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Dein Überlebensrezept 2009 - 20??

Dieser Eintrag stammt von Wolfram Am 10.8.2010 @ 12:13 In Zukunftsthemen und Aktuelles | Kommentarfunktion deaktiviert

An jeder Ecke im Internet schwirrt es von Prognosen, wie sich die aktuelle Wirtschaftskrise weiterentwickeln wird. Inflation, Deflation oder Weltkrise als Vorbereitung für eine neue Weltherrschaft? Nur ein ganz offensichtlicher Punkt wird meist ausgeklammert: Das Einkommen der allermeisten Menschen wird in naher Zukunft deutlich zurückgehen. Zu glauben, dass dies bei dir nicht so sein wird, ist natürlich optimistisch - aber nicht besonders realistisch. Mit diesem Artikel möchte ich dir helfen mit weniger Einkommen zurecht zu kommen, ohne einen persönlichen Crash zu erleben.

Ich las im Internet die Geschichte eines leitenden Bank-Angestellten der persönlich total aus der Bahn geworfen wurde, weil der gewohnte Lebensstandard durch die Finanzkrise nicht mehr zu halten war. Man liest auch von Millionären, die verrückt werden, weil sich ihr Vermögen von 20 Millionen auf 10 Millionen halbiert hat oder von Milliardären, die depressiv werden und sich am Ende umbringen, weil ihr Milliardenvermögen futsch ist. Das kommt Dir krank vor?

Aber was passiert mit Dir, wenn du vielleicht bisher zwei Urlaubsreisen im Jahr, einen Zweitwagen, ein hübsches Haus mit Garten und schicke Klamotten gewohnt warst und nun in eine normale Mietwohnung ziehen musst, beim Einkaufen dich sehr zusammennehmen musst und an Urlaubsreisen mit der ganzen Familie gar nicht mehr zu denken ist? Die, denen es noch schlechter geht (und das sind mindestens 95% der Weltbevölkerung) rufen im Chor “Sei doch froh!” - aber du wirst es schwerhaben damit klarzukommen.

Auch wenn keiner das so recht wahrhaben will - der Wert einer Person und die Qualität seines Lebens richtet sich auf dieser Welt brutal nach seinem Einkommen. Das merkst Du nicht, wenn es mit dir bergauf geht, sondern nur wenn es mit dir bergab geht. Für wenige Jahre lebte ich deutlich unter dem Sozialhilfe-Niveau. Diese Zeit war ein wahrer Augenöffner für mich. Die ganze Welt steht gegen dich, wenn du nur noch ein “sozialer Problemfall” bist. Warum? Weil niemand mehr einen Gewinn von dir erwarten kann, sondern im Gegenteil klar ist, dass andere dir etwas abgeben müssen. Und je weiter wir uns von einem Gott entfernen, der für jeden Menschen sein Leben hingelegt hat ohne dafür auf einen Nutzen zu spekulieren, desto mehr greift diese brutale Logik. Es geht weiter und weiter bis hin zu den brutalisierten Gesellschaften, die ihre Armen einfach auf der Straße verrecken lassen.

Nun - soweit ist es ja bei uns noch nicht. Aber es gibt noch eine zweite Komponente, die mich bei sinkendem Einkommen unter Druck bringt. Und das ist die Tatsache, dass ich dazu neige mein Einkommen mit meinem Selbstwert-Gefühl in Verbindung zu bringen: Ich habe mir das erarbeitet, ich bin vorangekommen und habe die anderen hinter mir gelassen. Ich habe es richtig gemacht und habe mein Leben im Griff. Nun kommt eine Wirtschaftkrise wie diese und beweist mir das Gegenteil. Warum kann ich nicht einfach mal einen geringeren Lebensstandard haben? Weil es mich, mein Leben und mein Selbstverständnis in Frage stellt und weil ich in den Augen der Menschen um mich herum nicht “absteigen” will! Auch deshalb verhalten sich die meisten Menschen bei sinkendem Einkommen total irrational und vergrößern damit ihre Probleme so weit, dass aus einem sinkenden Einkommen eine totale persönliche Katastrophe wird. Nachfolgend daher ein paar sehr nützliche Tipps, wie sich der Crash vermeiden läßt.

Arbeite für Gott.

Tue alles, so als würdest du direkt für Gott arbeiten (Kol 3,22-24). Dann lass‘ das “würdest” weg und erkenne, dass alle Dinge von Gott kommen! Er ist der beste Arbeitgeber, die ganze Welt gehört ihm und das allerbeste ist: Er ist dein Vater! Da kann nichts mehr schiefgehen. Aus Dankbarkeit für diese lebenslange Versorgung und Sicherheit gibst du etwas von deinem Einkommen an die weiter, die ihre ganze Kraft in Gottes Anliegen investieren oder den Armen helfen, die Gott genauso lieb hat wie dich. Bei einem normalen Einkommen sollten 10% als Richtschnur dienen.

