Das Spiel

Was hier gespielt wird

Warum ist es so schwierig miteinander zu reden? Warum ist die Angst missverstanden zu werden so groß? Warum verlassen plötzlich Leute die Gemeinschaft oder Gemeinde und warum wird erst nach Jahren offenbar, wie sie denken? Warum ist es wichtig, wer mit wem in welchen Kreis ist? Warum geht es um Ämter oder Posten? Warum ist es ein Unterschied, ob der Pastor dir guten Morgen sagt oder irgendjemand anderes? Warum bleibt Gemeinschaft so oberflächlich? Warum gibt es wenig Frucht, obwohl es so viele Aktivitäten gibt?
Eine mögliche Antwort ist: Weil das Spiel von Mistrauen, Angst und Karriere gespielt wird.
Wenn du das Falsche sagst, wirst du degradiert oder sinkst im Ansehen. Wenn du zu Fall kommst, machen die „Geschwister“ dich endgültig fertig. Wenn es dir gelingt, die richtigen und wichtigen Leute zu beeinflussen und in ihre Nähe zu kommen, dann kannst du auch bedeutsam sein. Wenn du zu „denen“ gehörst, kannst du nicht zu uns gehören. Wenn du dich angepasst verhältst und redest, wie es erwartet wird, bist du akzeptiert. Anderenfalls bist du falsch und ein Problem.
Das sind einige der Regeln des Spiels. Echte Gemeinschaft, bedingungslose Annahme, Liebe und gegenseitiger Respekt sind in den Spiel unmöglich! Es herrscht eine Atmosphäre der Menschenfurcht und des Misstrauens. Das ist das Spiel dieser Welt. Je nach Spielfeld hat es verschiedene Schwerpunkte und Regeln. Mal geht es um Geld oder Macht, mal geht es darum, besonders gut und fromm dazustehen. Mal ist es brutal und manchmal so subtil, dass man es schwer durchschaut. Weil es nicht der Weg Gottes ist, trennt es die Menschen voneinander und von Gott. Am Ende hat das Spiel keine Gewinner.

Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmt und die Ehre, die von dem alleinigen Gott ist, nicht sucht? (Joh 5,44)

Der Weg der Gnade und der Liebe

Ganz anders ist es, wenn wir in Freiheit und Gnade leben: Wenn du das Falsche sagst, wissen alle, dass jeder mal was Falsches sagt. Gott ist größer und es ist kein Problem, denn wir haben die Freiheit – ohne Druck oder Aggression – Korrektur oder Ermahnung zu geben. Wir leben von Gnade und der unverdienten Annahme, die wir bei Gott haben. Wir geben sie weiter. Wenn ich missverstanden werde, ist es kein Problem, denn schließlich wird auch Jesus bis heute komplett missverstanden. Vielleicht ist es auch verdreht, was ich gedacht oder gesagt habe. Alles nicht so wichtig – denn ich will aus Liebe und aus der Gnade den Geschwistern ganz praktisch dienen. Jeden Tag habe ich eine weit offene Tür Gott, meinen Geschwistern und meinem Nächsten zu dienen.

Wenn wir unseren Stolz und unsere Rechthaberei überwinden, können wir uns voreinander demütigen ohne Angst „was die Anderen denken“. Liebe und Annahme überwinden alles, was der alte Adam so produziert und Gott ist durch seinen Heiligen Geist in unserer Mitte. Ich bin frei. Ich darf missverstanden werden. Ich darf komplett falsch sein. Meine Sünden sind mir vergeben.
Solange ich bei der Wahrheit bleibe und offen bin, ist alles in Ordnung, denn Gott hat eine Lösung für mein Problem und ich finde Hilfe in seinem Haus.

Wenn wir sagen, daß wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, lügen wir und tun nicht die Wahrheit.
Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, reinigt uns von jeder Sünde. Wenn wir sagen, daß wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.
Wenn wir sagen, daß wir nicht gesündigt haben, machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns. (1.Joh 1,6-10)

Du kannst heute als Sohn oder Tochter Gottes leben. Niemand kann es dir nehmen. Es gibt keine weitere Karriere im Reich Gottes! Was soll es wichtigeres oder höheres geben? Gleichzeitig weiß ich, dass ich aus der Sünde und dem völligen Verloren-Sein komme, deshalb ist es ist leicht den Anderen höher zu achten als mich selbst. (Phil 2,3).

Sei ein Spielverderber

Für die Freiheit hat Christus uns freigemacht. Steht nun fest und laßt euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten! (Gal 5,1)

Steig aus aus dem Spiel. Es ist der Weg der gefallenen Natur des Menschen. Hör auf mit dem Spiel. Die anderen Spieler werden dich dafür ablehnen. Solange du mitspielst, bist du den Spielregeln unterworfen! Wenn du nicht mehr mitspielst, wirst du zum Spielverderber.
Die Menschen, die das Spiel spielen, wollen dass du mitspielst. So wird das Spiel für sie (!) größer und schöner. Man muss nicht gleich Angst bekommen und weglaufen, aber man kann sich weigern in das Spiel hineingezogen zu werden. Die Bibel rät zu folgenden Strategien:

  • Schaue auf Jesus, lasse dich nicht von ihm und seinem Auftrag ablenken.
  • Rede nicht über Andere. Was tut Gott in deinem Leben? Sei ein Mensch der ermutigt! Nimm keinerlei Rücksicht auf Feindschaft und Spaltungen. Du bist für alle und gegen niemand. (Auf welcher Seite steht Gott?)
  • Vermeide es Recht zu haben, bleibe in der Gnade. Wer Recht hat, braucht keine Gnade! Wenn sie Gutes über dich reden oder wenn sie Schlechtes über dich reden – Gottes Gnade ist für dich jeden Morgen neu.
  • Reagiere nie gemäß der Spielregeln. Gib Böses nicht zurück. Bleibe einfach bei der Wahrheit. Überlasse es unbedingt Gott andere Menschen zu verändern. Nur wenn Menschen deiner Autorität unterstehen, hast du den Auftrag mit viel Gnade Gottes in ihr Leben hinein zu sprechen und ihnen den Weg zu zeigen.

Sitze lieber mit drei Freunden im Wohnzimmer als mit 1000 in der einig wahren und überall bekannten Halleluja-Gemeinde das Spiel zu spielen.
Aber auch in den da wo das Spiel noch läuft, kommt immer wieder eine Heimsuchung Gottes: Die Konzepte des Spiels werden ihre zerstörerische Kraft entfalten und nur die, die in Demut dem Herrn Jesus dienen, werden bleiben wollen. Das Spiel ist bald aus. Jesus wird wiederkommen und seine Gemeinde wird ihm entgegen gehen.

