Schon gezahlt?

Die Aussage „Jemand hat einen (hohen) Preis für eine Sache bezahlt“ haben wohl die meisten von uns schon einmal gehört. Darunter verstehen wir, dass jemand bereit war, große Anstrengungen zu leisten, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Man kennt auch Menschen, die für ihre berufliche Karriere sogar ihr Familienleben zurückstellen, im schlimmsten Fall sogar ihre Ehe „opfern“, um die berufliche Leiter so weit wie möglich zu erklimmen.

Es geht mir heute nicht darum, solche Erfolgsgeschichten zu bewerten oder über die Motive zu urteilen; auch nicht um ein moralisches Abwägen, inwieweit die erbrachten Opfer durch das erreichte Ziel zu rechtfertigen sind.

Was mich beschäftigt, ist vielmehr, dass auch unter Christen immer mal wieder zu hören ist, dass jemand einen „Preis“ zu zahlen hätte – für seine Nachfolge, für ein größeres Maß an Hingabe an die Gemeinde, für seinen Dienst im Reich Gottes, womöglich verbunden mit einer bestimmten Position (Leiterschaft), oder aber für einen Sieg, den er in einem Bereich seines Lebens erringen möchte. Mir ist tatsächlich schon die Frage begegnet:

„Bist du bereit, den Preis zu zahlen?“

Mir gingen solche Aussagen schon immer gegen den Strich, weil in mir sofort der Gedanke aufkommt: „Aber Jesus hat doch den Preis bezahlt!“

Nun habe ich mir die Mühe gemacht, mit Hilfe der Stichwortsuche das Wort Gottes, die Bibel, selbst dazu zu befragen.
Hier nun das Ergebnis meiner Recherche:

Nur eins im Leben ist wirklich wichtig: Werde weise! Werde verständig! Kein Preis darf dir zu hoch dafür sein. Spr. 4,7

Aha. Also gibt es durchaus einen Preis zu zahlen für mich als Christ!? Und wofür? Weise und verständig zu werden! Wow. Es lohnt sich, einen Moment darüber nachzudenken.

Ein weiterer Vers, den ich unter den Stichworten „Preis bezahlen“ gefunden habe, steht in Jesaja 41,6:

So viel bist du mir wert, dass ich Menschen und ganze Völker aufgebe, um dein Leben zu bewahren. Diesen hohen Preis bezahle ich, weil ich dich liebe.

Das ist ein enormer Preis. Wer bezahlt ihn? Für wen? Gott selbst bezahlt ihn, für sein geliebtes, auserwähltes Volk. Im vorherigen Vers 5 heißt es: „Ich bezahle ein hohes Lösegeld für deine Befreiung: Ägypten, Äthiopien und Seba.“

Das ist es, was Gott für seine Kinder tut. Er bezahlt für unsere Rettung. Er gibt das Lösegeld für unsere Befreiung.

Das gleiche ist geschehen, als Jesus am Kreuz sein Leben für uns hingab; ein Lösegeld zu unserer Befreiung, eine Sühne für unsere Schuld. Dazu gleich noch mehr.

Im Psalm 49, Vers 8 steht geschrieben:

Doch niemand kann für das Leben seines Freundes bezahlen, niemand kann ihn bei Gott vom Tod freikaufen.

So. Wenn ich nicht für das Leben eines Freundes bezahlen kann, dann erst recht nicht für mein eigenes Leben, oder?

Was ist denn nun der Preis, den manche Christen glauben bezahlen zu müssen, wenn sie nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit mehr trachten wollen als nach allem anderen?

Ich habe nicht aufgegeben und weiter recherchiert unter den Suchbegriffen „auf sich nehmen“, was ja in etwa gleichbedeutend ist mit „einen Preis zahlen“

Dazu fand ich:

Und wer nicht bereit ist, sein Kreuz auf sich zu nehmen und mir nachzufolgen, der kann nicht zu mir gehören. Mt.10,38.

Im ähnlichen Wortlaut auch in den anderen Evangelien nachzulesen.

Danach sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wer zu mir gehören will, darf nicht mehr sich selbst in den Mittelpunkt stellen, sondern muss sein Kreuz auf sich nehmen und mir nachfolgen. Mt.16,24

In Lk.9,23 heißt es sogar: „Danach (nachdem er sein Leiden und Sterben angekündigt hatte; Anm. von mir) wandte sich Jesus an alle (zuvor hatte er nur zu seinen Jüngern gesprochen; noch eine Anm. von mir): Wer mein Jünger sein will, darf nicht mehr sich selbst in den Mittelpunkt stellen, sondern muss sein Kreuz täglich auf sich nehmen und mir nachfolgen.“

Autsch. Ich muss zurücktreten. Zweite Reihe, vielleicht sogar noch weiter zurück? Es geht hier ja gar nicht um mich!

So wird aus einem Preis ein Kreuz. Also, weitersuchen unter dem Stichwort „Kreuz“.

Gal.5,24: Es ist wahr: Wer zu Jesus Christus gehört, der hat sein selbstsüchtiges Wesen mit allen Leidenschaften und Begierden ans Kreuz geschlagen.

Hast du? Kann man nicht oft genug tun.

Eph.1,7: Durch Christus, der sein Blut am Kreuz vergossen hat, sind wir erlöst, sind unsere Sünden vergeben. Und das verdanken wir allein Gottes unermesslich großer Gnade.

Selbstgerechtigkeit ade.

Hebr.10,19: Und so, liebe Brüder und Schwestern, können wir jetzt durch das Blut, das Jesus Christus am Kreuz für uns vergossen hat, frei und ungehindert ins Allerheiligste eintreten.

