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Der Wachstumspfad (3)
Dieser Eintrag stammt von Wolfram Am 13.8.2010 @ 07:34 In Weitergehen + Wachsen | Kommentarfunktion deaktiviert
Der Weg
Bisher hat sich das ja so angehört, als hätten wir einfach alles von Gott - oder als hätten wir eben nichts. Je nachdem, ob wir durch den Heiligen Geist bewirkte Erkenntnis Gottes haben oder nicht. Dies führt aber in eine Sackgasse des Glaubens, weil wir dann entweder uns und anderen vorspielen müssen alles schon zu haben oder wir bleiben passiv und verzagt und halten uns für Christen zweiter Klasse, die eben so gut wie nichts haben. Petrus bleibt aber hier nicht stehen und zeigt uns einen Weg auf dem die Erkenntnis Gottes immer größer wird und der uns kraftvoll verändert:
Denn wenn diese Dinge bei euch vorhanden sind und zunehmen, lassen sie euch im Hinblick auf die Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus nicht träge und nicht fruchtleer sein. Denn bei wem diese Dinge nicht vorhanden sind, der ist blind, kurzsichtig und hat die Reinigung von seinen früheren Sünden vergessen. Darum, Brüder, befleißigt euch um so mehr, eure Berufung und Erwählung fest zu machen! Denn wenn ihr diese Dinge tut, werdet ihr niemals straucheln. Den so wird euch reichlich gewährt werden der Eingang in das ewige Reich unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus.
(1.Petr 1,8-11)
“Diese Dinge” waren Petrus sehr wichtig. Er schreibt:
Deshalb will ich Sorge tragen, euch immer an diese Dinge zu erinnern, obwohl ihr sie wißt und in der bei euch vorhandenen Wahrheit gestärkt (Andere Üb.: gefestigt) seid. Ich halte es aber für recht, solange ich in diesem Zelt bin, euch durch Erinnerung aufzuwecken, da ich weiß, daß das Ablegen meines Zeltes bald geschieht, wie auch unser Herr Jesus Christus mir kundgetan hat. Ich werde aber darauf bedacht sein, daß ihr auch nach meinem Abschied jederzeit imstande seid, euch diese Dinge ins Gedächtnis zu rufen.
(2.Petr 1,12-15)
(Mit dem “Zelt” ist der sterbliche Körper gemeint - eine vorübergehende Behausung .)
In Vers 13 heißt es: “durch Erinnerung aufzuwecken”, d.h. diese Botschaft, die Petrus hier gibt, dient dazu die Gläubigen aufzuwecken, es ist eine Erweckungsbotschaft, die bewirken kann, dass wir all die herrlichen Dinge, die Gott uns in Christus gegeben hat auch bekommen.
Was sind nun “diese Dinge”, was ist der Weg? Zuerst gibt der Apostel eine herausfordernde Erkenntnis weiter:
Wer Gott kennt, lebt anders - man sieht es!.
Deshalb setzt alles daran, und beweist durch einen vorbildlichen Lebenswandel, daß ihr an Gott glaubt. Jeder soll sehen, daß ihr Gott kennt.
(2.Petr 1,5 - Übersetzung “Hoffnung für alle”)
Kann man es sehen, ob ich Gott kenne und wie nahe ich ihm stehe? - Ja! Früher habe ich das nicht so gesehen und ich war es gewohnt, dass in religiösen Dingen eben mehr Schein als Sein steckt. Immer wieder habe ich auch gehört, dass Gott ja das Herz ansieht (1. Samuel 16,7) und dass wir uns deshalb gar kein Urteil über andere bilden dürfen und stets davon ausgehen müssen, dass jeder der Herrn von ganzem Herzen liebt. Das ist erstens kaum praktikabel und ausserdem führt es zur totalen Verwirrung in der Gemeinde, indem dann auch das Schlechte für gut gehalten werden muss. Das Richten und das üble Reden übereinander bekommt man damit erfahrungsgemäß trotzdem nicht in den Griff. Es entsteht eine heuchlerische Atmosphäre in der keine Jüngerschaft und Korrektur mehr vermittelt wird und stattdessen alles mit einer bequemen Einstellung zur Seite geschoben wird. Das Problem kann ja nicht sein, dass wir erkennen, wie es um den andern steht, dann wäre ja Wahrheit das Problem in der Gemeinde. Das Problem sind doch Einstellungen wie Stolz (Überheblichkeit), Lieblosigkeit, mangelnder Respekt usw., die uns daran hindern den Anderen so zu sehen wir er / sie ist und trotzdem voll und ganz anzunehmen. Wenn wir in Gottes Nähe sind, werden wir alle verwandelt und es wird in einer liebevollen Atmosphäre auch leicht sein Korrektur anzunehmen und zu vermitteln.