Veränderung erleben – Gott bewirkt sie von innen

Gott gefällt das.

Meine lieben Freunde! Ihr habt immer befolgt, was ich euch geraten habe. Hört aber nicht nur auf mich, wenn ich bei euch bin, sondern erst recht während meiner Abwesenheit. Arbeitet mit Furcht und Zittern an eurer Rettung. Und doch ist es Gott allein, der beides in euch bewirkt: Er schenkt euch den Willen und die Kraft, ihn auch so auszuführen, wie es ihm gefällt. Bei allem, was ihr tut, hütet euch vor Nörgeleien und Zweifel. Dann wird euer Leben hell und makellos sein, und ihr werdet als Gottes vorbildliche Kinder mitten in dieser verdorbenen und dunklen Welt leuchten wie Sterne in der Nacht. (Philipperbrief 2:12-15 HFA)

Phil 2,13: Denn Gott ist es, der in euch wirkt sowohl das Wollen als auch das Wirken ((Luther: „Vollbringen“)) zu seinem Wohlgefallen.

Gott wirkt in uns. Jeder Christ wird das bestätigen: Gott verändert dich von innen heraus. Sonst wird ja immer versucht die Menschen von außen zu steuern. Durch Druck und Überwachung oder durch Erziehung, die mit Anreizen und Drohungen verbunden wird, um von außen auf den Menschen einzuwirken und ihn zu einer gewünschten Verhaltensweise zu bringen. Der Teufel würde die Welt am Liebsten in eine große Maschine verwandeln in der alles überwacht und gegängelt wird und in der er natürlich der Chef im Hintergrund ist.
Das Konzept Gottes ist anders: Er will den Menschen von innen verändern, so dass wir aus unserem Herzen – aus unserer inneren Einstellung heraus – in seinem Sinn handeln. Auch seine Motivation ist anders: Er hat am Kreuz bewiesen, dass er uns völlig selbstlos liebt und so liegt ihm unsere Freiheit unser Wohlbefinden und unsere Zukunft bis in die Ewigkeit am Herzen. – Im Gegensatz zum Feind, der unsere Zerstörung und Versklavung will. Mit der von Gott bewirkten Veränderung im Herzen können wir ihm in Freiheit dienen.

Dieses veränderte Herz ist für Gott sehr kostbar. Gott sucht die Menschen, die seine Liebe mit Vertrauen erwidern und in ihrem Innern auf ihn ausgerichtet sind.
Denn des HERRN Augen durchlaufen die ganze Erde, um denen treu beizustehen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist. (2.Chr 16,9a)
Gott durchsucht die Erde nach Menschen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist. Wie ein Goldsucher, der Tonnen von taubem Gestein nach einem Körnchen Gold durchsucht.

Wer diese innere Veränderung zugelassen hat, profitiert stark davon:
Glücklich ist der Mensch, dessen Stärke in dir ist, in dessen Herz gebahnte Wege sind! Sie gehen durch das Tränental und machen es zu einem Quellort. Ja, mit Segnungen bedeckt es der Frühregen. Sie gehen von Kraft zu Kraft. Sie erscheinen vor Gott in Zion. (Psalm 84.6-8)
Sie haben Kraft, die von innen kommt, selbst von negativen Erfahrungen profitieren sie und die Erfahrung seiner Gegenwart ist normal für diese Menschen!

Du brauchst Gnade – Empfange Gnade durch Glauben

Gerade was viele denken, hat Gott nicht im Sinn, wenn er uns von innen heraus verändern möchte: Dass wir für ihn annehmbarer werden. So viele plagen sich damit herum und denken: erst, wenn ich so und so weit bin, kann Gott sich mir zuwenden und mein Gebet erhören.
Der Grund, warum der Heilige Geist dich zu Veränderungen drängt ist, weil er dir geben will und nie, weil er was braucht! Zuerst kommt der Glauben an das was Jesus für dich getan hat und dann, wenn du weißt, dass du in Ewigkeit angenommen und geliebt bist, kannst du dich voll Vertrauen auf Veränderung einlassen.

Wir sind schon erlöst, unsere Sünden sind uns vergeben und wir werden garantiert nie sagen können, dass wir jetzt Gott mehr gefallen als noch vor ein paar Jahren. Das wäre eine Einstellung, die sich von der Gnade Gottes abgewandt hat! So lange, wie du mit diesem Kampf weitermachst, bei Gott etwas zu haben oder annehmbar zu sein, ist alles was Gott dir in seinem Wort zusagt so ein „ja, aber“ …!
Die Bibel sagt: Gott hat mit Jesus Ja gesagt. Ohne Wenn und Aber ohne Haken und Hintertür:
Gott aber ist treu und bürgt dafür, dass unser Wort an euch nicht ja und nein zugleich ist. Denn der Sohn Gottes, Christus Jesus, der unter euch durch uns gepredigt worden ist, durch mich und Silvanus und Timotheus, war nicht ja und nein, sondern in ihm ist ein Ja geschehen. Denn so viele Verheißungen Gottes es gibt, in ihm ist das Ja, deshalb auch durch ihn das Amen, Gott zur Ehre durch uns. (2.Kor 1,18-20)

Vielleicht hast du Kinder. Warum willst du, dass sie weiterkommen, eine Ausbildung machen und sich positiv verhalten? Nur damit du keinen Ärger hast? Normalerweise ist der Grund: Weil du die Kinder, die du mit viel Mühe groß gezogen hast, liebst und das Beste für sie willst. Der Vater im Himmel hat da noch viel reinere Motive als wir. Er will Veränderung in dir bewirken und dich zu segnen bis in Ewigkeit und er will dich gerade heute weiterbringen auf einen Weg des Wachstums und des Segens.

Auf welcher Seite steht Gott?

