kann, bricht das System auf irgendeine Weise zusammen. (Das ist eine sehr oberflächliche und unvollständige Darstellung. Zur möglichen Vertiefung habe ich im folgenden Beitrag Links angegeben!)

Wenn du nun hörst: 2% Wirtschaftswachstum sind ein Erfolg, dann denke daran: Wenn das länger anhalten soll, würde es bedeuten, dass sich die Wirtschaft in 45 Jahren verdoppelt. Doppelt so viele Fabriken, Gebäude, Maschinen, Computer, Autos, Straßen ..? Innerhalb einer Generation? Für Deutschland wäre das Wahnsinn und wir hoffen alle, dass Gott uns davor bewahren wird.

Ich bin in Bretten aufgewachsen, einer Stadt östlich von Karlsruhe. Als ich 1971 mit meinen Eltern dort hin zog, war es eine kleine Stadt mit Wiesen und Feldern ringsherum. Zuerst wucherten die Neubaugebiete mit Einfamilienhäusern über die Hügel, dann wurde nach einer Krise der örtlichen Herdindustrie auf Neuansiedlung von Industrie gesetzt. Als ich 2001 wegzog waren die meisten Felder und Wiesen von Industriegebieten bedeckt oder eingerahmt und weitere Siedlungen krochen die Hügel hoch. Dank der erfolgreichen Ansiedlungspolitik gab es Wirtschaftswachstum und Steuereinnahmen - eben „Wohlstand“. Wenn das weitergehen soll - sagen wir 2% Wachstum - dann wird sich die Fläche der Stadt und der Industriegebiete in der nächsten Generation etwa verdoppeln müssen. Was natürlich nicht möglich ist, denn wer wird dann bei einer stagnierenden oder zurückgehenden Bevölkerung doppelt so viel Industrie brauchen? Mal abgesehen von der Umweltzerstörung, die an die Substanz gehen würde. Das ist nicht Politik oder Meinung, sondern Mathematik!

Die Grenzen des Wachstums

1972 (!) wurde eine im Auftrag des „Club of Rome“ erstellte Studie unter dem Titel „Die Grenzen des Wachstums“ (The Limits to Growth) veröffentlicht. Bis heute sind von diesem Buch über 30 Millionen Exemplare in 30 Sprachen verkauft worden. Zitat aus Wikipedia

„Die zentralen Schlussfolgerungen des Berichtes waren: Wenn die gegenwärtige Zunahme der Weltbevölkerung, der Industrialisierung, der Umweltverschmutzung, der Nahrungsmittelproduktion und der Ausbeutung von natürlichen Rohstoffen unverändert anhält, werden die absoluten Wachstumsgrenzen auf der Erde im Laufe der nächsten hundert Jahre erreicht.Das Erreichen der Wachstumsgrenzen könnte zu einem ziemlich raschen und nicht aufhaltbaren Absinken der Bevölkerungszahl und der industriellen Kapazität führen, wenn dadurch die Umwelt irreparabel zerstört oder die Rohstoffe weitgehend verbraucht würden.“

Kurz gesagt: Wer heute „mehr Wachstum“ will, gehört zu denen, die mit Vollgas auf die Wand zu rasen und dabei beide Augen fest geschlossen halten. Heute werden viele Milliarden und in USA sogar nahezu Billionen (eine unvorstellbare Zahl) bewegt, nur um das Wachstum dieses in der Sackgasse befindlichen Systems noch einmal in Gang zu bringen und ein paar Jahre Zeit zu gewinnen. Die Kopflosigkeit und Panik der Politiker ist erschreckend. (Manche ergreifen auch schon die Flucht.) 

Eines der drängenden Probleme ist das Wachstum des Kapitals. Immer mehr Kapital entsteht durch Zins und Zinseszins. Es rast um den Globus, um immer neue „Anlagemöglichkeiten“ zu finden, d.h. es sucht Sklaven, die für seine Vermehrung arbeiten, es sucht natürliche Ressourcen die ausgebeutet werden können und (leider) sucht es zwecks weiterer Steigerung auch Menschen, die sich übers Ohr hauen lassen.

Immer neue Bedürfnisse müssen geweckt und gesteigert werden, um neue Geschäfte und Gewinne zu generieren und neue Schuldner zu finden. Das internationale Banksystem gleicht durch die ungebremste Wachstumsdynamik heute einer Art Weltzerstörungsmaschine. Aber keine Panik: Der „Systemcrash“ wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Es will eben nur keiner als der „Schuldige“ in die Geschichtsbücher eingehen, daher wird auf Zeit gespielt.