Frei und ungehindert, also nix mit Preis bezahlen.

Gal.6,14: Ich aber kenne nur einen Grund zum Rühmen: das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus. Weil er starb, starb auch diese Welt für mich, und ich bin tot für ihre Ansprüche und Forderungen.

Kol.2,14: Gott hat den Schuldschein, der uns mit seinen Forderungen so schwer belastete, für ungültig erklärt. Ja, er hat ihn zusammen mit Jesus ans Kreuz genagelt und somit auf ewig vernichtet.

Einen vernichteten Schuldschein muss ich doch nicht mehr bezahlen, richtig?

Rom.7,4 Genauso wart auch ihr gebunden, und zwar an das Gesetz. Aber ihr seid davon befreit worden, als Christus am Kreuz für euch starb. Und jetzt gehört ihr nur noch ihm, der von den Toten auferweckt wurde. Nur so werden wir für Gott Frucht bringen, das heißt leben, wie es ihm gefällt.

Es nützt also nichts, irgendeinen Preis zu zahlen, ein Opfer zu bringen, auf etwas zu verzichten, einen Mangel als Gegenleistung anzusehen, weil das Gott gar nicht mal gefällt! Nur, wenn wir durch das Kreuz (das ist der Preis, den ER bezahlt hat!) mit ihm verbunden sind, können wir Frucht bringen. Und Frucht, heißt es hier, ist nicht, was wir für den Herrn tun oder wen wir in seine Familie „bekehren“, sondern, leben, wie es ihm gefällt! Seinen Willen tun, ihm gehorchen, sich ihm unterordnen, mich zurücknehmen, IHN in die Mitte stellen!

Phil.3,10 verdeutlicht dies nochmal auf schöne Weise: „Um Christus allein geht es mir. Ihn will ich immer besser kennen lernen: Ich will die Kraft seiner Auferstehung erfahren, aber auch seine Leiden möchte ich mit ihm teilen und mein Leben ganz für Gott aufgeben, so wie es Jesus am Kreuz getan hat.“

Ist das vielleicht die Bibelstelle, die belegen soll, dass wir einen Preis zu zahlen hätten? Dass wir auch das Leiden mit Jesus teilen und unser Leben für Gott aufgeben? Wer das hineininterpretiert, hat etwas gewaltig missverstanden. Was auch immer jemand aufgibt, um Jesus zu folgen – die Mitgliedschaft im Narrenrat, das Anschauen von gewaltverherrlichenden Filmen, selbst das Lösen einer Beziehung mit einer Person, die nichts von Gott wissen will – das ist kein Preis, sondern nichts anderes als Gehorsam dem Herrn gegenüber, dem zu dienen man sich jetzt entschieden hat. Er hat den vollen Preis für dich bezahlt – so gehörst du ihm auch ganz und bist es schuldig, ihm alles hinzugeben. Es ist sein Gnadengeschenk an dich, das dich fähig macht, allen Schmutz hinter dir zu lassen und das neue Leben zu empfangen, das er dir gegeben hat.

Lies zum Abschluss:

Hebr.7,27: Christus muss nicht – wie die anderen Hohepriester – an jedem Tag zuerst wegen der eigenen Sünden für sich selbst ein Opfer darbringen, ehe er für sein Volk opfert. Als Jesus Christus am Kreuz für unsere Schuld starb, hat er ein Opfer dargebracht, das ein für alle Mal gilt.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Dienst für Gott?

Dienen ist eine Sache zwischen Gott und Mensch. Wenn du den Herrn liebst, wirst du ihm mit Freude und Dankbarkeit dienen. Er wird dir Aufgaben und Dienste geben, und du wirst sie im Gehorsam erledigen. Das ist keine große Sache, egal, was es ist. Ob du zuhause deine Bügelwäsche machst oder bei einer Konferenz als Sprecher eingeladen bist, sollte kein Unterschied sein. Tu es für Gott, gib dein Bestes, bleib in der Demut. Mach keinen Wirbel darum, denn echte Hingabe an Gott braucht keine Bühne.
Gott hat einen freudigen Geber lieb. Wenn du keine Freude hast an dem, was du tust, dann prüfe, ob du im Willen Gottes bist. Es gibt folgende Möglichkeiten:

-Du bist unzufrieden, weil dir deine Aufgabe keine Anerkennung einbringt und dir niemand danke sagt?
Dann tu Buße und lerne selbst Dankbarkeit.

-Du fühlst dich überfordert und gestresst?
Dann besprich mit Gott, ob du vielleicht die falschen Dinge tust, oder Dinge, die er dir gar nicht gesagt hat, dass du sie tun sollst.

-Du weißt, dass dein Dienst von Gott ist, fühlst dich aber ausgebrannt und leer?
Tust du es noch für Gott, oder „brauchst“ du deinen Dienst für dich, für deinen Selbstwert, für den Applaus? Hast du versucht, eine innere Leere mit Dienen zu füllen? Stelle niemals den Dienst für Gott über die Beziehung zu ihm.

-Du bist enttäuscht, weil dein Dienst keine oder nur wenig Frucht bringt?
Es ist nicht deine Sache! Gott gibt dir deinen Job, das Ernten kann auch mal Sache eines andern sein. Weißt du, ob dein Säen in der Ewigkeit Früchte bringt? Danach solltest du nicht streben, sondern nach Gehorsam, Sorgfalt und Freude beim Tun.