Gehörst Du zu uns oder zu unseren Feinden? – Antwort: Nein

Und es geschah, als Josua bei Jericho war, da erhob er seine Augen und sah: und siehe, ein Mann stand ihm gegenüber, und sein Schwert war gezückt in seiner Hand. Da ging Josua auf ihn zu und sagte zu ihm: Gehörst du zu uns oder zu unseren Feinden? Und er sprach: Nein, sondern ich bin der Oberste des Heeres des HERRN; gerade jetzt bin ich gekommen. Da fiel Josua auf sein Angesicht zur Erde und huldigte ihm und sagte zu ihm: Was redet mein Herr zu seinem Knecht? Da sprach der Oberste des Heeres des HERRN zu Josua: Zieh deine Schuhe von deinen Füßen; denn der Ort, auf dem du stehst, ist heilig! Und Josua tat es. (Josua 5,13-15)

Das Volk Israel hatte den Jordan überschritten und war nach langer Zeit endlich vorbereitet, das verheißene Land einzunehmen. In dem Land, das Gott ihnen versprochen hatte, lebten verschiedene Volksstämme, die zum Teil extreme religiöse Kulte praktizierten. Josua war sich bewusst, dass es zu harten Auseinandersetzungen nicht nur mit diesen Volksstämmen, sondern auch mit deren Religion kommen würde, die damals „total angesagt“ war. Tatsächlich dauerte der Kampf mit den Kanaanitern nur kurz, während der Kampf mit Ihrem Glauben sich endlos über Generationen hinzog. Viele Israeliten übernahmen diese Weltanschauungen und Kulte, obwohl Gott das ausdrücklich verboten hatte.
Warum war Gott so gegen die „Bräuche“? Weil sie teilweise grausam waren, bis hin zum Töten von Kindern als Opfer und weil alles, was vom lebendigem Gott wegführt, der die Quelle des Lebens ist, zum Tod und zum Leiden führt. Und was sagt Gott in einem entscheidenden Moment dieser Auseinandersetzung, als er gefragt wird, auf welcher Seite er steht? „Nein …“

Gott will nicht für seine Sache kämpfen. Er hat es nicht nötig. Er ist schon immer Gott gewesen und wird es immer bleiben. Er kann über seine Feinde lachen (Ps 2,4). Er ist nicht für uns und gegen die „Anderen“. Er ergreift nicht Partei. Er ist für alle Menschen, weil er sie retten und heilen will. Das ist sein Anliegen. Und wenn wir auch mit diesem Anliegen beschäftigt sind, sehen wir, wie Gott dies unterstützt.

Die Antwort auf die einfache Frage „ Gehörst du zu uns oder zu unseren Feinden?“ Ist überraschend: „Nein“. Dieses Nein hören alle, die glauben, sie können Gott vor ihren Karren spannen. Gott ist für dich, für uns und sogar für die Menschen, die ihn hassen. Er lässt die Sonne leuchten für Gerechte und Ungerechte.
Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters seid, der in den Himmeln ist! Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr? Tun nicht auch die Zöllner dasselbe? Und wenn ihr allein eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Tun nicht auch die von den Nationen dasselbe? Ihr nun sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist. (Mt 5,44-48)

Gott möchte nicht so eingreifen, dass ich den Nutzen habe und andere den Schaden haben. Er möchte auch nicht so handeln, dass ich recht behalte und es allen anderen mal gezeigt wird. Er macht auch gar nicht mit in dem ständigen Gerangel um die wenigen guten Plätze auf dieser Welt. Das heißt aber nicht, dass er nicht eingreift. Sein Name ist „Immanuel“ – Gott ist mit uns! (Mt 1,23)

Gerade jetzt bin ich gekommen

„… sondern ich bin der Oberste des Heeres des HERRN; gerade jetzt bin ich gekommen.“

Wenn Gott nicht kommt, um Partei zu ergreifen – wozu kommt er dann? Oder schaut er nur von Ferne zu? Das ist nicht der Fall: Er greift ein und kommt mit seinem ganzen Heer. Seine Gegenwart verändert alles: „gerade jetzt bin ich gekommen“! Er selber ist die Lösung und er hat mehr Gewicht als die Welt. Oft habe ich gewartet „bis Gott eingreift“. Fast immer vergebens. Erst, wenn die Probleme sehr drängend wurden, habe ich Gottes Gegenwart gesucht. Dort sind die Lösungen aller Probleme. Alles kommt aus seiner heiligen Gegenwart. Mitten in den ärgsten Problemen kann man durch Buße, Dank und Anbetung in die Gegenwart Gottes treten und dort gibt es Frieden. Alles scheint weit weniger schwierig, wenn man die Probleme von dort betrachtet. Es ist wie ein Besuch im Thronsaal. Vor seinem Thron stehe ich in Demut und mein Leben ist in seiner Hand. Von seinem Thron aus wird er sich auch meiner Sache annehmen, denn ich bin sein Kind.

In den Psalmen spricht David oft davon, wie er die Gegenwart Gottes aufgesucht hat. David kam, um „in seinem Tempel nachzudenken“ sich „in seiner Hütte zu bergen“ oder er schreibt, wie Gott sein Gebet und seinen Hilfeschrei „aus seinem Tempel gehört“ hat.

Jeder Mensch ist auf der Suche nach Lösungen für seine Schwierigkeiten, Mängel und Leiden. Es sind aktuell sechs Milliarden, die das tun. Das ist nichts Besonderes. Besonders und wertvoll in Gottes Augen sind die Wenigen, die in erster Linie Ihn suchen. Dann – d.h. danach – werden sie sehen, wie Gott eingreift. Der Herr begegnete Josua, der schon in der Wüste viel Zeit am Zelt der Begegnung verbracht hatte. Er suchte sein Leben lang die Gegenwart Gottes. Nun war wieder einer dieser großen Augenblicke da: „Gerade jetzt bin ich gekommen.“
Die Mauern Jerichos fielen dann durch den Lobpreis des Volkes Gottes und weil sie bereit waren etwas zu tun, was nicht nach direkter Problemlösung aussah. Sie zogen siebenmal um eine befestigte Stadt. Sie taten es einfach demütig im Gehorsam gegenüber Gottes Wort. So kommen die Lösungen aus dem, was Gott in seiner erfahrbaren Gegenwart sagt.
Wenn Gott das Problem zu groß ist, kann er nicht Gott sein. Wenn Gott nicht wichtiger, als deine Probleme und Bedürfnisse ist und du ihn nicht suchst, ist er nicht dein Gott.

Die ersten Werke: Den Nächsten und die anderen Christen lieben.

Die große Befreiung

Mit Jesus zu gehen, bringt eine große Befreiung. Ich brauche die Menschen um mich herum nicht mehr für mich selber. Ich bin angenommen in Ewigkeit bei Gott und kann sein Kind sein. Ich benötige deshalb viel weniger Anerkennung und Aufmerksamkeit als andere. Ich muss nicht Recht haben, ich muss nicht gewinnen, manipulieren und immer richtig verstanden werden. Ich habe ja schon soviel! Im Glauben lebe ich im Frieden und kann sogar was weitergeben. Ich sehe meinen Nächsten nicht mehr als Quelle für irgendwas, was ich brauche, sondern als Gelegenheit etwas weiterzugeben. Selbst meine Feinde verlieren ihren Schrecken, weil Gott mich beschützt.

