Archive für 22.8.2010

Der Wachstumspfad (6)

Der Pfad - gut markiert

Aber der Pfad der Gerechten ist wie das glänzende Morgenlicht, heller und heller erstrahlt es bis zur Tageshöhe.

Der Weg der Gottlosen ist wie das Dunkel; sie erkennen nicht, worüber sie stürzen.

(Spr 4,18-19)

Gott hat uns nicht im Unklaren gelassen, wie wir ihn besser kennen lernen können. Es gibt einen klar vorgezeichneten Weg, der uns das Leben mit ihm mehr und mehr real werden lässt. In dem bekannten Gleichnis vom verlorenen Sohn liebt der Vater den Sohn immer und unveränderlich. Alles liegt für den Sohn bereit, aber der muss erstmal tief fallen bevor er sich entschliesst:

Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und will zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir,

(Lk 15,18)

Er musste sich aufmachen und den Weg gehen. Der Vater kam nicht zu ihm, obwohl er sich sehr nach seinem Sohn sehnte. Der Vater wartete bis der Sohn eine Entscheidung getroffen hatte und sich aufgemacht hatte. Dann lief er ihm eilig entgegen:

Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater. Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und wurde innerlich bewegt und lief hin und fiel ihm um seinen Hals und küßte ihn.

(Lk 15,20)

Gott sehnt sich sehr danach mit dir zusammen zu sein - viel mehr als du es tust - und er wir dir eilig entgegenkommen.

In seinem Brief schreibt der Apostel Petrus:

eben deshalb wendet aber auch allen Fleiß auf und reicht in eurem Glauben die Tugend dar, in der Tugend aber die Erkenntnis, in der Erkenntnis aber die Enthaltsamkeit, in der Enthaltsamkeit aber das Ausharren, in dem Ausharren aber die Gottseligkeit, in der Gottseligkeit aber die Bruderliebe, in der Bruderliebe aber die Liebe.

(2. Petr 1,5-7)

Der hier wiedergegebene Text der Elberfelder-Übersetzung enthält sehr viele altertümliche Begriffe. Ich stelle deshalb den Text aus der modernen Übertragung „Hoffnung für alle“ (siehe Seite „Urheberrecht“) daneben:

Deshalb setzt alles daran, Gott zu vertrauen, und zeigt das durch ein vorbildliches Leben.

Jeder soll sehen, dass ihr Gott kennt. Diese Erkenntnis Gottes zeigt sich in eurer Selbstbeherrschung. Selbstbeherrschung erfordert Ausdauer, und aus der wiederum erwächst wahre Liebe zu Gott. Wer Gott liebt, wird auch seine Brüder und Schwestern lieben, und schließlich werden alle Menschen diese Liebe zu spüren bekommen.

Der Wachstumspfad verläuft also von Selbstbeherrschung über Geduld und Ausdauer zu einer Liebesbeziehung zu Gott. Diese überfließende Liebe zeigt sich dann zuerst an den Beziehungen zu andern Christen (Gemeinde) und wird dann auch für alle anderen Menschen deutlich sichtbar.

 

Einen Vorgeschmack bekommen

Wenn du dich nach mehr von Gott sehnst, machst du dich auf die Socken und suchst nach Leuten, die dir weiterhelfen können oder du besuchst Konferenzen oder Gemeinden, die bekannt dafür sind, dass man Gott dort  intensiver erleben kann als anderswo. Oder du suchst Gottes Nähe allein an einem einsamen Ort. Du beschäftigst dich mit dem Wort Gottes - der Bibel - und du bittest Gott dir sein Wort zu erklären und aufzuschließen. Dann wird es nicht lange dauern, bis du erste Erfahrungen mit Gott machst. Sind Erfahrungen wichtig oder sollte man nicht „einfach so“ glauben? Sicher ist es richtig, dass Gott uns mit der Zeit dahin bringen will sogar entgegen unseren Erfahrungen ihm zu vertrauen, aber das kann nicht der Einstieg sein. Der Anfang ist, dass Gott den schwachen Glauben, der in uns aufkeimt durch Erfahrungen seiner Güte und Gegenwart stärkt. Wir brauchen das. Diese Erfahrungen wecken die Sehnsucht nach einem Leben in Gottes Nähe und unter seiner Führung. Sie ziehen uns zu ihm. Plötzlich wird klar: Es geht nicht um Religion oder Ideologie, sondern um ein ganz neuen Weg zu leben.

Schmecket und sehet, daß der HERR gütig ist! Glücklich der Mann, der sich bei ihm birgt!

(Psalm 34,9)

 

Durch Glauben und „Ausharren“

Haltet es für lauter Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Versuchungen geratet, indem ihr erkennt, daß die Bewährung eures Glaubens Ausharren bewirkt. Das Ausharren aber soll ein vollkommenes Werk haben, damit ihr vollkommen und vollendet seid und in nichts Mangel habt.

(Jakobus 1,2-4)

Durch vielerlei Hindernisse und Herausforderungen lernen wir am Glauben festzuhalten und trotz widerstreitender Gefühle und „Versuchungen“ in der Selbstbeherrschung zu bleiben. Das ist „Ausharren“. Eben nicht zu tun, was der Bauch sagt, sondern was der Geist Gottes in uns sagt. Nach den ersten verkrampften Versuchen es alleine zu erreichen, lernen wir mehr über die Wege Gottes - darüber auf ihn zu schauen, die Gedanken mit Lobpreis und Dankbarkeit zu füllen und vieles andere. So lernen wir Gott auf seinem Weg kennen und werden gleichzeitig verändert für ein neues Leben.

„Selbstbeherrschung erfordert Ausdauer, und aus der wiederum erwächst wahre Liebe zu Gott.“

Warum? Weil wir auf dem Weg des „Ausharrens“ Gott kennenlernen und mehr und mehr von ihm begeistert sein werden. Wie soll man denn jemand lieben, den man nicht kennt? Wie soll man eine neues Leben bekommen, wenn man das alte nicht verlassen will?

So wie Jakobus sagt: „Das Ausharren aber soll ein vollkommenes Werk haben, damit ihr vollkommen und vollendet seid und in nichts Mangel habt.“ - Wer Gott „hat“ dem fehlt nichts.

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