Es gibt viele Fallen, in die wir geraten können, wenn wir im Auftrag des Herrn unterwegs sind.
Der beste und wirksamste Schutz davor ist, wenn du dir immer vor Augen hältst, dass du ohne ihn nichts bist. Alles, was du bist, tust, hast, wurde dir von Gott gegeben. Kein Grund also, stolz zu sein.
Lass deine rechte Hand nicht wissen, was die linke tut. Beraube dich nicht des Lohnes, den Gott dir geben möchte. Gib und diene mit freudigem Herzen, oder lass es bleiben. Sprich nicht darüber mit dem Hintergedanken, jemandem eine anerkennende Bemerkung zu entlocken. Versuche nicht, als hingegebener Christ dazustehen, der ja ach so viel für den Herrn tut. Dann tust du es aus eigener Kraft und zu deiner eigenen Ehre! Sei dir deiner Abhängigkeit von Gott bewusst und sieh zu, dass nicht womöglich Stolz dich zu Fall bringt.

Dein Tun soll dich mit Freude und Zufriedenheit erfüllen; wenn dir jemand eine positive Rückmeldung gibt, nimm sie dankbar an; aber stille deinen Hunger immer an der Quelle!
Was du Gott und den Menschen tust, tu es aus Liebe und einem reinen Herzen. Halte dich an Gottes Gebote und bleib unter der Führung des Heiligen Geistes; das ist ein Opfer, wie es Gott gefällt!

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Na warte!

Kennt Ihr auch die wohlmeinenden Mitmenschen, die glauben, dich vor künftigen Ereignissen warnen zu müssen, die ihrer Meinung nach garantiert bei dir eintreffen werden?
Ich habe in meinem Leben schon so oft den Ausspruch gehört: „Warte nur, bis…“ oder wahlweise „Du wirst schon sehen…!“

Es fing schon bald nach meiner Bekehrung an. Ich war soooo verliebt in Jesus und erfüllt mit Heiligem Geist und überschäumender Freude. Da kamen die ersten, die mich von meinem Höhenflug auf den „Boden der Tatsachen“ bringen wollten mit Aussagen wie: „Ach ja, die neu Bekehrten. Das wird bald anders. Warte mal, bis die erste Wüstenzeit kommt.“

Weiter ging es, als wir frisch und glücklich verheiratet waren. „Wartet nur, wenn erst mal ein paar Jahre vergangen sind…!“„Wenn ihr erst mal Kinder habt…!“
Dann kam unser erstes Kind zur Welt, und wir waren überglücklich über dieses wunderbare Geschenk Gottes, und prompt warnte uns wieder eine Stimme: „Wartet ab, wenn es erst mal aus dem Säuglingsalter raus ist!“ Natürlich waren die ersten Monate nicht immer einfach, und auch die folgenden Jahre brachten und bringen bis heute wechselnde Herausforderungen mit sich. Aber wir waren immer darauf bedacht, die Freude und Dankbarkeit, die wir für unsere Kinder empfanden, im Blick zu behalten.

Doch immer wieder liefen uns Menschen über den Weg, die uns das Glück nicht gönnen konnten, da sie selbst vermutlich mit ihren Herausforderungen im Leben nicht so gut klargekommen sind.
„Wartet nur, bis sie in die Schule gehen.“ „Wenn sie erst mal in die Pubertät kommen, dann werdet ihr schon sehen!“ So und ähnlich wurden wir oft regelrecht bedroht.

Das Traurige dabei ist, dass es sich bei diesen „Ratgebern“ nicht um Menschen handelt, die von Gott nichts wissen und die helfende Kraft nicht kennen, die aus der Beziehung zum Schöpfer kommt. Nein! Es waren in vielen Fällen Geschwister aus der Gemeinde, die es eigentlich besser wissen sollten.
Heute, nach einem Vierteljahrhundert in der Nachfolge Jesu, 18 Ehe- und 16 Kinderjahren, sind wir fest gegründet und verwurzelt in Jesus und seiner Gemeinde, unsere Kinder sind wunderbare Menschen und ebenfalls unterwegs mit Jesus, und die Zeit der Pubertät ist für beide Seiten bereichernd und es erfüllt uns mit großer Freude und Dankbarkeit, zu sehen, wie die Kinder sich entwickeln und reif werden. Allen Drohungen zum Trotz!

Ich empfehle euch, wenn auch ihr mit solchen Aussprüchen konfrontiert werdet, weist diese entschieden zurück! Sprecht das Wort Gottes aus, denn die Wahrheit macht uns frei. Und habt auch Mut, die Person direkt darauf aufmerksam zu machen, dass sie versucht, dich zu manipulieren, Unglaube und Zukunftsangst zu säen. Neid und Missgunst sind fleischlichen Ursprungs. Aus dem Geist Jesu entspringen Hoffnung, Glaube, Freude und Frieden.

Sei du selbst eine Person, die andere in ihren Lebensumständen ermutigt und segnet!

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Prophetie ist kein Orakel

Kein Christ braucht ein Orakel, um dir zu sagen, was die Zukunft bringt, oder was du tun sollst; denn Jesus hat gesagt: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir“ (Joh 10,27). Wenn wir die Zukunft wüssten, wären wir nicht nur überfordert und in der Gefahr, stolz oder überheblich zu werden. Wir wären auch in gewisser Weise unabhängig von Gott, weil wir dann den Dingen vorauslaufen könnten, anstatt Gott vertrauensvoll nachzufolgen.