Zurück zum Thema: Ein Glauben, der aus Wissen und religiösem Verhalten besteht, ist peinlicherweise für jeden, der den Weg mit Gott gegangen ist deutlich als Fälschung zu erkennen. Man weiss ja, wie man früher drauf war und wie Gott einem da heraus geholfen hat. Und man sieht es auch bei anderen. Auch mir wurde eines Tages peinlich bewusst, dass man „es“ sieht. Diese Geschichte möchte hier erzählen:
Als ich auf der Bibelschule war, mussten wir eine Arbeit über den Unterricht eines bestimmten Lehrers schreiben. Und ich war besonders schlau: ich hatte nämlich gemerkt, dass der ganze Unterricht aus einem Buch von Derek Prince war. Und ich habe dann alle Antworten aus diesem Buch genommen und außerdem habe ich das ganze noch mit einigen persönlichen Weisheiten verfeinert. Ich war ziemlich ehrgeizig in dieser Sache und habe lange daran gearbeitet, denn ich hatte gemerkt, dass dieser Lehrer irgendwie keine allzu hohe Meinung von mir hatte und ich wollte ihm voller falschem Ehrgeiz mal zeigen, dass ich sogar bessere Antworten geben kann als Derek Prince.
Schließlich bekamen wir die Arbeit zurück und ein Haufen Leute stand gerade in meinem Zimmer und hat verglichen, was für Kommentare unter den Arbeiten standen. Der Lehrer hatte jedem einen ermutigenden Kommentar unter die Arbeit geschrieben, wie zum Beispiel: „Gut! Mach weiter so!“ Da wurde ich gefragt: Was steht unter deiner Arbeit? Alle wussten, dass ich versucht hatte Derek Prince zu übertreffen. Und ich bin dann extra die Treppe hinunter gegangen, um meine Arbeit aus dem Postfach zu holen. Und noch auf der Treppe habe ich den Kommentar gelesen: “Wolfram, du hast viel von Gott erkannt, doch lebe in dieser Erkenntnis!”. Ich war empört und bat den Lehrer um einen Gesprächstermin. Ich war sicher er würde diese Aussage nicht belegen können. - Aber er konnte es und er erklärte mir an einigen Beispielen meines täglichen Verhaltens, dass ich keine Gottesfurcht hätte. Leider hatte er recht - ich wusste nicht einmal was Gottesfurcht eigentlich ist und wie sie in der Praxis aussieht. Ich hatte das Thema “die Furcht Gottes”, über das in der Bibel viel gesagt wird, irgendwie übersehen und noch viel wichtiger: Ich sah mit Gottes Hilfe, dass mein Wissen und mein tatsächliches alltägliches Verhalten nicht zusammenpassten.
Danach war ich in Schwierigkeiten und es begann eine Zeit, die nicht einfach war und in der ich mich sehr nach dem Herrn ausgestreckt habe - ich oft den Eindruck hatte in der Sackgasse zu stecken und ich auch vom Herrn gedemütigt wurde, weil ich erkannt habe, wie es wirklich um mich steht und dass ich wenig tun kann. Immer wieder betete ich einen Vers den ich in den Psalmen gefunden hatte:
Lehre mich, HERR deinen Weg: ich will wandeln in deiner Wahrheit! Fasse mein Herz zusammen zur Furcht deines Namens!(Ps 86,11)
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