Die Leute schützen sich vor denen, die sie nur anzapfen oder vor ihren Karren spannen wollen. Wenn ich mit Jesus gehe, können sie mir vertrauen und echte Beziehungen können aufgebaut werden in den Freiheit, Gnade und Annahme herrschen. Den Höhepunkt hat dies in der Gemeinschaft der Gläubigen. Der Bruder und die Schwester im Glauben werden in Ewigkeit mit mir leben unter dem gleichen Vater, der alle seine Kinder gleich liebt. Er selber wohnt durch den heiligen Geist in uns. Deshalb will ich den anderen in der Gemeinde respektvoll behandeln und durch Vergebung und Aufrichtigkeit die kostbaren Beziehungen erhalten. So sind wir wirklich Brüder und Schwestern, Kinder Gottes. Religion kann daraus ein Zerrbild machen, eine Zweckgemeinschaft, in der es nur um Äußerlichkeiten geht und in der religiöse Zwänge statt Freiheit vorherrschen. Aber Gemeinde ist so geplant: Nicht in erster Linie als Organisation, sondern als Ort an der praktische Liebe gelebt wird, ohne den Hintergedanken, den Anderen zu irgendwas zu gebrauchen.
Jesus sagte:
Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander liebt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt. (Joh 13,34+45 vergl. auch 1.Joh 3,11-24)
Das ist das Grundgesetz der Gemeinde. So entsteht sie und daran wird sie gemessen.

Die Kraft der Liebe ist in dir, weil Jesus in dir lebt

Wenn du von neuem geboren wurdest, dann lebt Jesus durch dem Heiligen Geist in dir. Seine Gegenwart in dir ist ein lebendiges Versprechen: Du gehörst für immer zu Gott. Tief in dir drin bist du darüber ganz sicher. Nun kann du diesem Geist folgen und wenn du im Heiligen Geist getauft bist, kannst du es erst recht so richtig kraftvoll fließen lassen. Was ist der Geist Christi? Es ist der Geist, der in den Aposteln und Propheten war, die ihre Mitmenschen liebten und sich deshalb überwanden den Menschen ihrer Zeit zu sagen, was die nicht hören wollten. Die Gott mehr geliebt haben als ihr Leben, um Wahrheit und Rettung zu bringen. Es ist der Geist der Urgemeinde, der die Menschen dazu brache, ihr Geld den Armen zu geben, die Kranken zu heilen und dem Geringen beizustehen. Es ist der Geist von Jesus, der die Kranken heilte, die Kinder segnete, das Wort Gottes predigte, die Toten auferweckte und selber seine Feinde mehr liebte, als sein eigenes Leben.

Das alles geht nicht mit einem Gebet oder nach Rezept. Folge diesem Geist Schritt für Schritt über die Jahre. Er wird dich nicht arm, leer und ausgenutzt machen, sondern es wird dir gut gehen und du wirst echtes Leben im Überfuss haben. Das ist überhaupt der Kern des Evangeliums: Du kannst mit Gott versöhnt werden und dann hast du den direkten Anschluss an sein Leben.

Ihnen wollte Gott zu erkennen geben, was der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses unter den Nationen sei, und das ist: Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit. (Kol 1,27)

die Hoffnung aber läßt nicht zuschanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist. (Röm 5,5)

Das Ziel der ganzen christlichen Lehre ist:

  1. Versöhnung mit Gott, damit du vor ihm ein reines Herz hast.
  2. Die Erfüllung mit seiner Kraft und seinem Leben, damit du mit ihm leben kannst.
  3. Das Weitergeben seiner Liebe, damit du Anteil an dem hast, was er in der Welt tun will.

Paulus sagt:
Das Endziel der Weisung aber ist Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben. (1.Tim 1,5)

Die ersten Werke: Gott lieben

Gott zu lieben ist das erste Gebot.

Er (Jesus) aber sprach zu ihm: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand.» Dies ist das größte und erste Gebot. (Mt 22,37.38)

Wie liebt man einen unsichtbaren Gott? Es ist gar nicht so viel anders, wie unter Menschen. Es fängt damit an, dass man die Person sieht. Man „erkennt“ die zukünftige Partnerin oder den zukünftigen Partner und sieht etwas verheißungsvolles. Dinge, die man mag und die einem positiv auffallen. Man beginnt sich vorzustellen, wie es wäre mit dieser Person zu leben. So ist es auch mit Gott. Plötzlich sieht man, was für viele andere unsichtbar ist: Einen Gott, der alles geschaffen hat und gerade dich liebt und auserwählt hat. Einen Gott, der sehr verheißungsvoll ist. Der dir alles geben kann und in jeder Hinsicht perfekt und gut ist. So wenden wir uns Gott zu und suchen nach weiteren Begegnungen mit ihm.

Schlechtes Gewissen als Beziehungskiller?

Wenn man befreundet oder gar verliebt ist, vermeidet man Dinge, die dem anderen nicht gefallen oder ihn gar verletzten. Man ist motiviert etwas zu tun, was dem anderen Freude macht. Religion arbeitet mit einem schlechten Gewissen: Sollten wir nicht anders sein, anders leben und dies oder das tun „für Gott“? Oft werden besonders die Dinge betont, die der religiösen Organisation nützen, in der man sich befindet.
Jesus hat gesagt: Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine Gebote halten; (Joh 14,15) Religion sagt zu dir: Wenn du mit Gott gehen willst, dann halte diese Gebote hier. Denn nur, wenn wir die Gebote halten, lieben wir Gott. Meist werden die Gebote dann, wie gesagt, an die Bedürfnisse der religiösen Gruppe oder Kirche angepasst. Die wiederkehrende Erfahrung ist, dass diese Denkweise der Beziehung zu Gott eher schadet als nützt. Es sät Misstrauen, Überforderung und Beschämung in die Beziehung. Lesen wir die Bibelstelle noch einmal im Zusammenhang:

Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine Gebote halten; und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, daß er bei euch sei in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. Ich werde euch nicht verwaist zurücklassen, ich komme zu euch. Noch eine kleine Weile, und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich: weil ich lebe, werdet auch ihr leben. An jenem Tag werdet ihr erkennen, daß ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch. Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, wird von meinem Vater geliebt werden; und ich werde ihn lieben und mich selbst ihm offenbaren. (Joh 14,15-21)

Jesus will uns nicht „verwaist zurücklassen“ und dann müssen wir uns abmühen, um doch noch eine Fahrkarte in den Himmel zu ergattern. Er kommt zu uns. Wir lernen ihn kennen und bekommen ein neues Leben!