Vor wenigen Monaten veröffentlichte die Deutsche Bank, dass sie eine Rendite von 25% auf ihr Eigenkapital erreicht habe. Es scheint auch Hedgefonds zu geben, die Zinsen in der Größenordnung von 20%  versprechen und zum Teil erzielt haben. Rechnen wir noch mal nach: 25% Wachstum pro Jahr ergeben eine Verdoppelung in 2,8 Jahren. - Lehnen wir uns also beruhigt zurück, die werden uns nicht mehr lange auf die Nerven gehen!    :)

Die Lösungsansätze der Bibel

Richten wir unseren Blick lieber auf mögliche Lösungsansätze. Insbesondere für das Problem des Zwangs zum Wachstum durch Zins und Zinseszins gibt es so gut wie keine Antworten in der aktuellen Diskussion. Man scheint sich mit Crash und Beginn eines neuen Zyklus abzufinden. Da dies ein christliches Blog ist, schlagen wir mal die Bibel auf:

Du sollst nicht Zins und Aufschlag von ihm nehmen und sollst dich fürchten vor deinem Gott, damit dein Bruder neben dir lebt. Dein Geld sollst du ihm nicht gegen Zins geben, und deine Nahrungsmittel sollst du nicht gegen Aufschlag geben.

Ich bin der HERR, euer Gott, der ich euch aus dem Land Ägypten herausgeführt habe, um euch das Land Kanaan zu geben, um euer Gott zu sein. Und wenn dein Bruder bei dir verarmt und sich dir verkauft, sollst du ihn nicht Sklavendienst tun lassen. Wie ein Tagelöhner, wie ein Beisasse soll er bei dir sein; bis zum Jobeljahr soll er bei dir dienen. Dann soll er frei von dir ausgehen, er und seine Kinder mit ihm, und zu seiner Sippe zurückkehren und wieder zum Eigentum seiner Väter kommen. Denn sie sind meine Knechte, die ich aus dem Land Ägypten herausgeführt habe. Sie sollen nicht verkauft werden, wie man Sklaven verkauft. Du sollst nicht mit Gewalt über ihn herrschen und sollst dich fürchten vor deinem Gott. (3.Mose 25,36-43)

Gottes Meinung zum Weltfinanzsystem scheint derzeit wenig Beachtung zu finden …  :) - Das „Jobeljahr“ ist übrigens ein kontrollierter Neuanfang des Wirtschaftssystems alle 50 Jahre. Das ist Gottes Alternative zu Systemcrash oder Weltkriegen!

Suchst du ein gutes „Investment“? Zur Zeit ist die Chance groß an Gottes Umverteilungsplan teilzunehmen:

Wer seinen Besitz durch Zins und durch Aufschlag vermehrt, sammelt ihn für den, der sich über die Geringen erbarmt. (Spr 28,8)

Was sind die ganz persönlichen Schlussfolgerungen? Wie kann man heute danach leben? Die Antwort liegt in einem einfachen Lebensstil, verbunden mit eine Ausrichtung auf das kommende Königreich Gottes:

Der Wandel sei ohne Geldliebe; begnügt euch mit dem, was vorhanden ist! Denn er hat gesagt: “Ich will dich nicht aufgeben und dich nicht verlassen”, so dass wir zuversichtlich sagen können: “Der Herr ist mein Helfer, ich will mich nicht fürchten. Was soll mir ein Mensch tun?” (Hebr 13,5.6)

Statt durch Zins und Anhäufen vermehrt sich echter Reichtum durch Geben:

Und wenn du dem Hungrigen dein Brot darreichst, und die gebeugte Seele sättigst, dann wird dein Licht aufgehen in der Finsternis, und dein Dunkel wird sein wie der Mittag. Und beständig wird der Herr dich leiten, und er wird deine Seele sättigen an Orten der Dürre und deine Gebeine stärken. Dann wirst du sein wie ein bewässerter Garten und wie ein Wasserquell, dessen Wasser nicht versiegen. (Jes 58,10-11)

Was trügerischer Gewinn ist, werden viele „Anleger“ bald schmerzhaft erfahren. Die meisten Werte stehen nur auf dem Papier oder stellen eine Wette auf den Kurs eines Papiers dar, das wiederum … Da ist es besser einen dauerhaften Lohn und eine Versorgungsbasis von Gott zu haben:

Der Gottlose schafft sich trügerischen Gewinn, wer aber Gerechtigkeit sät, dauerhaften Lohn.

(Spr 11,18)

 

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