Denke an die Dinge, die für dein Leben wirklich einen Sinn haben!

Löse dich von dem Wahn, dass sich der Wert deines Lebens nach dem Einkommen bemisst. Wie werden Deine Kinder dich in Erinnerung behalten? Kannst du geniessen und dankbar sein mit dem was Gott dir gegeben hat? Was ist (bisher) die Zusammenfassung deines Lebens, wenn du morgen sterben würdest und deine Freunde eine kurze Ansprache beim Begräbnis halten würden? Hat es sich gelohnt von Position 233478 auf Position 232976 aufzusteigen? Worum kreisen deine Gedanken und gibt es nicht trotz drückender Probleme Dinge auf der Welt, an denen du dich freuen könntest oder die für dich sinnvoll und interessant wären?

Halte deine Finanzen fest im Griff, sonst haben sie schnell dich im Griff!

Du braucht ein Budget. Eine Aufstellung deiner monatlichen Einnahmen und Ausgaben. Immer sollte völlig klar sein: Wieviel habe ich heute noch von meinem Einkommen übrig und wofür habe ich mein Geld ausgegeben. Erfahrungsgemäß bringt eine einfache, aber korrekte Aufstellung von Einnahmen und Ausgaben ca. 5 bis10 % mehr Spielraum und schützt dich vor Selbstbetrug und Verschwendung.Plane alle deine Anschaffungen und halte längere Zeit Ausschau nach guten Angeboten oder Alternativen. Gib nur wenig aus für Versicherungen, Renten etc. Mehr als eine Grundsicherung ist bei sinkendem Einkommen einfach nicht drin! Wende dich an unabhängige Ratgeber z.B. im Freundeskreis. Durchforste regemäßig alle laufenden Verträge und regelmäßigen Kosten und überlege, wie du sie am Besten reduzieren kannst!

Frage nach Gott und reagiere sehr frühzeitig!

Der Kluge sieht das Unglück und verbirgt sich; die Einfältigen aber gehen weiter und müssen es büßen. (Spr 22,3 + 27,12)

Egal, ob es Krieg, Wirtschaftkrise, persönliche Probleme oder ein Vulkanausbruch ist - nur wem es gelingt sich sehr frühzeitig aus dem Staub zu machen, der kommt ohne schweren Schaden davon. Warte nicht, bis du entlassen wirst, dann versucht jeder einen neuen Job zu finden. Gibt es vielleicht andere, weniger betroffene Branchen in denen du zwar weniger verdienst, aber langfristig sicherer bist? Was ist mit deinem Wohnort? Wie wird es deinen Kindern in 10 - 20 Jahren an diesem Ort gehen? In der Krise kommt nur der gut weg, der frühzeitig die ausgetretenen Pfade verlässt. Suche den Herrn intensiv über Fragen, die deine Verbindung zur Gemeinde, deine Arbeit, deinen Wohnort und deine Zukunft betreffen.

Dein Lebensstandard sollte immer deutlich unterhalb deiner finanziellen Möglichkeiten liegen!

Wenn du am Monatsende 50 € übrig hat, ist alles ok. Wenn du am Monatsende 50 € Miese gemacht hast, resultiert daraus das Gefühl immer zu wenig zu haben und deine Schulden wachsen immer weiter, bis du wirklich am Ende bist und auf lange Zeit in echter Armut leben musst. Halte immer im Gedächnis, dass Schulden nur für reiche Leute interessant sind. Wenn du arm bist und dich verschuldest, weil deine laufenden Ausgaben zu hoch sind, dann musst du dafür, dass du zu wenig Geld hast auch noch (meist hohe) Zinsen bezahlen! Damit verschiebst du deinen Crash nur um allerhöchsens 1 - 2 Jahre. Dann sitzt du in der Schuldenfalle. Glaube nicht, dass du da schnell und einfach per “Privatinsolvenz” wieder raus kommst. In diese Falle kann man auf jedem Einkommensniveau laufen. Viele, die ein hohes Einkommen haben schaffen es trotzdem nicht Vermögen aufzubauen, weil sie ihren finanziellen Rahmen voll ausnutzen. Gut wird es dir nur dann gehen, wenn du weniger ausgibst als du einnimmst. (Siehe unten). Wenn dein Einkommen für elementare Bedürfnisse wie: eine einfache Wohnung, Second-Hand Kleidung und Möbel, einfaches aber gesundes Essen und Leitungswasser trinken nicht ausreichen sollte, dann lege dich aus Protest quer auf die Strasse bis du etwas bekommst oder mache wass immer dir richtig erscheint - nur keine Schulden. Die führen dich in die Unfreiheit und in eine totale Sackgasse.