Gott kennen – jede Beziehung hat zwei Seiten

Wenn du erkennst, dass du tatsächlich nicht irgendwer, sondern ein Kind Gottes bist, adoptiert und für immer aufgenommen in seine großartige Familie, dann wird dich das verändern. Natürlich hilft dein neuer Vater und deine neue Familie dabei, dass du gereinigt, befreit, gestärkt und ausgebildet wirst, aber der Anfang ist nicht der Entschluss sich mehr zu bemühen für Gott, sondern die Erkenntnis, dass es Gott ist, der nun in mir lebt und ich Anteil habe an seinem Leben. Ich bin und bleibe mit ihm zusammen, ich habe erkannt, es ist wahr, was Jesus gesagt hat: „daß ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch“.

Man könnte ganze Bücher schreiben, wie es ist, Gott zu lieben und mit ihm zu gehen. Es ist das wahre Leben. Das war auch schon die Erfahrung der ersten Jünger:
Es gibt aber auch viele andere Dinge, die Jesus getan hat; wenn diese alle einzeln niedergeschrieben würden, so würde, scheint mir, selbst die Welt die geschriebenen Bücher nicht fassen. (Joh 21,25)

Genauso, wie jede Beziehung unter Menschen nicht lange bestehen wird, wenn sich nur einer darum bemüht und der andere gleichgültig ist, so ist es auch bei Gott: Wir sind motiviert alles dransetzten, damit wir in unserer neuen Identität leben. Der Geist Gottes ist in uns. Ich kann jeden Tag mit diesem neuen Geist in mir gehen oder ich kann mich gehen lassen und so leben, wie ich eben von Kind an geprägt wurde und wie es immer läuft auf dieser Welt. Durch den Heiligen Geist in mir und die Erlösung von aller Schuld habe ich jederzeit die Möglichkeit zwischen beiden Wegen zu wählen. Gott wartet nicht unbeteiligt ab und schaut, wie es laufen wird, denn er sehnt sich nach uns.

Oder meint ihr, daß die Schrift umsonst rede: «Eifersüchtig sehnt er sich nach dem Geist, den er in uns wohnen ließ»? (Jak 4,5)

Die ersten Werke: Danken

Die Macht der Gedanken

Die ersten Christen wurden gelehrt sich auf das Danken zu konzentrieren. „Überreich“ sollten sie Gott für alles danken:

Wie ihr nun den Christus Jesus, den Herrn, empfangen habt, so wandelt in ihm, gewurzelt und auferbaut in ihm und gefestigt im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, indem ihr überreich seid in Danksagung! (Kol 2,6+7)

Unsere Gedanken und unsere ganze innere Einstellung bestimmen, welchen Weg wir gehen und wie wir leben. Danken ist entscheidend. Es richtet die Gedanken auf das Gute und Schöne, dass Gott schon gegeben hat.
Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist noch eines Wechsels Schatten. (Jak 1,17)

Jeder hat jeden Tag die Möglichkeit die Gedanken auf den Mangel und die Probleme zu richten oder auf das Gute, das Gott schon gegeben hat. Wenn man wenig hat, führt der Mangel von Dankbarkeit zur Bedrückung, zu Angst oder zu Wut und Neid. Gott ist weit weg, er behauptet zwar dich zu lieben, aber es fehlt an allem. Du brauchst so viel materiell und geistlich, aber du kannst es nicht empfangen, denn das Mangeldenken führt dich direkt in den Unglauben. Wenn du viel hast (seien es nun materielle oder „geistliche“ Dinge), dann führt dich der Mangel an Dankbarkeit in den Stolz und in ein letzten Endes sinnloses, selbstbestimmtes Leben. Du hat alles, du weißt alles und brauchst niemanden und auch Gott brauchst du nicht. Nur die Gier treibt dich weiter. Wenn du dagegen durch Danken anerkennst, dass alles von Gott kommt und dir letzten Endes nur für eine begrenzte Zeit übergeben worden ist, beugst du dich vor Gott. Dem Stolzen widersteht Gott, aber dem Demütigen gibt er Gnade (1.Petr 5,5). Absichtliches und anhaltendes Danken, bedeutet umzukehren von den Gedanken und inneren Einstellungen, die dich von Gott wegführen!

Grund genug zum Danken

Der Gott, der das Universum geschaffen hat und von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt, hat sein Liebstes hingegeben, um dich aus dieser Welt des Todes zu retten. Er selber nahm alles auf sich, was dich für immer von Gott getrennt hat. Und dann geht er noch darüber hinaus und bietet dir an, ein Teil seiner eigenen Familie zu sein. Er erwartet dafür nur dein Vertrauen und dass du ihn als Herrn anerkennst. – Und du bist tatsächlich der Meinung, du hättest wenig wofür du danken kannst?

Lese jeden Tag im Wort Gottes und danke Gottes immer wieder für die Erkenntnisse und die wunderbaren Zusagen, die Gott dir gibt. Danke Gott dafür, dass du durch die vielen Probleme über dich selber hinauswachsen kannst. Über dich im Danken. Jeden Tag! Danke Gott für seine Vergebung und Liebe, wenn du dich schuldig gemacht hast. Danke Gott für seinen Segen, wenn es gut läuft. Danke Gott, das er dir in allem raten wird:
Wenn aber jemand von euch Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der allen willig gibt und keine Vorwürfe macht, und sie wird ihm gegeben werden. (Jak 1,5)

Danke Gott allezeit

Darum seid nicht töricht, sondern versteht, was der Wille des Herrn ist! Und berauscht euch nicht mit Wein, worin Ausschweifung ist, sondern werdet voller Geist, indem ihr zueinander in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern redet und dem Herrn mit eurem Herzen singt und spielt! Sagt allezeit für alles dem Gott und Vater Dank im Namen unseres Herrn Jesus Christus! (Eph 5,17-20)

„Werdet voller Geist, indem …“ Loblieder, Danken, Lobpreis und Anbetung sind nicht der musikalische Teil des Gottesdienstes, sondern der Lobpreis in der Gemeinde dient dazu, dass du lernst und übst, dich auf Gott auszurichten und ihm Dank und Anbetung zu bringen. Im Alltag funktioniert es genauso, wie am Sonntag Morgen: Mit Dank und Anbetung treten wir voller Glauben und in der richtigen Haltung vor Gott und empfangen von ihm die Kraft und Hilfe, die wir heute brauchen!

Zurück zur ersten Liebe -Tue die ersten Werke!

„Wäre es nicht toll, wieder jeden Tag mit der Zuversicht, von Gott geliebt zu sein, aufzuwachen, ohne dies durch eigene gute Taten verdienen zu müssen? Das ist der Schlüssel zur ersten Liebe. Versuche nicht sie zu verdienen. Erkenne, dass du angenommen und geliebt bist – nicht für das, was du für Gott tun kannst, oder weil du irgendwie hoffst, dass du seiner Annahme würdig bist, sondern, weil es sein größter Wunsch ist, dich als eines seiner Kinder zu haben.“ ( Zitat aus dem Buch „Der Schrei der Wildgänse“ von Wayne Jacobsen und Dave Coleman, das ich gerne weiterempfehle.)