Die prophetischen Gaben dienen nicht dazu, die Zukunft vorherzusagen oder etwas von Gott zu erkennen, was sonst keiner sehen kann, sondern es ist der Heilige Geist, der durch sie Ermutigung und Wiederherstellung in der Gemeinde bewirkt. In Offenbarung 19,10 steht: „Das Zeugnis Jesu ist der Geist der Weissagung .“ Und Petrus schreibt, dass der „Geist Christi“ bereits in den Propheten des Alten Testaments wirkte (1. Petr 1,11). Das ist der Heilige Geist, durch den Gott auch heute mitten unter uns ist. Das Ziel von Prophetie in der Gemeinde ist, dass Menschen die Stimme Gottes hören und durch ihn direkt berührt und verändert werden. Es ist einer von vielen Wegen, wie Jesus unter uns offenbar und erfahrbar werden will.

Prophetie kann das eigene Gebet und Hören auf Gott nicht ersetzen, aber wenn ich von Gott gehört habe, bin ich oft unsicher, denn es geschieht im Glauben und in meinen Gedanken. Mein Glauben kann dann massiv gestärkt werden, wenn eine prophetisch begabte Person meine Eindrücke bestätigt, obwohl niemand davon weiß. Schon oft habe ich auch Heilungen miterlebt, die durch ein Wort der Erkenntnis (1.Kor 12,8) geschehen: Im Gebet wird die Krankheit oder weitere Umstände genannt, ohne dass der Kranke darüber gesprochen hat. Dadurch entsteht Glauben, dass nun die Heilung tatsächlich durch Gottes Geist und im Auftrag Gottes zugesprochen wird. Es ist der Geist von Jesus Christus, (der Heilige Geist), der so wirkt, wie es Jesus selber tat, als er vor 2000 Jahren auf der Erde war. Er bewirkt Glauben, er segnet, er gibt Ermutigung, Heilung und Wiederherstellung. Wenn Du schon ein Kind Gottes geworden bist, zeigt er Dir den richtigen Weg in Übereinstimmung mit seinem Wort (der Bibel).

Die prophetischen Gaben, wie sie in 1. Kor 12 aufgezählt werden, und der Dienst des Propheten (Eph 4,11) sind oft stark umkämpft. Das liegt zum einen daran, dass der Fürst dieser Welt kein Interesse daran hat, den Geist Christi in Aktion zu sehen, und zum Anderen, dass manche Menschen eine Bühne für ihre Gedanken suchen und sich selbst dabei überschätzen. Ein Mangel an Unterscheidungsfähigkeit oder ein mangelndes Verständnis der Bibel können dann negative Auswirkungen haben. Wenn Prophetie ins Belanglose oder ins Skurrile, Religiöse abgleitet, kann sie nicht ernst genommen werden und wird zu einer bestenfalls wirkungslosen Mischung aus Echtem und Falschem.
Wir sind alle Glieder an seinem Leib, erfüllt mit seinem Geist; Gott hat uns in seine Gemeinde berufen, um einander zu dienen in gegenseitiger Unterordnung. Die Aufgabe des Propheten im neuen Testament ist es deshalb, die Gemeinde anzuleiten und praktisch zu lehren, wie man die Stimme Gottes hören kann. Zunächst für uns selber, in unserer Nachfolge und dann möglicherweise auch, um damit zu dienen.

Ich habe viel Ermutigung durch prophetische Worte oder Gebete bekommen. Oft hat Gott mir dadurch einfach sein Herz für mich oder meine Situation mitgeteilt. Weil Gott jeden von uns von Herzen liebt, ist es immer befreiend und ein großer Segen, wenn ich erkenne, wie Gott über eine Sache oder über mich denkt. Je mehr Menschen in der Gemeinde die Stimme Gottes hören, sein Herz erkennen und dadurch gestärkt und verändert werden, desto besser! Voraussetzung ist, dass die Bibel die Grundlage und der Maßstab bleibt und eine gute Einbindung in die Gemeinde durch Leiterschaft vorhanden ist.

Einfach herrlich!

1 In dem Jahr, als König Usija starb, sah ich den Herrn. Er saß auf einem hohen Thron und war erhöht und der Saum seines Gewandes füllte den Tempel. 2 Über ihm schwebten Seraphim, jeder hatte sechs Flügel. Mit zwei Flügeln bedeckten sie ihre Gesichter, mit zweien ihre Füße und mit dem dritten Paar flogen sie. 3 Sie riefen einander zu: »Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der Allmächtige! Die Erde ist von seiner Herrlichkeit erfüllt!«
Jesaja 6,1-3 (NL)

Das ist derzeit einer meiner Lieblingsverse aus meinem Lieblingsbuch.
Die Herrlichkeit Gottes. Die Erde ist voll davon! Erstaunlich, wenn man bedenkt, was seit der Zeit Usijas bis zum heutigen Tag auf dieser Erde alles passiert ist: Unzählige Kriege, Hungersnöte, Naturkatastrophen, Wirtschaftskrisen, Nachbarschaftsstreitereien, Schlägereien, Unzucht, Gewalt, Unrecht, wohin das Auge blickt. Trotzdem sind da immer noch diese Seraphim, die Gott loben und der Meinung sind, die Erde sei erfüllt von seiner Herrlichkeit!?