Schlachte deine heiligen Kühe!

Zwei Autos und Urlaubsreisen sind Luxus. Schön, wenn man sie hat, und wenn man sie nicht hat ist es auch schön! Die Schlauen fahren fröhlich mit dem Fahrrad 5 km zur Arbeit und in der Ferien gibt’s Entdeckungstouren im Schwarzwald oder wie auch immer die Sommerfrische in deiner Umgebung heisst. Auch hier gilt es schnell zu reagieren: 10 € weniger Einnahmen erzwingen 10 € weniger Ausgaben! Es hat keinen Zweck: Auch beim Essen muss gespart werden. Bei niedigem Einkommen sind Wohnen, Auto und Essen die entscheidenen Ansatzpunkte. Einfaches, aber gesundes Essen hat einen hohen Spareffekt. Mach einen Sport daraus weniger auszugeben. Schaffst du 100 € weniger pro Monat? Stell‘ dir vor wie ein Asket zu leben: Konzentriert auf die einfachen und wichtigen Dinge! Freu dich daran, wie du mit so wenig Geld auskommst, während viele um dich herum immer tiefer in Schulden und finanzielle Bedrängnis geraten. Was am häufigsten in den Ruin führt ist das (scheinbar) eigene auf Pump gekaufte Haus. Die Gründe für den Crash sind: Weniger als 20 % Eigenkapital, zu üppige Ausstattung (man kauft ja nur einmal ein Haus …), Raten, die das vorhandene Einkommen überstrapazieren, Zerstörung deiner Familie / Ehe durch zu hoch veranschlagte Eigenleistung. Denk’ daran: Es ist keine Schande in einer Mietwohnung zu sterben.

Lass‘ dich nicht verführen.

Die Medien malen dir täglich das Leben reicher und verrückter Leute vor Augen. Ihr Leben ist von deinem Leben weiter entfernt als die Erde vom Mond. Aber irgendwie scheinen viele von dieser absurden Welt zu träumen. Nur durch Gehirnwäsche ist schließlich zu verstehen, warum z.B. tausende von jungen Leuten zu Casting-Shows strömen, weil sie anscheinend wirklich glauben, ein Star werden zu können. Heute will jeder reich und / oder berühmt werden. Die nüchterne Wahrheit ist: Durch Träumereien und falsche Vorbilder wirst du an der Nase herumgeführt, finanziell ausgebeutet und in der Passivität gehalten - es passiert gar nichts in deinem Leben.

Gibt dein Geld für wertvolle Dinge aus.

Solche Dinge sind z.B. Ausbildung, hochwertige (aber nicht übertrieben teure oder modische) Kleidung oder Schuhe, ein gutes Fahrrad oder ähnliches. Benutze alles was du kaufst so lange wie möglich, sonst steckst du dein Geld in den Altkleidersack. Vergleiche dich nicht anhand der 0815 Wohlstands-Skala. Du braucht keine Heimkinoanlage, du brauchst nicht den neuesten Computer, Fernseher usw. Kaufe nur bewährte Sachen, die schon länger auf dem Markt sind. Denke über das gewohnte hinaus und orientiere dich daran wie Deine Eltern oder Großeltern lebten. Warum konnten die heute 40 - 50 Jährigen problemlos mit ihren Geschwistern in einem Zimmer schlafen und heute geht das angeblich nicht mehr?

Baue ein Netz von Beziehungen.

Wenn vieles zusammenbricht, sind deine Verwandten, Nachbarn und Freunde deine Ratgeber, Helfer und vielleicht deine letzte Rettung. Statt vielleicht wie bisher in allen Menschen deine Konkurrenten zu sehen oder auf Menschen in deiner Umgebung herabzusehen, solltest du schnell auf Versöhnung, Wertschätzung und Freundlichkeit umstellen. Das tut dir selber auch gut! Mach dir klar, dass kein Mensch auf dieser Welt alleine existieren kann. Schau nicht auf die, die versuchen, auf einer “Insel” “autark” zu überleben. Denen wird es am Ende am schlechtesten gehen. Suche Freundschaft, Gemeinschaft und als Christ natürlich: Gemeinde!

Sei im positiven Sinn stolz auf deinen Weg!

Du bist nicht wie die anderen und kannst auch mit weniger glücklich sein. Deine Familie ist anderes und du hast mehr Freunde als früher - kurzum: Dir geht es gut in der Krise! Das soll dir erstmal einer nachmachen!


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