Im Glauben festgefahren?

Die längsten, fruchtlosen und dürren Zeiten „verdanke“ ich dem Selbstbetrug. Damit meine ich: zu glauben, dass man woanders ist, als es der Realität entspricht.
Der eine Grund kann Ungehorsam gegenüber Gott sein: Weil ich schwierige Schritte ausgespart oder umgangen hatte, glaubte ich Gott müsse nun etwas tun, um die nächsten Schritte zu zeigen und er würde mich nun weiterbringen. Den Stillstand und die Schwierigkeiten deutete ich als Wiederstand des Feindes oder bestenfalls als Prüfung. Der andere Grund kann eine Verstrickung in religiöses Denken sein: Mitarbeit, der Terminplan einer Kirche oder die Prioritäten meiner Gemeinde treten in den Mittelpunkt und verdrängen die Beziehung zu Gott, dem der erste Platz gehört. Auf subtile Weise können fromme Aktivitäten zu einem selbst gemachten und letztendlich totem Ersatz für das Leben mit Gott werden. Nun kann man noch weiter gehen und sich fest einbilden, dass all die Probleme, die Gott nutzen will, um mich wachzurütteln vom Teufel sind und dass ich nur noch härter so weitermachen muss, wie bisher, um zu Gott „durchzubrechen“. Es entsteht mit der Zeit eine komplett festgefahrene Situation. Dabei ist das „Auf der Stelle treten“ nur ein äußerliches Symptom. Im Kern geht es darum, dass sich meine Beziehung zu Gott nicht mehr weiterentwickelt. Was ich tue und wie ich lebe ist ja nur ein Spiegelbild meiner Beziehung zu Gott. Beziehungen ändern das Leben und meinen Weg. Die Beziehung zu Gott hat das Potential alles zu ändern – sogar weit über mein Leben auf der Erde hinaus.

Der Weg Gottes ist Wachstum in vielerlei Hinsicht:
Aber der Pfad der Gerechten ist wie das glänzende Morgenlicht, heller und heller erstrahlt es bis zur Tageshöhe. Der Weg der Gottlosen ist wie das Dunkel; sie erkennen nicht, worüber sie stürzen. (Spr 4,18+19)

Du wirst mir kundtun den Weg des Lebens; Fülle von Freuden ist vor deinem Angesicht, Lieblichkeiten in deiner Rechten immerdar. (Ps 16,11)

… bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zur vollen Mannesreife, zum Vollmaß des Wuchses der Fülle Christi. (Eph 4,13)

Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben. Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluß haben. (Joh 10,10)

Auf dem Weg, den Gott führt, werden uns zahlreiche Prüfungen und Widerstände begegnen, schließlich steht ein großer Teil dieser Welt Gott ablehnend gegenüber und auch der Teufel hat Macht in der Welt. Immer aber werden wir sehen, wie wir durch Gottes Gunst und Gnade auf die Siegerstraße zurück kommen. Wenn wir also dauerhaft nicht weiterkommen, müssen wir Gott bitten, uns die Stelle zu zeigen, wo wir vom Weg abgeirrt sind, damit wir zurückfinden auf den Weg des Lebens und wieder den vollen Segen der Gemeinschaft mit ihm bekommen. Dabei sollten wir auf keinen Fall gleich an die Liste von Dingen denken, in denen wir „versagt“ haben oder was wir alles „für Gott“ tun wollten. Unsere Liste unterscheidet sich in der Regel stark von Gottes Prioritäten. Das sehen wir ja daran, dass die Beschäftigung mit unserer Liste bisher keine Frucht gebracht hat.

Beeindruckende Bilanz, aber wenig Frucht und kein Weg zu sehen?

In der Bibel finden wir das bekannte Beispiel der Gemeinde von Ephesus. Die hatten wirklich eine beeindruckende Bilanz vorzuweisen: Der Apostel Paulus hatte dort jahrelang gelehrt, sie hatten weitere Gemeinden gegründet, sie hatten Erweckung in der römischen Provinz Asien bewirkt, sie waren ein Zentrum der apostolischen Lehre, sie waren ein Zentrum des Gebets … Ich wäre da gern Mitglied gewesen.
Jesus sagte folgendes zu ihnen:
… und du hast Ausharren und hast vieles getragen um meines Namens willen und bist nicht müde geworden. Aber ich habe gegen dich, daß du deine erste Liebe verlassen hast. Denke nun daran, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, so komme ich dir und werde deinen Leuchter von seiner Stelle wegrücken, wenn du nicht Buße tust. (Offb 2,3-5)

So war auch meine Situation: Ich hatte vieles getragen und „ausgeharrt“, aber irgendwie ohne Frucht, Leben und Segen. Weil meine Beziehung zu Jesus sich nicht weiterentwickelt hat! Wenn es dir auch so geht, dann höre, was Jesus auch Dir sagt: Du hast die erste Liebe zu ihm verlassen. „Denke nun daran, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke!“

Die ersten Werke: Prio 1

Was sind das für „erste Werke“ – also aus dem kanaanäischen übersetzt: Worauf muss man achten und was muss man tun, um aus der festgefahrenen Situation rauszukommen und wieder das Leben mit Jesus in vollen Zügen zu genießen? Es ist das, was am Anfang unseres Wegs mit Gott (hoffentlich) im Mittelpunkt stand. Denn so, wie es begann, soll es nach Gottes Wort auch weitergehen:
Wie ihr nun den Christus Jesus, den Herrn, empfangen habt, so wandelt in ihm, … (Kol 2,6)

In den nächsten Folgen werden wir uns die ersten Werke wieder ins Gedächtnis rufen, damit wir danach handeln.

Es ist besser zu wissen, dass man einen bestimmten Schritt nicht gehen will und sich dann mit dem Erreichten zu begnügen, als in Verwirrung und Selbstbetrug zu leben, indem man meint, man habe alles getan und alles „probiert“ und Gott hätte nichts getan. So geraten wir in Verwirrung, stecken womöglich andere damit an und machen Gott zu Lügner. Gott hat uns Freiheit gegeben so weit zu gehen, wie wir es wollen! Und dabei bleibt es. Ich finde es auch nicht gut, wenn manche die Gemeinde immer so weiter treiben möchten. Wonach Gott sucht, ist eine Entscheidung von Herzen aus Liebe und Freundschaft zu ihm! Er gibt Freiheit und ist nicht sauer, wenn du nur ein guter Bekannter von ihm bleiben möchtest. Wenn ich immer wieder in der Gemeinde nach vorne, um mich „hinzugeben“ und feierlich erkläre etwas zu wollen, was ich in Wirklichkeit nicht will, dann führt mich das in Verwirrung und religiöse Verstrickung. Wie befreiend ist es doch statt dessen, wenn wir eine klare Standortbestimmung haben und uns nicht selbst verurteilen müssen, weil Gott es ja auch nicht tut und uns aus reiner Gnade so angenommen hat, wie wir sind.