6 Fasten, wie ich es liebe, sieht doch vielmehr so aus: Lasst die zu Unrecht Gefangenen frei und gebt die los, die ihr unterjocht habt. Lasst die Unterdrückten frei. Zerbrecht jedes Joch. 7 Ich möchte, dass ihr euer Essen mit den Hungrigen teilt und heimatlose Menschen gastfreundlich aufnehmt. Wenn ihr einen Nackten seht, dann kleidet ihn ein. Verleugnet euer eigenes Fleisch und Blut nicht. 8 Wenn du so handelst, wird dein Licht aufleuchten wie die Morgenröte. Deine Heilung wird schnelle Fortschritte machen. Deine Gerechtigkeit geht dir dann voraus und die Herrlichkeit des Herrn folgt dir nach. 9 Dann wirst du rufen und der Herr wird antworten. Du wirst um Hilfe schreien und er wird antworten: `Hier bin ich.´ Entferne die Unterdrückung aus deiner Mitte. Lass die höhnischen Fingerzeichen und das trügerische Reden! 10 Öffne dem Hungrigen dein Herz und hilf dem, der in Not ist. Dann wird dein Licht in der Dunkelheit aufleuchten und das, was dein Leben dunkel macht, wird hell wie der Mittag sein. 11 Dann wird dich der Herr beständig leiten und dir selbst in Dürrezeiten innere Zufriedenheit bewahren. Er wird deinen Körper erfrischen, sodass du einem soeben bewässerten Garten gleichst und bist wie eine nie versiegende Quelle.
Jesaja 58, 6-11 (NL)

Die Herausforderung, als Christ in der „Welt“ zu leben, besteht nicht darin, sich mit den widrigen Umständen abzufinden und durchzuhalten bis zu dem herrlichen Tag, an dem der HERR wiederkommt  – nein! Wir sind dazu eingeladen, schon jetzt, hier und heute, seine Herrlichkeit auf Erden zu entdecken, in sie hineinzutauchen, und in der Kraft dieser Herrlichkeit unsere Umgebung zu verändern!

Nun kehrt euch ab von euren Sünden und wendet euch Gott zu, damit ihr von euren Sünden gereinigt werden könnt. 20 Dann brechen herrliche Zeiten an, und ihr werdet durch den Herrn gestärkt werden und er wird euch sogar Jesus, den Christus, wieder senden.
Apg.3, 19.20 (NL)
Herrliche Zeiten brechen an, wenn du Jesus als deinen Retter angenommen und ihm deine Sünden bekannt hast! Denn dann bist du von aller Schuld freigesprochen, und durch Jesus ist der Weg offen zu Gott, so dass du wie die Engel in der ersten Bibelstelle oben zum Thron gehen kannst; dann bekommst du die gleiche Sichtweise wie die Seraphim und kannst mit ihnen rufen: Die ganze Erde ist voll seiner Herrlichkeit!

(Nicht nur) für Frauen

Hallo liebe Leser!

Nachdem die ersten Jahre mein geschätzter Ehemann Wolfram Euch mal mehr, mal weniger häufig mit Lese- und Denkfutter versorgt hat, möchte auch ich, Doris, hin und wieder meinen Senf dazugeben.

Ich möchte Euch teilhaben lassen an den Gedanken, die mir beim Bibellesen oder beim Zwiegespräch mit meinem himmlischen Vater durch den Kopf gehen, wenn ich der Meinung bin, sie könnten für irgendjemanden außer mir interessant oder sogar lehrreich sein.

Viel Spaß beim Lesen, und wenn Ihr Fragen habt, schreibt uns einfach an! Wir geben stets unser Bestes, ernstgemeinte Anliegen ernsthaft zu beantworten.

Das Spiel

Was hier gespielt wird

Warum ist es so schwierig miteinander zu reden? Warum ist die Angst missverstanden zu werden so groß? Warum verlassen plötzlich Leute die Gemeinschaft oder Gemeinde und warum wird erst nach Jahren offenbar, wie sie denken? Warum ist es wichtig, wer mit wem in welchem Kreis ist? Warum geht es um Ämter oder Posten? Warum ist es ein Unterschied, ob der Pastor dir guten Morgen sagt oder irgendjemand anderes? Warum bleibt Gemeinschaft so oberflächlich? Warum gibt es wenig Frucht, obwohl es so viele Aktivitäten gibt?
Eine mögliche Antwort ist: Weil das Spiel von Misstrauen, Angst und Karriere gespielt wird.
Wenn du das Falsche sagst, wirst du degradiert oder sinkst im Ansehen. Wenn du zu Fall kommst, machen die „Geschwister“ dich endgültig fertig. Wenn es dir gelingt, die richtigen und wichtigen Leute zu beeinflussen und in ihre Nähe zu kommen, dann kannst du auch bedeutsam sein. Wenn du zu „denen“ gehörst, kannst du nicht zu uns gehören. Wenn du dich angepasst verhältst und redest, wie es erwartet wird, bist du akzeptiert. Anderenfalls bist du falsch und ein Problem.
Das sind einige der Regeln des Spiels. Echte Gemeinschaft, bedingungslose Annahme, Liebe und gegenseitiger Respekt sind in dem Spiel unmöglich! Es herrscht eine Atmosphäre der Menschenfurcht und des Misstrauens. Das ist das Spiel dieser Welt. Je nach Spielfeld hat es verschiedene Schwerpunkte und Regeln. Mal geht es um Geld oder Macht, mal geht es darum, besonders gut und fromm dazustehen. Mal ist es brutal und manchmal so subtil, dass man es schwer durchschaut. Weil es nicht der Weg Gottes ist, trennt es die Menschen voneinander und von Gott. Am Ende hat das Spiel keine Gewinner.

Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmt und die Ehre, die von dem alleinigen Gott ist, nicht sucht? (Joh 5,44)

Der Weg der Gnade und der Liebe

Ganz anders ist es, wenn wir in Freiheit und Gnade leben: Wenn du das Falsche sagst, wissen alle, dass jeder mal was Falsches sagt. Gott ist größer und es ist kein Problem, denn wir haben die Freiheit – ohne Druck oder Aggression – Korrektur oder Ermahnung zu geben. Wir leben von Gnade und der unverdienten Annahme, die wir bei Gott haben. Wir geben sie weiter. Wenn ich missverstanden werde, ist es kein Problem, denn schließlich wird auch Jesus bis heute komplett missverstanden. Vielleicht ist es auch verdreht, was ich gedacht oder gesagt habe. Alles nicht so wichtig – denn ich will aus Liebe und aus der Gnade den Geschwistern ganz praktisch dienen. Jeden Tag habe ich eine weit offene Tür um Gott, meinen Geschwistern und meinem Nächsten zu dienen.

Wenn wir unseren Stolz und unsere Rechthaberei überwinden, können wir uns voreinander demütigen ohne Angst „was die Anderen denken“. Liebe und Annahme überwinden alles, was der alte Adam so produziert und Gott ist durch seinen Heiligen Geist in unserer Mitte. Ich bin frei. Ich darf missverstanden werden. Ich darf komplett falsch sein. Meine Sünden sind mir vergeben.
Solange ich bei der Wahrheit bleibe und offen bin, ist alles in Ordnung, denn Gott hat eine Lösung für mein Problem und ich finde Hilfe in seinem Haus.

Wenn wir sagen, daß wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, lügen wir und tun nicht die Wahrheit.
Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, reinigt uns von jeder Sünde. Wenn wir sagen, daß wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.
Wenn wir sagen, daß wir nicht gesündigt haben, machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns. (1.Joh 1,6-10)

Du kannst heute als Sohn oder Tochter Gottes leben. Niemand kann es dir nehmen. Es gibt keine weitere Karriere im Reich Gottes! Was soll es wichtigeres oder höheres geben? Gleichzeitig weiß ich, dass ich aus der Sünde und dem völligen Verloren-Sein komme, deshalb ist es leicht den Anderen höher zu achten als mich selbst. (Phil 2,3).

Sei ein Spielverderber

Für die Freiheit hat Christus uns freigemacht. Steht nun fest und laßt euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten! (Gal 5,1)

Steig aus dem Spiel aus. Es ist der Weg der gefallenen Natur des Menschen. Hör auf mit dem Spiel. Die anderen Spieler werden dich dafür ablehnen. Solange du mitspielst, bist du den Spielregeln unterworfen! Wenn du nicht mehr mitspielst, wirst du zum Spielverderber.
Die Menschen, die das Spiel spielen, wollen, dass du mitspielst. So wird das Spiel für sie (!) größer und schöner. Man muss nicht gleich Angst bekommen und weglaufen, aber man kann sich weigern in das Spiel hineingezogen zu werden. Die Bibel rät zu folgenden Strategien:

  • Schaue auf Jesus, lasse dich nicht von ihm und seinem Auftrag ablenken.
  • Rede nicht über Andere. Was tut Gott in deinem Leben? Sei ein Mensch, der ermutigt! Nimm keinerlei Rücksicht auf Feindschaft und Spaltungen. Du bist für alle und gegen niemand. (Auf welcher Seite steht Gott?)
  • Vermeide es Recht zu haben, bleibe in der Gnade. Wer Recht hat, braucht keine Gnade! Wenn sie Gutes über dich reden oder wenn sie Schlechtes über dich reden – Gottes Gnade ist für dich jeden Morgen neu.
  • Reagiere nie gemäß der Spielregeln. Gib Böses nicht zurück. Bleibe einfach bei der Wahrheit. Überlasse es unbedingt Gott, andere Menschen zu verändern. Nur wenn Menschen deiner Autorität unterstehen, hast du den Auftrag mit viel Gnade Gottes in ihr Leben hinein zu sprechen und ihnen den Weg zu zeigen.

Sitze lieber mit drei Freunden im Wohnzimmer als mit 1000 in der einzig wahren und überall bekannten Halleluja-Gemeinde das Spiel zu spielen.
Aber auch in den Gemeinden, wo das Spiel noch läuft, kommt immer wieder eine Heimsuchung Gottes: Die Konzepte des Spiels werden ihre zerstörerische Kraft entfalten und nur die, die in Demut dem Herrn Jesus dienen, werden bleiben wollen. Das Spiel ist bald aus. Jesus wird wiederkommen und seine Gemeinde wird ihm entgegen gehen.

Veränderung erleben – Gott bewirkt sie von innen

Gott gefällt das.

Meine lieben Freunde! Ihr habt immer befolgt, was ich euch geraten habe. Hört aber nicht nur auf mich, wenn ich bei euch bin, sondern erst recht während meiner Abwesenheit. Arbeitet mit Furcht und Zittern an eurer Rettung. Und doch ist es Gott allein, der beides in euch bewirkt: Er schenkt euch den Willen und die Kraft, ihn auch so auszuführen, wie es ihm gefällt. Bei allem, was ihr tut, hütet euch vor Nörgeleien und Zweifel. Dann wird euer Leben hell und makellos sein, und ihr werdet als Gottes vorbildliche Kinder mitten in dieser verdorbenen und dunklen Welt leuchten wie Sterne in der Nacht. (Philipperbrief 2:12-15 HFA)

Phil 2,13: Denn Gott ist es, der in euch wirkt sowohl das Wollen als auch das Wirken ((Luther: „Vollbringen“)) zu seinem Wohlgefallen.