Wie bleibt man in Gottes Gegenwart?

Ein Psalm. Von David. HERR, wer darf in deinem Zelt weilen? Wer darf wohnen auf deinem heiligen Berg?

Der rechtschaffen wandelt und Gerechtigkeit übt und Wahrheit redet in seinem Herzen,

nicht verleumdet mit seiner Zunge, kein Übel tut seinem Gefährten und keine Schmähung bringt auf seinen Nächsten,

in dessen Augen der Verworfene verachtet ist, der aber die ehrt, die den HERRN fürchten; der, hat er zum Schaden geschworen, es nicht ändert;

der sein Geld nicht auf Zins gibt, und kein <Bestechungs->Geschenk nimmt gegen den Unschuldigen. Wer solches tut, wird nicht wanken in Ewigkeit. (Ps 15)

Gottes Gegenwart erleben und darin bleiben

Natürlich ist der allmächtige Gott auch allgegenwärtig. Aber darum geht es mir nicht. Ich spreche von der erfahrbaren oder „manifestierten“ Gegenwart Gottes. Weil ich von Neuem geboren wurde (Joh 3) und mit dem Heiligen Geist erfüllt wurde, bin ich mit Gott zusammen. (Was vorher nicht der Fall war.)

Genauso, wie menschliche Beziehungen und Begegnungen auch von Gefühlen und Eindrücken begleitet werden, ist das auch bei der Begegnung mit Gott der Fall. Sie sind nicht die Basis oder das Ziel der Beziehung, aber ganz natürliche Begleiterscheinungen. Wenn ich sorgenvoll zu Gott bete und dann Glauben gewinne, dass er mir helfen wird, empfinde ich Frieden und Erleichterung. Wenn ich vor Gott ein reines Gewissen habe, fühle ich Geborgenheit und Ruhe. Wenn ich sehe, wie Gott handelt oder wenn ich mir bewusst bin, dass Jesus mein ganzes Leben ans Kreuz getragen hat, freue ich mich. Das ist ganz natürlich und hat nichts damit zu tun, dass in der Kirche jemand „Lasset uns freuen und fröhlich sein …“ sagt. Aber es geht auch noch darüber hinaus. Wenn Gottes Geist uns erfüllt, kommt wirklich Leben und Kraft in uns hinein und so ist man voller Freude, erleichtert und sehr zuversichtlich. In der Anbetung ist es oft, als würde man den Thronsaal Gottes betreten. Voller Ehrfurcht und Staunen steht man in der heiligen Gegenwart Gottes. Gelegentlich kommt der Heilige Geist auch mit seinem grellen Licht, das alles aufdeckt, was verborgen ist und ich bin erschüttert und beunruhigt – bis ich es vor Gott bereinigt habe. Manchmal kommt der Geist auch auf eine ganze Versammlung und wirkt auf verschiedene Weise, so dass einige lachen andere weinen und wieder andere neuen Glauben und Kraft vom Herrn empfangen. Es gibt „mancherlei Austeilungen des Heiligen Geistes“ (Hebr 2,4) …
Meistens ist es der „leise Wind“ (1.Kön 19,12), der uns spürbar macht, dass Gott, unser Vater, bei uns ist. Es ist schön und sehr nützlich in Gottes Gegenwart zu bleiben, seine Stimme zu hören und immer mit ihm zu gehen. Das ist das ewige Leben: Gott kennen und bei ihm sein (Joh 17). Es beginnt hier! Dafür nennt Ps 15 einige einfache Voraussetzungen.

Bleibe auf dem Weg mit Gott – dies sind die Leitplanken

Wenn ein Auto in die Leitplanken kracht, geht es ohne Abschleppdienst und Reparatur nicht mehr weiter. Wenn du mit voller Wucht in die Leitplanken von Ps 15 krachst, wirst du Hilfe brauchen für Buße und Wiederherstellung. Hier sind die göttlichen Begrenzer:

  • „Der rechtschaffen wandelt und Gerechtigkeit übt …“ Das bedeutet, Gehorsam gegenüber den grundlegenden Geboten, wie den 10 Geboten und dem, was Gott dir darüber hinaus klar mitgeteilt hat.
    «Man hat dir mitgeteilt, o Mensch, was gut ist. Und was fordert der HERR von dir, als Recht zu üben und Güte zu lieben und demütig zu gehen mit deinem Gott?» (Micha 6,8)
  • „ … und Wahrheit redet in seinem Herzen, “ Wenn du im Geist Gottes bleiben willst, kannst du deine Gedanken nicht mit dem Schmutz dieser Welt füllen. Was soll in dir drin sein? Richte dich innerlich auf Jesus und die Dinge seines Reiche aus! (siehe auch Kolosser 3,1+2)
    Ausserdem geht es hier auch um das große Thema Aufrichtigkeit vor Gott. Bleibe bei der Wahrheit – auch über dich selber.
  • „ … nicht verleumdet mit seiner Zunge …“ Gott will unseren Worten Vollmacht geben und uns zum Segen und nicht zum Fluch für andere machen. Das große Thema „Zunge“ findest Du z.B. hier: Lk 6,45; Jak 1,26 und 3,4-12; 1.Petr 3,10
  • „kein Übel tut seinem Gefährten und keine Schmähung bringt auf seinen Nächsten“ Jesus und die Apostel haben geboten, die Geschwister im Glauben zu lieben (Joh 15,9-12). Wenn wir den Nächsten lieben (z.B. auch in unserer Familie), handeln wir automatisch in Gottes Sinn (Mt 22,39 u.v.a). Die selbstlose Liebe ist Gottes eigenes Wesen und bedeckt eine Menge Sünden (1.Petr 4,8).
  • „in dessen Augen der Verworfene verachtet ist, der aber die ehrt, die den HERRN fürchten; “ Heute werden die hochgejubelt, die es am Schlimmsten treiben. Wir können frei vom Menschenfurcht das Gute gutheißen und das Böse zurückweisen. Wer sind deine Vorbilder? Ist es in Ordnung, weil es im Fernsehen kommt oder alle es toll finden?
  • „der, hat er zum Schaden geschworen, es nicht ändert;“ Gott ist absolut treu und verlässlich. Was er sagt, gilt. Wenn wir das erfahren wollen, müssen wir diesem Beispiel nachfolgen. Damit wir damit nicht überfordert werden, rät Gott dringend von Schwüren und großartigen Erklärungen ab, die uns am Ende nur selbst verurteilen. Ein klares Ja oder Nein will Gott hören. (Mt 5,37; Jak 5,12)
  •   „ … der sein Geld nicht auf Zins gibt, und kein <Bestechungs->Geschenk nimmt gegen den Unschuldigen.“ Habgier ist eine der großen Quellen für das Böse in der Welt. Du kannst nicht Gott dienen und dem Mammon (Lk 16,13; 1.Tim 6,10; Hebr 13,5).

Wer solches tut, wird nicht wanken in Ewigkeit. – Ein großartiges Versprechen! Dazu kann man nur noch „Amen!“ sagen.

Frieden in 2013

Nur wenig Frieden auf dieser Welt

Frieden ist auf dieser Welt etwas Kostbares und Vergängliches. Man kann weit in den Wald hineinlaufen, bis man allein ist – dann hat man Frieden. Aber selbst dort können einen Sorgen, Wut und Bitterkeit erreichen, die man selber im Herzen dorthin mitgebracht hat. Unter Sündern und unvollkommenen Menschen, die wir nun mal sind, ist Frieden ohnehin etwas relatives. Manchmal nur ein „Waffenstillstand“.

Ich meine, dass Frieden auf dieser Welt nur durch Macht entsteht. Gut geordnete Staaten, die auch wirtschaftlich gesund sind, können ihren Bürgern ein Leben in relativem Frieden ermöglichen. In vielen Ländern der Erde herrscht aber Kampf um die knappen Ressourcen oder es rivalisieren verschiedene Gruppen um die Macht. Sogenannte „gescheiterte Staaten“ haben ausserhalb der Hauptstadt kaum Einfluss und versinken in Chaos und Gewalt. Die Bibel kündigt sogar eine Zeit an, in der Gott „den Frieden von der Erde nehmen“ wird (Off 6,4). Wir haben ja auch schon solche Zeiten gesehen in den Weltkriegen.

Nicht viel besser ist es oft um den Frieden in uns bestellt. Sorgen, Mangel, Enttäuschungen und Verletzungen verfolgen uns und machen unser Herz zu einem Ort des Unfriedens. Manchmal braut sich aus all den negativen Zutaten und nicht zuletzt aus unserer egoistischen Sicht auf die Welt ein explosives Gemisch aus Wut, Bitterkeit und vielleicht sogar Hass zusammen.

Ein Reich des Friedens

In Gottes Reich herrscht ewiger und unerschütterlicher Frieden. Der Grund dafür ist leicht zu verstehen: Es wird von Gott regiert. Seine gewaltige Macht und seine vollkommene Gerechtigkeit garantieren diesen Frieden für immer! Er ist der „Friedefürst“. Dieses Reich ist noch nicht sichtbar, wird aber schon mitten unter uns im Verborgenen aufgerichtet. Wo Gott gegenwärtig ist, wo er Gebet erhört, wo er angebetet und verehrt wird, wo Menschen sich von seinem Geist leiten lassen, wo sein Wort Gesetz ist und höchste Autorität hat, da ist heute das Reich Gottes. Überall, wo es aufgerichtet wird, erfährt es auch „Erschütterungen“ mit dem Ziel, dass „die unerschütterlichen Dinge bleiben“. (Hebr 12,26-28) Das sind die Dinge, die nach seinem Plan und seiner Weisung gebaut wurden. Das Reich Gottes steht heute jedem Gläubigen offen. Jeder kann heute entscheiden, ob er Teil dieses Friedensreichs sein möchte. Es entschiedet sich ganz einfach an der Frage, ob du dich der Herrschaft des Königs unterordnen willst, den Gott eingesetzt hat und in dem er sich selber den Menschen zeigt. Es ist der Herr Jesus Christus.

Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens. (Jes 9,5)


Frieden in Dir – vom Himmel

Und plötzlich war bei dem Engel eine Menge der himmlischen Heerscharen, die Gott lobten und sprachen: Herrlichkeit Gott in der Höhe, und Friede auf Erden in den Menschen des Wohlgefallens! (Lk 2,13-14 Elberfelder Üb.)

Durch den Heiligen Geist können wir Frieden in allen Lebenslagen in uns haben. Weil wir in dem Kreuz den Beweis sehen, dass Gott uns bedingungslos liebt und weil wir auf die Allmacht Gottes vertrauen, haben wir Frieden im Glauben. Dieser Frieden lässt sich aber nicht erzeugen oder herbeireden. Es ist das, was wir fühlen, wenn Gottes Geist in uns gegenwärtig ist. Wenn wir „von neuem geboren“ sind (Joh 3), lebt Jesus durch den Heiligen Geist in uns. Der Frieden seines Reiches ist in uns und macht uns immer „unerschütterlicher“ – je mehr wir lernen auf den Herrn zu vertrauen.

In Sorgen und Bedrückung praktiziere ich das „Durchbeten“. Ich vermeide es, mich auf das Problem zu fokussieren und denke an die Worte in der Bibel, die mir eine Lösung des Problems versprechen. Ich tue das aktiv und ganz absichtlich. Jeden Tag spreche ich aus, was Gott mir versprochen hat. Dann lobe ich Gott und singe ihm Lieder. Ich danke ihm für alles, was er mir Gutes getan hat. Ich bekenne auch meine Schuld vor Gott, um mich zu reinigen und dadurch empfänglicher zu werden für seine heilige Gegenwart. Ich lasse nicht locker, bis ich Antwort von Gott habe. Warum soll ich im Ungewissen bleiben, ob Gott mich erhört hat? Wo ich doch Zugang zu ihm bekommen habe? Wer wenig Glauben hat, probiert es mal mit Gebet. Diejenigen, die schon mehr Glauben gefunden haben, wissen, dass Gott für sie da ist und lassen nicht locker, bis sie eine Antwort haben. Immer kommt der Moment, wo ich Gottes Frieden in mir spüre. Alles ist in Ordnung, wenn Gott da ist. Sein Frieden ist mein Zufluchtsort, meine Burg und meine hohe Festung.

Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch. Euer Herz werde nicht bestürzt, sei auch nicht furchtsam. (Joh 14,26+27)

Wir wünschen allen Lesern ein schönes Weihnachtsfest und ein reich gesegnetes Jahr 2013!