Gott wirkt in uns. Jeder Christ wird das bestätigen: Gott verändert dich von innen heraus. Sonst wird ja immer versucht die Menschen von außen zu steuern. Durch Druck und Überwachung oder durch Erziehung, die mit Anreizen und Drohungen verbunden wird, um von außen auf den Menschen einzuwirken und ihn zu einer gewünschten Verhaltensweise zu bringen. Der Teufel würde die Welt am Liebsten in eine große Maschine verwandeln in der alles überwacht und gegängelt wird und in der er natürlich der Chef im Hintergrund ist.
Das Konzept Gottes ist anders: Er will den Menschen von innen verändern, so dass wir aus unserem Herzen – aus unserer inneren Einstellung heraus – in seinem Sinn handeln. Auch seine Motivation ist anders: Er hat am Kreuz bewiesen, dass er uns völlig selbstlos liebt und so liegt ihm unsere Freiheit unser Wohlbefinden und unsere Zukunft bis in die Ewigkeit am Herzen. – Im Gegensatz zum Feind, der unsere Zerstörung und Versklavung will. Mit der von Gott bewirkten Veränderung im Herzen können wir ihm in Freiheit dienen.

Dieses veränderte Herz ist für Gott sehr kostbar. Gott sucht die Menschen, die seine Liebe mit Vertrauen erwidern und in ihrem Innern auf ihn ausgerichtet sind.
Denn des HERRN Augen durchlaufen die ganze Erde, um denen treu beizustehen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist. (2.Chr 16,9a)
Gott durchsucht die Erde nach Menschen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist. Wie ein Goldsucher, der Tonnen von taubem Gestein nach einem Körnchen Gold durchsucht.

Wer diese innere Veränderung zugelassen hat, profitiert stark davon:
Glücklich ist der Mensch, dessen Stärke in dir ist, in dessen Herz gebahnte Wege sind! Sie gehen durch das Tränental und machen es zu einem Quellort. Ja, mit Segnungen bedeckt es der Frühregen. Sie gehen von Kraft zu Kraft. Sie erscheinen vor Gott in Zion. (Psalm 84.6-8)
Sie haben Kraft, die von innen kommt, selbst von negativen Erfahrungen profitieren sie und die Erfahrung seiner Gegenwart ist normal für diese Menschen!

Du brauchst Gnade – Empfange Gnade durch Glauben

Gerade was viele denken, hat Gott nicht im Sinn, wenn er uns von innen heraus verändern möchte: Dass wir für ihn annehmbarer werden. So viele plagen sich damit herum und denken: erst, wenn ich so und so weit bin, kann Gott sich mir zuwenden und mein Gebet erhören.
Der Grund, warum der Heilige Geist dich zu Veränderungen drängt ist, weil er dir geben will und nie, weil er was braucht! Zuerst kommt der Glauben an das was Jesus für dich getan hat und dann, wenn du weißt, dass du in Ewigkeit angenommen und geliebt bist, kannst du dich voll Vertrauen auf Veränderung einlassen.

Wir sind schon erlöst, unsere Sünden sind uns vergeben und wir werden garantiert nie sagen können, dass wir jetzt Gott mehr gefallen als noch vor ein paar Jahren. Das wäre eine Einstellung, die sich von der Gnade Gottes abgewandt hat! So lange, wie du mit diesem Kampf weitermachst, bei Gott etwas zu haben oder annehmbar zu sein, ist alles was Gott dir in seinem Wort zusagt so ein „ja, aber“ …!
Die Bibel sagt: Gott hat mit Jesus Ja gesagt. Ohne Wenn und Aber ohne Haken und Hintertür:
Gott aber ist treu und bürgt dafür, dass unser Wort an euch nicht ja und nein zugleich ist. Denn der Sohn Gottes, Christus Jesus, der unter euch durch uns gepredigt worden ist, durch mich und Silvanus und Timotheus, war nicht ja und nein, sondern in ihm ist ein Ja geschehen. Denn so viele Verheißungen Gottes es gibt, in ihm ist das Ja, deshalb auch durch ihn das Amen, Gott zur Ehre durch uns. (2.Kor 1,18-20)

Vielleicht hast du Kinder. Warum willst du, dass sie weiterkommen, eine Ausbildung machen und sich positiv verhalten? Nur damit du keinen Ärger hast? Normalerweise ist der Grund: Weil du die Kinder, die du mit viel Mühe groß gezogen hast, liebst und das Beste für sie willst. Der Vater im Himmel hat da noch viel reinere Motive als wir. Er will Veränderung in dir bewirken und dich zu segnen bis in Ewigkeit und er will dich gerade heute weiterbringen auf einen Weg des Wachstums und des Segens.

Auf welcher Seite steht Gott?

Gehörst Du zu uns oder zu unseren Feinden? – Antwort: Nein

Und es geschah, als Josua bei Jericho war, da erhob er seine Augen und sah: und siehe, ein Mann stand ihm gegenüber, und sein Schwert war gezückt in seiner Hand. Da ging Josua auf ihn zu und sagte zu ihm: Gehörst du zu uns oder zu unseren Feinden? Und er sprach: Nein, sondern ich bin der Oberste des Heeres des HERRN; gerade jetzt bin ich gekommen. Da fiel Josua auf sein Angesicht zur Erde und huldigte ihm und sagte zu ihm: Was redet mein Herr zu seinem Knecht? Da sprach der Oberste des Heeres des HERRN zu Josua: Zieh deine Schuhe von deinen Füßen; denn der Ort, auf dem du stehst, ist heilig! Und Josua tat es. (Josua 5,13-15)

Das Volk Israel hatte den Jordan überschritten und war nach langer Zeit endlich vorbereitet, das verheißene Land einzunehmen. In dem Land, das Gott ihnen versprochen hatte, lebten verschiedene Volksstämme, die zum Teil extreme religiöse Kulte praktizierten. Josua war sich bewusst, dass es zu harten Auseinandersetzungen nicht nur mit diesen Volksstämmen, sondern auch mit deren Religion kommen würde, die damals „total angesagt“ war. Tatsächlich dauerte der Kampf mit den Kanaanitern nur kurz, während der Kampf mit Ihrem Glauben sich endlos über Generationen hinzog. Viele Israeliten übernahmen diese Weltanschauungen und Kulte, obwohl Gott das ausdrücklich verboten hatte.
Warum war Gott so gegen die „Bräuche“? Weil sie teilweise grausam waren, bis hin zum Töten von Kindern als Opfer und weil alles, was vom lebendigem Gott wegführt, der die Quelle des Lebens ist, zum Tod und zum Leiden führt. Und was sagt Gott in einem entscheidenden Moment dieser Auseinandersetzung, als er gefragt wird, auf welcher Seite er steht? „Nein …“

Gott will nicht für seine Sache kämpfen. Er hat es nicht nötig. Er ist schon immer Gott gewesen und wird es immer bleiben. Er kann über seine Feinde lachen (Ps 2,4). Er ist nicht für uns und gegen die „Anderen“. Er ergreift nicht Partei. Er ist für alle Menschen, weil er sie retten und heilen will. Das ist sein Anliegen. Und wenn wir auch mit diesem Anliegen beschäftigt sind, sehen wir, wie Gott dies unterstützt.

Die Antwort auf die einfache Frage „ Gehörst du zu uns oder zu unseren Feinden?“ Ist überraschend: „Nein“. Dieses Nein hören alle, die glauben, sie können Gott vor ihren Karren spannen. Gott ist für dich, für uns und sogar für die Menschen, die ihn hassen. Er lässt die Sonne leuchten für Gerechte und Ungerechte.
Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters seid, der in den Himmeln ist! Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr? Tun nicht auch die Zöllner dasselbe? Und wenn ihr allein eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Tun nicht auch die von den Nationen dasselbe? Ihr nun sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist. (Mt 5,44-48)

Gott möchte nicht so eingreifen, dass ich den Nutzen habe und andere den Schaden haben. Er möchte auch nicht so handeln, dass ich recht behalte und es allen anderen mal gezeigt wird. Er macht auch gar nicht mit in dem ständigen Gerangel um die wenigen guten Plätze auf dieser Welt. Das heißt aber nicht, dass er nicht eingreift. Sein Name ist „Immanuel“ – Gott ist mit uns! (Mt 1,23)

Gerade jetzt bin ich gekommen

„… sondern ich bin der Oberste des Heeres des HERRN; gerade jetzt bin ich gekommen.“

Wenn Gott nicht kommt, um Partei zu ergreifen – wozu kommt er dann? Oder schaut er nur von Ferne zu? Das ist nicht der Fall: Er greift ein und kommt mit seinem ganzen Heer. Seine Gegenwart verändert alles: „gerade jetzt bin ich gekommen“! Er selber ist die Lösung und er hat mehr Gewicht als die Welt. Oft habe ich gewartet „bis Gott eingreift“. Fast immer vergebens. Erst, wenn die Probleme sehr drängend wurden, habe ich Gottes Gegenwart gesucht. Dort sind die Lösungen aller Probleme. Alles kommt aus seiner heiligen Gegenwart. Mitten in den ärgsten Problemen kann man durch Buße, Dank und Anbetung in die Gegenwart Gottes treten und dort gibt es Frieden. Alles scheint weit weniger schwierig, wenn man die Probleme von dort betrachtet. Es ist wie ein Besuch im Thronsaal. Vor seinem Thron stehe ich in Demut und mein Leben ist in seiner Hand. Von seinem Thron aus wird er sich auch meiner Sache annehmen, denn ich bin sein Kind.

In den Psalmen spricht David oft davon, wie er die Gegenwart Gottes aufgesucht hat. David kam, um „in seinem Tempel nachzudenken“ sich „in seiner Hütte zu bergen“ oder er schreibt, wie Gott sein Gebet und seinen Hilfeschrei „aus seinem Tempel gehört“ hat.

Jeder Mensch ist auf der Suche nach Lösungen für seine Schwierigkeiten, Mängel und Leiden. Es sind aktuell sechs Milliarden, die das tun. Das ist nichts Besonderes. Besonders und wertvoll in Gottes Augen sind die Wenigen, die in erster Linie Ihn suchen. Dann – d.h. danach – werden sie sehen, wie Gott eingreift. Der Herr begegnete Josua, der schon in der Wüste viel Zeit am Zelt der Begegnung verbracht hatte. Er suchte sein Leben lang die Gegenwart Gottes. Nun war wieder einer dieser großen Augenblicke da: „Gerade jetzt bin ich gekommen.“
Die Mauern Jerichos fielen dann durch den Lobpreis des Volkes Gottes und weil sie bereit waren etwas zu tun, was nicht nach direkter Problemlösung aussah. Sie zogen siebenmal um eine befestigte Stadt. Sie taten es einfach demütig im Gehorsam gegenüber Gottes Wort. So kommen die Lösungen aus dem, was Gott in seiner erfahrbaren Gegenwart sagt.
Wenn Gott das Problem zu groß ist, kann er nicht Gott sein. Wenn Gott nicht wichtiger, als deine Probleme und Bedürfnisse ist und du ihn nicht suchst, ist er nicht dein Gott.